Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 15-16 (1.5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REDAKTION und VERWALTUNG i Wies II, Glockengasse 6 Tür t7f Erscheint jeden Samstag. MAI-FESTNUMMER. Freie Tribüne BEZUGSPREIS samt Zustellung* Ganzjährig . . . K 15,- Halbjährig . . . K T.50 Vierteljährig . K 3.80, S ndfrnüiDD] er 50 Heller. Ordern der jüdischen BozialiBtiscbenArlbeiterpartci „toale Ziert" Proletarier aller Völker vereinigt Euch! I. Jahrgang Wien, 1. Mai 1919 Nr. 15—16 An die Leser! Wegen der Parteiberatung und des Maifestes erscheint die verstärkte FestDommer an Steile der ausgebliebenen. Die Redaktion. Revolutions-Mat Tftp Fauste geballt ihr B rüdler der Fron» uänB Schach! dieser Ordnung der Wfelt! Wir waigen den Sturmi, wir stürzen dien Thron der Hierren, daß splitternder fällt I;-■ Es igfrüßt das "Ziel die' nte Zeit Her Freiheit, GIfeiChheit Brüderlichkeit, 0rum hoch die Revolution!.' Üriid weiter 'gekämpft wenn mancher auch! fiel', idie Sdhranlzen und Büttieli gefällt! Du (niedrigster StandU mit;herrlchstfem' Ziel, ergreife die Herrschaft der Welt l Es igirüßt das Ziel!, die neue; Zeit der Freihielt, Glteidhbeit Brüderlichkeit, fäfrum hoCb die Revolution.! Js^ptifeer die Macht dann eifrigjei Wacht vorfa wütenden DrdhlnenglesChileCht uired- Ibald' ist vollbradbt die heiligte! Schlacht giejrt Alles, was Volksfeind und1 sChfletht!;Ei9 igirüßt das Zielj, djLei inieuie Zeit Jder Freiheit'Glfeicbheit Brüderlichkeit drum1 hoch' die Revolution! Istf «ejndjlidh! die MaCht von Geld jurid Giewalt„ idfer Ausbeutung Herrschaft vorbei, dann gelben wir Irdh1 der Liebe Gestalt und fblauu die, Gelselsehaft uns' meu. Es igjrüßt das Ziel, die neue Zeit Her Freiheit Glieiebheit Brüderlichkeit, 10'rum hoch die Revolution! IDeW Arbeitern a! wird köstlicher Lohn, die Güter dler Welt werden frei * < da- Elend und Haß auf ewigj geflöhlen, ergirünt nun der MensChhleit Mai-- Es igirüßt das Ziell die neue Zeit ider Freiheit Glieidhheit, Brüderlichkeit driuln hoch die Revolution! Moses Ahraham. Programm der Maifeier. 9 Uhr vormittags Versammlung im Saale des Hotels „Arco", II., Rote Sterngasse 7 Referenten: Gen. Sokal und Alexander. Nach der Versammlung RS Demonstrationszug,»»:: 5l/2 Uhr abends MAIFEIER Zum Ersten Mai 1919. Jüdische Arbeiter und ilrbeiterinntn! Wir rufen Euch zur Feier des hohen proletarischen Festtages der Weltrevolution. ...Nahezu dreißig* Jahre sind verflossen, seit die zweite Internationale in ihrer Geburtstunde den eirsten Mai zum hödhsten Feiertage der Arbeit erhob. Dreißig* Jahre lang ließ der Arbeiter an diesienr Tag* seine Stimme erschallen, um von den herrschenden Klassen einzelne Reformen und menschenwürdigere Lebensbedingungen zu verlangen, ohne die bestehende „Ordnung1" der Ausbeutung und Unterdrückung' in unmittelbare Gefahr stürzen zu wollen oder zu können. Heute ist) eine andere, eine nciue Zeit erschienen. Proteste, Festreden und gewohnt-atltä'giichie F&räerimgmrkdtfrteitt•'•wfc^i-^aeforv- Wiesen unft Inhalt unserer heiligen' Feier ausmachen, bloß daran können wir jetzt nient Genügt finden. Im Z^idhein sozialistischler Taten vollen und müssen wir heuer dew Ersten Mai feiern! Denn wir schien: U eher all rüstet die Arbeiterklasse zum letzten,, zum' Entächeidung'skampfe Um1 ihre Befreiung'. Schon brandet die rote Flut die in Rußland alle gegenrevolutioniären Kräfte fortgespült hat an dem Küsten Westeuropas. In Ungarn hat; das Proletariat die volle Macht in seinei Hände g'enornimfen und verteidigt sie, .'helden'mütig gegen eine! ganze Welt von Feinden. In Deutschland kämpft; die revolutionäre Arbeiterklasse furchtlos für den Sozialismus und widersteht diew freiwilligen undi bezahlten; Knechten des Kapitals'. Das bayerische Proletariat bemüht sieb1, seine: Herrschaft über seine Todfeinde aus der Bourgeoisie zu verteidigen und auffredhtzuerhalten!. Bei i#is^ in Dieuitscbösterreich', rüstet der klassenbewußte Arbeiter energisch zur. l!etzten EntsChe idungs s Chia Cht. Auch1 in den westlichen Ländern: Italien, Frankreich, England spitzen sich die Klassengegensätze zu; die vom siegestrunkenen Imperialismus unterjochten Arbeiterinassen gelangen zur 'Erkenntnis ihrer eigenen Interessen und ihrer heiligen Pflicht und bereiten sich zum großen Kampf. Ueberall feiert 'das Proletariat steinen Maifest - tag* im Zeichen der proletarischen Weltrevolution mit dem erhabenen Ziell des völkerbefrelienden So: zial'ismus. Wir jüdischen 'Proletarier, wir gebeugten Sklaven; die; unterdrückte Klasse des unterdrücktlen, zerrissenen» über alle Welt verstreuten jüdischen Volkes, wir leiden während des gegenwärtigen' Todeskampfes der kapitalistischen GeseUschäTtsordnungi doppelt wir haben deshalb audi doppeltes Interesse daran,, daß das Ziel des) Sozialismus mögilichst rasch erreicht wird. Erst unter der Herrschaft des Proletariats! wird! der jüdische, Arbeiter daran gehen können, die schmerzlichen Nöte der, jüdischen Volksmasseu in allen Ländern zu tilgend ihre ewige Wanderung und die Befriedigung; fdes Ansiedlungsbedürfnisses! zu lenken und durch die Schaffung einer territorialen WirtsChaftsgniridlaigfe! auf eigenem Boden die selbständige Kulturentwiclcflung1 unser es Volkes zu! sichern. Erst1 die Diktator der arbeitenden Klasse in der ganzen Welt wird unis die Möglichkeit bieten, befreit von1 den "kapitalistischen Interessen und den Illusionen des! Bürgertums, die nationalle Freiheit zu erkämpfen. Unser Los ist mit dem des internationalen Proletariats aufs engste verknüpft! Darum rufen wir Eucfy jüdische Arbeiter (ukdf Arbeiterinnen, beute zu: Leg'et Schere und Eisein nieder! Sperrt die) Geschäfte! Schließt die Kontore! Festtag* igt beutle, Öas g*roße, heilige Fest der Arbeit, der Saboat aller Sabbate! Und die Hauptsache: Die heurige Maifeier woF- Ien und müssen wir im! Zeichen der Weltrevolution' durchführen. Diesen1 Ersten Mai wollen wir uns mit Klassenbewußtsein waffenen, um riiittels diesier scharfen Wehr das Joch der kapitalistischen! Herrschaft zu brechen und1 auf ihren Ruinen die heue sozialistische Gesellschaft aufzubauen. An diesem Ersten Mai wollen und können wir uns nicht mehit! mit den Minima lforderungfen — wie Achtstundentag, Allgemeines Wahlrecht Nationale Autonomie usw. — begnügen, wollen und können wir mit einer Sorintagfsprozession unser Auslangen .nicht finden. Am ersten Mai 1919 wollen und müssen iwir uns des ganzen Erbteife an bürgerlicher Ideologie} entäußern, wollen und müssen wir uns in die Reihen der revolutionären Arbeiterklasse stellen, die für die Diktatur des Proletariats kämpft. An diesem! ersten Mai wollen wir so kräftigt rufen, daß es alte* — Freund wie Feind — hören: Seid bereit! Die soziale Revolution ist auf den Weg! Wir marschleren mit, auf Leben und Tod! Und von unserer Fahne glühen in von Arbeii^-rblut geheilißrten "Zeichen "die Rufe : Hoch die sozialistische Weltrevolntion! Hoch die Diktatur des Proletariats! Hoch die dritte kommunistische Internationale! Es lebe das kämpfende jüdische Proletariat! mit der Aufführung von J. Gordins „Gott, Mensch und Teufel" im Saale der Jüdischen Bühne, I)., Taborstrasse 12 Ifidlschc sozialistische Arbeiterpartei „Poale Zion".