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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 63

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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AUS DEM JUGENDORGANISATIONEN 61 Gedanken zum Aäsdrudk gebracht und anerkannt: Mit aller Energie find die Tendenzen zu bekämpfen, die aus den Korpora* tionen efoterilche Gruppen madien wollen. Die Ra ngunterföhiedeinnerhalb der Korporationen find notwendig. Die Begriffe, die andere Verbände mit den Termini »Fux« und »Burfch« verbinden,, find und waren uns ßets unbekannt. Für uns bedeutet die Ab fiufung aus* (chließlich die Konßatierung zionifiifdier Reifegrade. Erß diejenigen, die eine gewilfe,nach Lage des Falls verlchieden zu bemeffende Vorbereitungszeit hinter sich haben und durch ihre Perfönlichkeit, ferner durch ein generell zu regelndes Maß an jüdilchenKenntniffen die von uns zu Bellenden Vor* ausfetzungen erfüllen, föllen als vollberechtigte und vollverantwortliche Bundesbrüder rezipiert werden. Da die Füxe jedoch nicht nur Objekte der Erziehung, fondern wefentliche Träger des Gemein* fthafislebens find, iß ihnen grundfätzlich das Recht zu gewähren, auf Burfthenkonventen anwefend zu fein und mitzuberaten, allerdings ohne Stimmrecht. Die Erziehung muß darauf gerichtet fein, in unferen Jungen den Sinn für wahre Difziplin, d. h. Einordnung und Refpekt vor der Gemeinßhafi zu erwecken. Nur mit Menkhen, die per* fönliche Wünfche und Neigungen zurückßellen, wenn die lalus* feipublicae es erfordert, können wir unfer Land aufbauen. Wir verlangen von jeder Verbindung ferner, daß lie fich nicht auf zionißilaie Innenarbeit beßhränkt, fondern daß fie für unfere Ideen unter der noch unberührten Jugend wirbt. Unfer Nachwuchs darf (ich nicht ausfchließlich aus Menfchen rekrutieren, die bereits vorher in der zionißififien Idee verankert waren. Wir mülfen uns für die Jugend des deutfehen Judentums verantwortlich fühlen. Die meißen von uns verdanken ihren Zionismus der Werbearbeit, die zufällig an ihnen geleißet worden ift. Uns fehlt das moralil&e Recht, die Glücksmöglichkeiten fo vieler jungen Menfchen zu zerßören, die vielleicht eine zionifiifihe Prädifpofition in fich tragen. Starke und fuhrende Männer können unferem Volke durch unfere Verant* wortungslofigkeit verloren gehen. Die Aufnahme neuer Menfchen ßört nicht das Gemeinlchaftsleben, fondern befruchtet es. Indem wir andere zu unferen Ideen erziehen, verlebendigen wir unferen eigenen Zionismus, erleben wir ihn auf's Neue. Der zionißiföhe Gedanke, das gemeinfame Dienen an einem Werke eint uns alle. Das muß eine ausreichende Grundlage fein, um unfer Kartell auf ihr aufzubauen. Stimmen wir in den vorhin skizzierten Erziehungs* Prinzipien überein, fo können Divergenzen der geißigen Veranlagung und lachlichen Auffaflung kein Hindernis für uns fein. Wir willen, daß wir keinen Freundfchaftsbund darßellen, und es ift gut, daft es fo ift. Die Buntheit und Vielfältigkeit in unteren Reihen be* deutet uns Leben, und es fchadet nichts, wenn Reibungen entßehen Ringbildung, d. h. fein fäuberliche Trennung einführend fo wäre not* wendige Folge die geifiige Erfiarrung. Vornehmlich um der Kartell* konfervativen Bundesbrüder willen dürfen wir dies nicht tun. Denn würden diefe ficht von den »Revolutionären« abfchließen, fo würde es für fie zu einer Verengerung ihres geifiigen Lebens führen mülfen,. und geiftige Kämpfe bei [efochten werden. Wollen wir

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