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Freie Tribüne · 1919-03-28 · 11 (28.3.1919) · page 4

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Journal
Freie Tribüne
Volume
1 (1919)
Issue
11 (28.3.1919)
Date
1919-03-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Freie Tribüne Nr. U werden mnß — sie können innerhalb ihres kleinen Bereichs auf Jahrzehnte hinausblickende Sparpolitik bei der Kohlenlind Erzgewinnung u. s. w. treiben, aber im übrigen bleibt alles beim alten. Ja, die Sorge der Unternehmer, wann wieder einmal ein Gebiet zur Verstaatlichung reif werde, lähmt alle. Arbeit. Es wäre weit zweckmäßiger, einen um-, fasseiden Plan von vornherein zu entwerfen und ihn, wenn auch nur allmählich, auf der ganzen Lilie zur Durchführung zu bringen." Vm idtesenr Gedanken' ^aus^ehiend', wollen sotwkM1 Sachsen als auch Bayern sich! nicht etwa mit 'ti|er VerstaatTidhlun^ der Bergiwelrke oder H,ütt!en- /wlerkie 'beginuigen; sonidieirlni an 3ie Steife dier g^nzien;P|nof3twir(s^haft die pl'ainirnläßige setzen. Die. beruht auf dnier U m i v e r si a l1 Statistik, einer Natura frie>ch'!niuin|gi ,<Jer (BpWegun^i alfer Rohstoffe iundl Enierigicn inln!erbal]bl Icfe'r Volkswirtschaft und1 auf seiner R a t i o n a 1' {s i |e r pi n gi s z e ri f r a 1 e. ßadi&eh (unld Bayenni unternehimeh1 afeo den Versiuch!, delm Reiche; vorain^ugöheinMund ihirelm Beginnen! .wird sich Deiutscn^öterreich' afefsdiTießen, imlülsisen1. Das Schichsal der Besonderheit. In Idieim Berichte übler die Berber Sozialistenkbn$ereiriz kommen1 die ^Sozialistischem Monatshefte [(Refeiientiin!: Waffly Zepter) auch auf die Jiudenfrage 2M s^pnecWein. Die Stelta^äh'rn'e: ist eine wohlwol- Üettildte, wmJd! wir wollen! zwei charaktelristische Sätze zitierein':.! ■; 1 : : : „Ebenso betonten, was besonders bedeutungsvoll ist, die Juden ihren nationalen Anspruch auf Palästina, der durch ihre Pflicht zur produktiven Leistung begründet ist." „Besonders interessant war das Auftreten der jüdischen Sozialisten, die neben dem zu begründenden jüdischen Gemeinwesen in Palästina auch für' die jüdischen Minderheiten in der Diaspora national-kulturelle Autonomie verlangten." Wir kämmen uns nur jedes neuein Bundesgenossen1 in der Internationale, jeides ver stehen d e n Freujiide? (freuen.!. AWelri wir 'erkennen auch1, daß die Vertrautheit "mit unsjererLagiei um!d unseren Bestreültngein noch so wejwg] allgemein ist unldl daß die Förtgies'ChrittelrMlein tujtiid' Wohlwollens tön unsere Pordemngen nur besonders bieideutluingsivolf, „b elsoindiers interreBSaint" finidien. . Darum' stjeiht1 es' uns' nicht ani, nach1 Art Ider Scih'rieih'al'se aus anlalereni Lageirn nach jecte'r irgendwie; taustim'ineWdlenl Acußeirutng dien1 „Triumph1 der fuldjisdileh Sache" hinaus'zuposaiülnlen^ siondiem im' Geh gelnltedl! isidh' d(elsisew 'btoWiUßt w Hein; daß diel Beisjoin-- 'djelrlhfeirt' 'der; ]MsCh!e!n> Fraget (njur selhlr schlwer tieil!- nefhjm^nides;Viersfcä!ti|d|ni& |eirrin|g|t. Dies' felis 'blesonldlersi fdajnjtii!djer Fall1, 'wenin [gteiginieri'sdh'ei jfü'dischie Sozialisten ^Ibleikäim^feinl. •: : .' i 1 > , lUmlso höhle* ist Ideir Erfiol|g| 'einzlusc!hätzeir> dem 'das! 3ntertierritoriai(e lVeriba^dsbuilo der PioalenZiori' sä'dW b der Aufklärung und Gewinnung der internationalien slozialistisdhleni Meinunfei zulschreibfein kann,. :Eö [erkennt; a!b!er audh1 Idte Situation un!d schreibt: „Wir haben in den letzten Tagen der Konferenz mit den Delegationen der verschiedenen Völker über unsere Forderungen verhandelt: mit dei Engländern, Franzosen, Iren, Holländern, Schweden, Dänen, Argentiniern, den russischen Soz. Kev., Georgiern und Armeniern. Obwohl sie die überwiegende Mehrheit . bildeten, hätte man doch sagen können, wie die Abstimmung ausgefallen wäre (über die jüdischen, Forderungen), wenn, es dazu gekommen wäre In zwei Fällen würden wir einen vollen Erfolg gehabt haben: wenn die Abstimmung ohne Debatte oder nach einer gründlichen Debatte erfolgt wäre. Hingegen wäre der Ausgang zweifelhaft, wenn eine Debatte „ wohl stattgefunden, wir aber nicht die Gelegenheit hätten, unseren Standpunkt richtig zu begründen. Die kurzen, hastigen, nervösen Debatten bringen gewöhnlich nichts Gutes. Da mag ein Narr einen Stein ins Wasser werfen und zehn Weise werden sich vergeblioh quälen,. ihn herauszunehmen. Wir dürfen uns nicht täuschen: außer einigen erlesenen Geistern in der Internationale, die über die jüdische Frage gründlich lachgedacht haben, wie Huysmans, Troelstra, van Kol und einige Andere, sind die meisten unserer nichtjüdischen Freunde mit den jüdischen Problemen und den jüdischen Terhältnissen zu wenig vertraut und dort wo Juden gegen uns auftreten — mögen sie auch, sonst keine Rolle spielen und keine Sympatkie erwecke* — verwirren sie die Köpfe.. Njchtjuden wollen sich in jüdische Streitfragen nicht mischen und erwarten von uns eine einheitliche Front. Wenn sie aber sehen, daß die Juden miteinander nicht übereinkommen, wenden sie sich mit einer stillen Verachtung weg." Die letzten Worte spielen auf das Verhalten1 djer Buln'diistien in! d!er Pqgromfrage an, die; es versclilulüdleten, daß die Internationaledas polnische Proletariat nicht narnleinpch* zum Kampf gegen die Pogrom'e aufforderte. Aber ^Mgejmeiirt erhellt, wel- . CTiie Schwierigkeiten aus der Besonderheit unserer Situation lerwachis'eni.. » ' Offenheit int wohl: Die JüdSschhatioriafen1 haben sich bis jetzt geweigert, als das zu sChfeinen^ was sie sind : als bürgerliche Partei. Dieseim1 pninatlürliehen' Verhalten entspricht es, daß deren Abgeordneter sich den Luxus erlaubt hat, über Sozialisten herzuflallein4 weil sie ühnr, dem Revolutionär, ,n i ch t g e n u g rot waren. /Macht sie wenigstens nun diese Lächerlichkeit erröten? Nach' 'der ungarischen Revolution: schreibt ihre/ Morgeinzeitung in; einem! Atemzuge „b'oIsch e wislieren, verwaisten" (Leitartikel1 von —st.). 'Ein anderes Mal (Leitartikel1 v. 23. d. M.): „Die schöpferische Kraft, die die Lehren des Weltkrieges •zur Sicherung einer neuen, festen Grundlage 'des Völkerlebens auswertet, kann eigentlieh wie wir meinen, nur aus dem Bürgertum kommen". { Na, [also, so;ha'b!etn wir's gedacht. Wir habeni aber keinein Grunid zur Pfclemik, 'denn es' ist natürlich!, daß eine bürgerliche Pfcirtei so spricht. Sie sloll abler das Unnatürliche lassen urid ihre Wortführelr verhalten, i'm'm e r sChön' 'brav, bürgerlich zu sprer Chlen, danhi wird die De'm'aglogie u^id 'Lächerlichkeit yerniiedjeini werdein, aber auch die Irreführunjg^der. hiCht'bürgerliehen Volks'masse.' Konferenz der P. Z.-Gruppen in der Lajige Zeit war (die P,2 -Arbeit in der Schweiz unterjbrpchen. Vor 2 Jahren ist eine Konfercnzi einberufen! worden, ulmi unsere Parteiarbeit festzustellen. Es wurde ein! Sekretariat gewählt, mit der Aufgabe, die Parteiarbeit, in der Schweiz zu leiten un'd zu organisieren. Die: Giern dies: Sekretiariats1 verstanden den ernstlein] Moment in der Zeity als d5e Kanonen und Gewehre; sfcrachein. Die: Schweiz war vom Verkehr 'mit den: anderen Ländierin. abges'chnitt|en, idoch sie na'hmien die VerantwortUing auf sich : die flarteiint'eHessen: überragten alle Schwierigkeiten! uinid Hindiernisise. Das! Sekretariat begann 'danin1 sofort imit ernster Arbeit. i!n; der Schweiz selbst gibt es niür einegeringe ZM jüdis'dhier Arbeiter, dfodh 'geJianig es baÖ, P,Z Gruppen; zu birdleW, die dien ^größten teil der iud1. Arbeiter-umfassen* (Emigranten). An allehi politischen Ereignissen nahmen das.; Sekretariat1 und unisere, Gruppen regen Anteil. Imi Verlauf leiner kurzeW Zeit1 war, unsleiiie Stim'me sbhbn vernehlmfb'ar und der Einfluß dier P. Z wuchs1 von Tag zu Tag. '. Alm 5. April1, al|s! 'die piiolietiairis'che Internationale sich in der Schweiz (Bern) zusammenfand1/ beschloß audh1 dials' sChwieizerisChe 'P,.Z; -Siekretariaf eine rConfereinz einzuberufen. Allje Gruppeini erwiderten freudig den Vorschlag Idesl Sekretariats und sandten je! 1 Oide'r: i2 Delegierte:. ' , Am 5. Februar, ina'dhmittagis1, würde die Kon!- Ferefcz eröffnet. Hmi Natalen des Sekretariats begrüßte Gen. Ing;B. Abramowitsch .die Delegierten um!d fülhrte aus: „Die;Z|eit, inl id'eir wir uns jetzt1 versammle In1, ist sehr leimst1, [unsere Losungen umfassen fast das ganze jüd. Proletariat unld unsere Ideen komimein c'ter Verwirklichiuing nahie.^ Er lerinn^rti auch daraln, wie wichtig es1 ist, daß unsere Partei ein aktives Mitglied der I|nter.n,a|tionale v^ride, und.verweist auf den großem Wert, der uinsleirer Partei dai'aius erwachsen wird'. Er begrüßt herzlich die Genossen dies; N. B. unld tülbierse;nd!et ihnen vielld Wünis'c'he zu ihrer wichtigen Arbeit. , Tiefe Riühruhg ergriff d|e Genlossen, als Gen., ing. Abrahiaimbwitsdh 'deb lieben' Genossen und Führer^ B. Borochow geld^dhte Er schilderte mit kürzen Wortein die (BedieUtung des1 Gen. Borochtow, Da's! ganze Auditoriulm' erhob sich zürn1 Zeichen der Trauer von den1 Sitzen. I'm' Namen ides! N. B. 'bfegriüßt Gen1. Locker die Konferenz. Er verweist, auf (den guten Kontakt des N.B. imit der Intierinationialle während dleir Kriegs|zeit' Ulnidb'etont, daß! dlas! N.B. vollstänidiijg das1 Bestrebeni h'atte, die Internationale, Isowohl iim'jDroletarisChen, als1 auch im jüdisich'e'n Sinne zu beeinflußen. Urid m dien Mangel an Arbeitskräften iml N. B. örihnern,d, fordert er die Konferemz zur Mithilfle «auf, s!olbalfd das N. B. nach1 d(er Sdh'weiz verleigt werden sollte. Geh. Kohn (Prag) begrüßt die Konferenz im Nameii der ts'dheChosilowakischen Organisation. #Er verweist auf das Erwachen; der dortigen Massen. . In Prag s'elb'st befinden sidh jetzt ,800 Genossen, währelnd isie vor ö Monaten n|ur 80 wairelni. Er hofft, daß die Juden 'dort die nationale Autonomie erlanjgeln werden, was' eine wa'hre Rettung eines fast abigestorbenen Volksteiles beideute. iDie dortige Organisation ste1ht im1 Kontakt imit der tschechischen S. D — , . Gen. AbrambwitsCh erklärt 'die Konferenz für eröffnet und es Iwirid ein Rriäsidiulm1, aUsi 4 Denossen bestehend, gewähTt. (Dr Bluwsteini Ing. Abramowitsch, Steinfeld und 'Polinski.) Die Genossen wenden sich an den Gen. Locker mit verschiedtenen Frajgemi betreffs des N.B. undl Gen. Locker entgegnet deutlich und klar Die 1. Sitzung |wird geschlossen Die 2. und (3 Sitzung erörtern nur prakifisdhe» Fragen. Das Sekretariat - igibt genauen Rechenschaftsbericht über seine Tätigkeit. Die Delegierten? kritisieren das Sekretariat. Die Mitglieder des Sekretariats; entgegnen. Sie iverweisen auf die schweren Verhältnisse, in .'denen sie arbeiten mußten! und auf den großen Mangel an Geld. Folgende Resolution wird einstimmig angenomlmen: „Nach abgelegtem! Rechenschaftsbericht des Sekretariats drückt die Konferenz ihm ihrer* Dank unld ihr Vertrauen für seine energische Arbeit unter schwersten Bedingungen aus/' Das alte Sekretariat wird wiedergewählt. Na$ii längerer Diskussion wurde beschlossen, die Arbeit nach 3 Richtungen hin auszubauen, 1. ü)rganisation|siarbert unter den jüdischen Arbeitern und der ilntelligenz. ■ 2. Informationsarbeit in nicht jüdischen, hauptsächlich sozialistische^ un,'d Arbeiterkreisen. ♦3. Nationale, revolutionierende! Arbeit im1 P Z.~ SinWe unter den breiten! Schichten der jüjdis'cheni Bevölkerung. Es wurdein noch viele Resolutionen angenommen. Die 4. Sitzung;— sie war die inte ressantestet — war theoretischer Natur. Viele Fragein wurdet besprocheri. Heiße Debatten entspannen siCh^ als; die Frage: „über den jetzigen. Moment im1 revolutionäreri Klas'senkaimipf" behandelt wurde. Die Sitzung dauerte bis 4 Uhr früh. Nach warmeit. Schlußworten der Gen. Dr„ Bluwstein und Ing„. Abrarhowitsch wird die Konferenz geschlossen. B. A Voranzeigen. Sonntag, den 6. April 1. J., findet die Parteiberatung der poale-zionistischen Vereine statt. Tages Ordnung: 1. Bericht. 2. Taktik. . 3. Organisation und Presse. 4. Palästina. Das Lokal, in dem die Parteiberatung stattfindet,, wird in der nächsten Nummer bekanntgegeben. Die Parteileitung in Deutschland wird* auch auf diesem Wege ersucht, sich durch eine Delegation behufs Verständigung über die weitere gemeinsame Arbeit vertreten zu lassen. , . Ferner ergeht die Einladung an die Genossen im tschecho-slowakischen Staate behufs Aussprache.. Allg. Jüd. Arbeiterverein „Poale-Zion", II., Stefaniestraße 2/34. Samstag, 29. d., im Vereinslokale Mitglieder- Yerkammlung mit der Tagesordnung: „Unsere bevorstehende Parteiberatung". Referent Genosse Dr. Nagler. Montag, 31. d., Y26 Uhr abends Fortsetzung der Diskussion über die Parteiberatung'. Eingeleitet von Genossen Rudel. Donnerstag, 3. April, y26 Uhr abends Mitgliederversammlung mit der Tagesordnung: „Wahlen zur .bevorstehenden Parteiberatung". > Jüdischer sozialistischer Arbeiterverein „Poale-Zion" Wien, XX., Wallensteinstraße 62. Sonntag,, den 30. März 1. J;, 10 Uhr vormittags, dringende Ausschuß-Sitzung. — Montag,. d«n 31. März 1. J., 6 Uhr abends, literarischer Abend. Ort: Vereinslokal. Verein jüd. sozialistischer Hochschiller „Cherut". Sonntag, den 30 d. M., Plenariitzung mit der Tagesordnung „Parteikonferenz*, 3 Uhr nachm., Cafe" Stefanie. Sonntag, den 6. April, entfällt wegen der Parteiberatung die Plenarsitzung. Sonntag, den 13. April, Referat Michel Kohn : „Die exterritoriale Lage des jüdischen Proletariates". Sozialistische Vereinigung jüdischer Hochschüler. (Vortragssprache deatsch.) Samstag, den 29. d. M., 5'/^ Uhiv im Cafe Petzer, IL, Praterstraße 8, Diskussioasaaend. Thema: „Bürgerlicher und proletarischer Zionismus". Referent Dr. Wattenberg. Donnerstag, den 3. April, 5ya Uhr, im Ring-Cafö, L, Stubearing 18, Kurs: „Lesung und { Besprechung sozialistischer Schriften *. Leiter Dr. Bienenzmcat. Samstag, den 5. April, 5ya Uhr, im Künstler-Caf^- I., Franzensring 18 (gegenüber der Universität), Vortrag- Prof. Dr. E. O. Kraus: „Sozialismus als Weltanschauung". Gäste stets willkommen! Die Menaa Academica Judaica veranstaltet Sonntag, den 6. April 1. J., 4 Uhr nachmittags, in den Reichshallen,. I., Dorotheergasse 6, eine Akademie. An die Genossen und Genossinnen in Wien und in der Provinz! Wer den direkten Vertrieb der „Freien Tribüne« übernehmen will (gegen Bezahlung), wolle sich an die Administration* Wien, II., Glockengasse 6, T. 17, wenden. Genossen und Genossinnen sammelt für den Pressfond 8 Herausgeber und verantwortlicher Redakteur Arnold Deutsch. Druck von Josef Hoyer, Wien, IX., Liechtensteinstrafte 3

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