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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 41

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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KUTZmSKI, DIE LEHREN BLÜHERS 39 Der neue Männerbund muß als eine Bekräftigung des alten Bundes, der in der Jugend fpielte, erßehen. Er muß an das Bild des Helden anknüpfen, wie es in dem Jüngling lebte, der noch ganz dem Geiß ergeben war. Hierbei erprobt fich die fdiöpferifdie Kraft des Eros unabhängig von allen Sinnesreizen. Im Männerbund ge* hören die fakralen und politifchen Typen trotz ihrer Gegensätzliche fceit zufammcn, indem fie fich, abgefehen von ihrem Wert, bejahen. Der Bund der Geißigen wird einen Orden darßellen und keinen Verein. Allmählich entwickelt fich eine geißige Herrenraffe. Diefe wird den künftigen Bund fchaffen. Sie wird gebildet durch körperlich etwas gefchwädite Individuen der phyfiologifch unterfcheidbaren Raffen und ihrer Mifchungen. Gewöhnlich als Dekadente bezeichnet, find fie, von höherer Warte gefehen, »Berufene«. Ihre Dekadenz braucht nicht körperlich in die Erfcheinung zu treten. Sie äußert fach meiß nur in einer abnormen Empfindlichkeit des Nerven* fyßems. Diefe Raffe muß vom Männerbunde erfaßt werden,- fie dürßet nach einer Lehre, die Ethik und Prophetie verbindet. Durch alle Schriften Blühers zittert die Sehnfucht nach dem Helden, der zugleich Erlöfer iß. Im Banne Nietzfches ßehend, fchafft er das Bild des Helden, audi hier freilich von feiner Begriffserweiterung des Sexualtriebes, des Eros, ausgehend. Ver^ nacfaläffigt man diefe Seite feiner Anfchauung, geßeht man ihm zu, daß in der Beziehung von Mann zu Mann etwas Lirtriebhaftes wirkfam iß, fo muß man die Worte, die er über das Heldifche fagt, mit zu feinen fchönßen rechnen. Die Heldenphantafie iß eine religiöfe. Im innerßen Kern iß fie die Frage nach dem Werte des Däferns. Der Held braucht nicht immer Kriegsheld zu fein. Das iß nur feine älteße Form. Jeder Vollbringer einer moralifchen Handlung ohne pfychofogifche Motivierung iß ein Held. Alle Völker verherrlichen jene, die aus reinßer Lauterkeit für das Gute kämpfen. Liebe zum Guten, wie das Judentum fie verlangt, gäbe es nicht, fondern nur Liebe zum Helden, der das Gute bedingungslos vollbringt. Durch den Helden oder den Führer, wie Blüher an anderer Stelle fagt, wird das Volk zum Volk. Sonfi iß es nur eine zu* fällige Menge. Sie wird erfi zum Volk, wenn fie »folgt«. Der Held bedarr des Volkes nicht, um Führer zu fein. Nicht durch Volkesbeßimmung wird er zum Führer. Da bliebe er nur Intereffen* Vertreter. Die Menge hat eine andere Vorffellung vom Glück als der Held. Sie identifiziert Glück mit Bequemlichkeit und Sorglofigkeit Der Held weiß, daß Glück nur in das Streben nach dem Nicht* Alltäglichen liegt. Der Held iß immer irgendwie tragifch, niemals ausgeglichen, fondern immer gefpannt. Er hat jene höhere Auffaffung von Glück, die dem Bourgeois unverfiändlich iß, die aber die vorbürgerlichen Menfchen, »die Jugend«, begreifen, Nicht von der Menge der Stimmzettel hängt es ab, ob jemand berufen iß, die Jugend zu fuhren. Das demokratifche Wahlfyfiem hat nur für die Erledigung wirtfchaftlicher Fragen Sinn und Be*

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