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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 33

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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KRQJANKER, DER HAPOEL HAZAIR 31 als Entgett einer Ideologie, die gerade diefe Arbeit zur einzig prodük* tiven und ihre Träger zu Helden erhob. Diefer Binfchlag im Arbeitst begriff des Hapoel hazair ßammt naturgemäß von feinem paläßinenfifihen Mutterßamm und hat befonders in dem Sammelheft »Land und Arbeit« feinen Ausdruck gefunden. Hier gilt die Landarbeit und zwar die urfprüngliche des erßen Rodens und Urbarmachens — als die einzig produktive, vor der noch die Tätigkeit des Obß* und Gemüfebauers als die Befihäftigung arbeitslcheuer Zärtlinge erfcheint. Ich kann nicht enricheiden, ob wir tatfächlich, wenn wir das jüdilche Paläßina errichten wollen, einer fo überaus krampfhaften, fiebrig überreizten Binßellung bedürfen, wie fie etwa in der meißerlichen Schilderung des »Bachar« zum Ausdruck kommt, und ob, falls wir ihrer wirklich bedürfen feilten, dann die Gewähr für die Erreichung unferes Zieles gegeben iß, Die Männer jedenfalls, die um der nationalen Sache willen das Härteße auf fich genommen haben, ragen für uns als Vorbild. Wefentlich weniger aber fchon die Intellektuellen, die ein derartiges Arbeitsideal von Berlin aus in Zeitfchriften propagieren, zumal wenn fie fich dabei noch nicht ein^ mal der Mühe einer begrifflichen Klärung unterzogen haben, fondern immer wieder diefe erße Falfung ihres Gemeinfchaftsgedankens in 4en nachher wefentlich erweiterten Kreis ihres Arbeitsprogramms verwirrend hineinklingen laßen. Zu alledem kommt noch eine letzte Forderung, Es foll die im heutigen Wirtfchaftsbetrieb mechanifierte und für den Einzelnen finnlos gewordene Arbeit wieder zu einer finnvollen geßaltet werden, die unter möglichfier Aufhebung der Arbeitsteilung den Arbeitenden feinem Produkt verbindet, fodaß aus der Verrichtung eines mechanifchen Handgriffs wieder fchaffende Tätigkeit wird. Tatfächlich liegt hier das Kernproblem unferer heutigen technifchen Kultur. Und die Frage fcheint mir für uns im Sinne des Hapoel hazair beantwortet, wenn wir nicht dem Dränge^ derjenigen nachgeben, die für die möglichß fchnelle Schaffung einer jüdifchen Majorität eintreten, fondern unbeirrt den Plan einer viel* leicht langfamen, aber vorwiegend ländlichen Siedlung verfolgen. Denn die Tedmik befiimmt nicht die Wirtfchaft, fondern die Wirtfchaft die Technik. Und ein bäuerliches, dezentralifiertes Gemeinwefen gibt die einzige Gewähr gegen die Einführung jener entf ßehenden Arbeitsformen, die heute bei uns mit der Höhe der technifchen Kultur den Tiefßand der feelifchen bedingen. Wenn ich zum Schluß noch bemerke, daß in den Auslaflungen des Hapoel hazair gelegentlich auch von dem Recht auf Arbeit die Rede iß, einer Forderung, der aber die Pflicht zur Arbeit und damit die Kontrolle durch eine ßraff zufämmengefaßte zentralifierte Gemein* fchaft notwendig entfprechen müßte, dürften wahrfcheinlich alle die Arbeitsbegriffe, die fich im Programm des Hapoel hazair finden, er^ wähnt worden fein. Ich weiß wohl, daß diefe Begriffe und die im Anfchluß daran aufgeßellten Forderungen nichts einander Widerfprechendes ent» halten, daß fie vielmehr aus derfelben feelifchen Grundfiimmung hervorgegangen find und dadurch im Zufammenhang mit einander

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