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Der jüdische Wille · 1919-06-01 · Heft 2 (Juni 1919) · page 45

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 2 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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EINZELHEITEN 115 als Machtfaktor der einheitlich organi* fierten gefamten Judcnhcit <in dicfcm Teil wird auch die Stellung unferes Kartells Jüdifcher Verbindungen in der Gefchichte der deutfdien Juden als »Avantgarde des Zionismus« gewürdigt)/ endlich vom international » demokratischen Standpunkt aus als Bundesgenoflen im Kampf für Freiheit und Recht der kleinen Nationen. Diefer letzte Abfchnitt, der dem Verfafler offenbar befonders am Herzen gelegen hat und um den herum die übrigen Teile der Schrift gleichfam als Einleitung und Abfchluß gefchrieben zu fein fcheinen, bietet eine fehr dankens* werte, umfangreiche, inzwischen freilich unvollßändig gewordene Zufammen* Heilung von Äußerungen führender fo* zialifiifcher Perfönlichkeiten über den Zionismus und veranfchaulicht zugleich die Revifion, die die bis dahin an dem fpeziellen jüdifchen Problem völlig unintereffierte Demokratie namentlich Welteuropas im Verlauf des Weltkrieges an ihrer Stellung zum Zionismus vollzogen hat. Da die ganze Arbeit ßark an fozialen Gefichtspunkten orientiert iß — das letzte Kapitel behandelt Palältina im Prozefle der fozialpolitifchen Wiedergeburt —, wäre m. E. etwa ein Titel *Der Zionismus im Lichte des demokratifdien Gedankens« eindeutiger gewefen, umfomehr als die im jetzigen Titel angekündigte Darßellung der Organisation des Zionismus nicht recht erfchöpfend iß. Freilich wäre alsdann eine weiter ausholende theoretifche Auseinandersetzung mit dem Sozialismus erforderlich gewefen. Im übrigen darf nicht verkannt werden, daß die Bernßeinfche Einteilung des Zionismus faß ausschließlich auf den Kontakt mit dem fozialißifchen Gedanken, fo ethifch wertvoll fie iß und fo fehr fie die altjüdifche Mentalität für fich hat, gerade vom heutigen all jüdifchen Standpunkt aus zunächß vielleicht nicht unbedenklich iß. Trotzdem aber dürfte das durch klare Gedankenfolge und heißes National* £efühl ausgezeichnete, an Aufklärungen über geschichtliche Zusammenhänge <z. B. über die Chalukkah, den Miffionsgedanken, den Charakter des jüdifchen Nationalismus, die volksfeindliche Philanthropiepolitik der jüdifchen Plutokratie u. a.) und an feinen Formulierungen reiche Schriftchen auch in der vorliegenden Form Sicherlich geeignet fein, wie bei allen am jüdifchen Leben Intereffierten, fo insbefondere auch in fozialißifchen Kreifen zum Verßändnis und zur Verbreitung des zionißifchen Gedankens beizutragen. Bedauerlich find die zahlreichen Druckfehler.*) ' BRÜNÖ KIRSCHNER . . . In der Tat, die Juden find aus jenem Teige, woraus man Götter knetet/ tritt man fie heute mit Füßen, fällt man morgen vor ihnen auf die Kniee/ Während die einen lieh im fchäbigßen Kote des Schachers herumwühlen, erßeigen die andern den höchßen Gipfel der Menfihheit, und Golgatha iß nicht der einzige Berg, wo ein jüdifcher Gott für das Heil der Welt geblutet. Die luden find das Volk des Geißes, und jedesmal, wenn fie zu ihrem Prinzip zurückkehren, find fie groß und herrlich und befchämen und überwinden ihre plumpen Dränger. Der tieffinnige Rofenkranz vergleicht fie mit dem Riefen Antäus, nur daß diefer jedesmal erßarkte, wenn er die Erde berührte, jene aber, die Juden, neue Kräfte gewinnen, Sobald fie wieder mit dem Himmel in Berührung kommen. Merkwürdige Erfiheinung der grellßen Extreme? Während unter diefen Menfihen alle möglichen Fratzenbilder der Gemeinheit gefunden werden, findet man unter ihnen auch die Ideale des reinften Menfchentums, und wie fie einß die Welt in neue Bahnen des Fortichrittes geleitet, fo hat die Welt vielleicht noch weitere Initiationen von ihnen zu erwarten . . . HEINE, Ludwig Börne, viertes Buch •> Inzwifchen iß im Jüdifchen Verlag, Berlin, die 3. verbelTerte <Volks>auflage der Schrift erfchienen. Preis M. 1.50. Buchdrucker« Wilhelm« R. Siling fr Co., Btrlin SW.68, Hoilmonnstr. 10

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