Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN 65 unfcrcm Prälidium auch ein fogenanntes »Finanz*RelTort« angegliedert, deffert Hauptaufgabe es fein foll, unferen Bundesbrudern, die nicht über die eigenen finanziellen Mittel zu einer Überfiedelung nach Paläftina verfügen, diefe Mittel in Form von fangfriftigen Darlehen, vielleicht auch in Einzelfällen in Form von Spenden, zu fchaffen. Das RelTort foll ferner die Stelle fein, die alle Anregungen auf finanziellem Gebiete, die aus dem Kreife unferes Bqndes gegeben werden, fammelt und die in befonderem an den Arbeiten für die kommende National* Anleihe beteiligt fein wird. Fragen des paläftinenfifchenBankwefens und befonders auch die für den deutfchen Zionismus fo wichtige Valuta*Frage wurden bei uns mehrfach erörtert. Für den Pafäfiina*Defegiertentag ift ein Referat unferes Bundesbruders Hans Goslar über »Finanzierung des Gemeinwefens und der Anfiedlung« vorgefehen. Wie überall, fo find auch in allen unferen Clubs die Fragen der kommen* den PaIäftina*Arbeit der wefentlichfte und drängendfte Diskuffionsftoff. Schon während der Kriegszeit, als dank der politifchen Verhältnifle die Zuteilung Palältinas an das jüdifche Volk immer wahrlcheinlicher wurde, haben wir verfucht, mit aller Schärfe auf unfere Bundesbrüder in der Richtung einzuwirken, daß fie ihre Berufskenntnifie und ihre ganze kaufmännifche Energie für die Paläftina* Arbeit einfetzten. Wir haben von jedem Bundesbruder verlangt, daß er die Ver* hältnilfe zunächft feiner eigenen Branche in Paläftina an Hand der vorhandenen Literatur und an Hand privater Nachrichten ftudiere und fich über die Möglich* keiten einer Verwertung feiner Spezialkenntnis zum Nutzen der Arbeit für Paläftina klar werde. In vermiedenen Clubs haben die Bundesbrüder Referate über diefe Dinge gehalten. Sie find mit den Kreifen, die ebenfalls auf ihrem Spezialgebiete Kenntnifle haben, in Verbindung getreten. Ein Zeitschriften über ihre Arbeiten find herausgegeben worden oder befinden fich in Vorbereitung. Wir glauben, auf diefe Weife allmählich -bei uns ein Material anfammeln zu können, das in dem Augenblicke, in dem es die Bewegung von uns fordert, ihr zur Verfügung geftellt werden kann. Im befonderen find Arbeiten über das paläftinenfifche Bankwefen, die Verkehrsver* hältnifle, über das Müllerei* und Textilgewerbe gefchaffen worden. Aus der ganzen Anlage diefer unferer Tätigkeit geht hervor, daß auch die Frage der Berufsumlchichtung, die heute weitefte Kreife der national*jüdißhen Jugend befchäftigt, für uns ihr eigenes Geficht hat. Wir glauben, daß unfer Kreis., der eine verhältnismäßig nicht fehr große Zahl von zionißifchen Kaufleuten um* faßt, auch in Paläftina nützliche und produktive Arbeit für die Gefamtheit wird feiften können, wenn wir die ganze Anlage der Erziehung unferer Bundesbrüder von vornherein darauf einftellen, daß fie nicht nur ihre menfchlichen, fondern im befonderen auch ihre kaufmännifchen Fähigketten in den Dienft unferer Sache ftellen. Wir glauben ferner und wiflen, daß das Land kaufmännifche Initiative befonders auch in den zahlreichen Verwaltungspoften, die in kürzefter Zeit zu befetzen fein werden, dringend brauchen wird, und fo ift die Frage der Berufs" umßßt'Sturtg für uns nicht fo wichtig wie für andere Organifationen, befonders für die ftudentifchen Kreife. Wir als Kaufleute, die gewifle Einblicke in wirt* fchaftliche Zufammenhänge und in die Frage haben, wie man Kräfte irgendwelcher Art am nutzbringendßen für einen Gefamtzweck verwertet, befitzen wohl auch praktifchen Sinn für die Ökonomie, die man mit den wertvollften, den Menlchen* kräften, betreiben muß. Wir begrüßen jeden jungen Juden, der alle Eigentümlich* keiten des Milieus, in dem er aufgewachfen ift, und der Anfchauungen, in denen er im Elternhaufe erzogen ift, von fich wirft und feinen ganzen Menfchen darauf einftellt, das zu tun, was er im InterelTe des Volkes und feiner Erhaltung für