Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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110 AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN STAND DER HAPOEL HAZAIR-BEWEGUNG IN DEUTSCHLAND UND OESTERREICH*) Vor noch nicht zweieinhalb Jahren wurde in Berlin die erfte Gruppe des Hapoel hazair in Deutfchland und damit im Galuth überhaupt gegründet. Die hacrptfächlichen Ideen, deren Verbreitung den Gründern vor allem am Herzen lag; Reproduktivierung des jüdifchen Volkes durch Arbeit, Sicherung des nationalen Charakters der Kolonifation durch jüdifche Arbeit und durch Wahrung des Hechaluz* prinzips, Hebraifierung des Volkslebens, fanden nach und nach Eingang in weitere Kreife. Hand in Hand mit dem Erltarken der Bewegung ging die Vertiefung und Erweiterung der Grundideen, die in ihrem Ziel durch einen national» beftimmten Sozialismus gekennzeichnet wird. $ Faß volle zwei Jahre hindurch befchränkte (ich das Wirken des Hapoel hazaif faft völlig auf Berlin. Mit Rußland ebenfo wie mit den paläßinenfifchen Chawerim war nur fchwer eine Verbindung aufrecht zu erhalten. So konzentrierte fich alles Interefle und alle Intenfität auf das innere Leben der Berliner Gruppe, das (ich auch dementfprechend lebendig und fruchtbar entwickelte. Man befchäftigte fich mit mationalen und fozialen Fragen, mit hebräifcher Literatur, mit PaläfHnakunde ufw. Mit dem Ausbruch der deutfehen Revolution begann eine umfangreiche Tätigkeit »ach außen, die bald die wichtigften Kräfte der Organifation in Anfpruch nehmen, follte. Es fetzte eine umfangreiche Propaganda durch öffentliche und Chawerim* verfammlungen ein, es bildeten fich zahlreiche Gruppen in de» verfchiedenlten Städte» Deutschlands. Zugleich wurde Wien der Mittelpunkt für die Arbeit in Oefterreich. Vom Januar 1919 an gab der deutfehe Landesverband ein Organ heraus, das eben* fo der Vertretung der Partei nach außen wie der Verbindung der Gruppen untere einander und der Diskuffion aller für die Bewegung bedeutfamen Fragen dienen follte. Zugleich nahm die informative und politifihe Tätigkeit nach dem Ausland einen immer weiteren Raum für fich in Anfpruch. Das Beßreben des Berliner Centraikomitees richtete fich darauf, mit Palältina dauernde und ftarke Verbindung zu Ichaffen. Es gelang fowohl Brofihüren wie periodifthe Literatur hinüberzulchaffen und dauernd Nachricht über den Stand unferer Arbeit hier den Paläftinenfern zukommen zu laden. Andererfeits gelangten wir nach verhältnismäßig kurzer Zeit regelmäßig in den Befitz des in Jaffa erfiheinenden hebräifthen Organs und befonderer für die Bewegung wichtiger Nachrichten. Nach Rußland hin war die Verltändigung fall noch fchwieriger als nach* Paläfiina. Während in früherer Zeit noch manches Blatt aus Weißrußland zu uns den Weg fand, wurde es in der letzten Zeit immer fchwieriger, einen Überblick über die zelre^zioniftifche Lage im inneren Rußland zu erhalten. Mit den weltlicheren Gebieten dagegen <Litauen, Polen, Kurland, teilweife auch Ukraine) gewann die Leitung engere Fühlung. Wesentlich in diefer Hin ficht, wie auch fonft von großer Bedeutung für die Partei war die erfte Konferenz, die Ende Mai in Berlin zufammentrat Sie ver~ einigte außer Vertretern fämtlicher Gruppen Deutfchlands und Oefterreichs Delegierte •) Literatur über Ziele und Wege des deutfehen Landesverbandes des Hapoel Hazatr: 1> »Z)/> Ar Seit«, Organ der zioniftifchen volksfoziaMifchen Partei Hapoel Hazair. (Zweiwochenfchrift, Vorliegend Heft 1 — 14). 2) Vi&tor CS. Arfoforoff, Volksfozialismus. Verlag des HapoSl Hazair, Berlik 1919, 4V, Preis 2.~ M.