Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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24 KUPTER3E&G, \GRLINDLAGEN- UND AUSBLICKE Die Generation der, äfcerfcn Zionifien hatte allzufrüh gelernt, nicht in jüdifdier Gemeinfchaft hierzu will Gemeinfchaft überhaupt erlebt fein *-> aber doch unter und mit jüdifchen Menfchen jüdifch zu arbeiten. Die vorweggenommene dritte Stufe nationaljüdifcher Einßellung ergänzte! fie im Kriege,, als dem in foldatifchen Zwang eingefpannten jüdifchen Individualißen mählich das foziale ^rieben kam, durch das erße Stadium in der Entwicklung des einzelnen Zionißen zur Gemeinfchaft. Der Zionifi der letzten Jahrzehnte alfo hat heute Individualismus und ~* mit jenen Einfchränkungen, die das Galuthdafein über* haupt mit fich bringt . — Unproduktivität in Dingen jüdifcher Kultur . überwunden,« er kann in Gemeinfchaft leben und mit jüdifchen Jvienfdien arbeiten. Aber: kann er in jüdifcher Gemeinfchaft leben? Hat er die zweite Stufe feiner fozialen Einßellung durchlaufen? Hat er innerlich die Affimilation überwunden? Das Gemeinfchaftserleben, das ihm während des Krieges ward, entzündete fich an deutfdhen Kameraden. Glieder eines fremden Volkes wären es, der£n zwangsläufig zufammengefchweißter Block ihm, erß unwilligem Fremdkörper, fpäter — durch die Macht der Erlebnifle -rmitfchaffendem Rädchen, willigem Atom, zuerfi das Gefühl einer überperfönlichen Gemeinfchaft vermittelte. Und das heißt: Das Gemeinschaftsgefühl und *bewußtfein des älteren Zionißeri, das er Geh in den letzten Jahren errungen hat, iß notwendig mit ßörenden, fremdvölkifdhen Inhalten geladen,- es iß unjüdifch. Um dies andersnationale Energiemoment durch ein gleichßarkes Gegengewicht aufzuheben, wählten in unferen Tagen Verbindungen des Kartells infiinktiv oßjüdifche Arbeiterkreife, ganz befonders wenig affimilierte zioniftifche Gemeinfchaften, in welchen fie »Außenarbeit« leifien wollten und im Zufammen wirken mit denen fie eine Verdrängung der nichtjüdifchen Gemeinfchaftsinhalte durch jüdifche im Bewußtfein der einzelnen Mitglieder — zu Recht r~ erhoffen. Um in jüdifcher Gemeinfchaft leben zu lernen — da man Gemeinfchaft überhaupt erlebt hatte und in jüdifcher Gemeinfchaft arbeiten konnte —' verband man fich dem »Hapoel hazair«, dem »Volksheim«. Die Außenarbeit orientiert fich in den verfchiedenen Kartellverbindungen an der jedesmaligen Durchfchnittsßufe der zionißilchen Entwicklung. Auch die nadi außen gerichtete Tätigkeit der jüngß gegründeten oder in der Gründung begriffenen Korporationen vom Charakter des Hechawer, deren Mitglieder aus dem Blau*Weiß oder aus Jugendgemeinfchaften hervorgegangen find, die dem Blau*Weiß innerlich nahefiehen, muß alfo Formen annehmen, die der national* jüdifchen Einßellung der jungen fiudierenden Zionißen entfprechen. Und da die junge Generation des K.}. V. im Laufe ihrer natürlichen Entwicklung, wie fie oben verfolgt wurde, Individualismus und Affimilation überwand, nicht aber reßlos lernte, in jüdifcher Gemein* fdiaft zu wirken, sfo muß die Außenarbeit diefer jüngfien Bundes* hrüder fich auf Kreife erßrecken, die nicht einen fo unbedingt hervor*