Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelheiten 319 viel zu dringend gebrauchen, wollen die, die hinübergegangen find, ideell und materiell ftützen und wollen Ohren und Augen weit öffnen, um die Ströme nationalen Lebens, die dann hoffentlich von Palältina ausgehen, in uns wirken zu lalFen. Im übrigen find wir uns darüber klar, daß für die große Mehr* heit nichts weiter übrig bleibt, als in der Diafpora zu leben, daß man alfo keine Wünfche erzeugen darf, die fich nachher nicht erfüllen lalfen, Wir mülfen unfere Jugend in einem Sinn erziehen, daß jeder an dem Platze, wo er fteht, als Menfch und Jude Tüchtiges leiftet, fei es nun in Palältina, oder wie bei den meiften in der Diafpora. Daß Arfoloroffs Behauptung, das nationale Zentrum würde den völligen Verfall der Diafpora herbeiführen, durch die Tatfachen fich als richtig erweifen wird, glaube ich nicht, auf Grund der Erwägung, daß in Deutfchland das Entfliehen der zioniftifchen Bewegung und nationaljüdifchen Organifatiönen dem Weitergreifen der AlTimilation fehr er* heblich Einhalt geboten und trotz der recht geringen jüdifchen Werte, die der junge Zionismus uns zunäch/t bieten Konnte, zu einer Selbftbefinnung wei* ter Kreife geführt hat. Sollte Afloforoff wider alles Erwarten dennoch die zu** treffende Diagnofe geftellt haben, fo mülfen wir uns mit dem Bewußtfein ab* finden, daß von uns alles getan ilt, was irgend in unferen Kräften ftand. Diefes Bewußtfein uns zu erwerben, ilt unfre Aufgabe und unfre Pflicht gegenüber einem Volke, das um feiner Leiden wie um feiner Taten willen verdient, daß wir ihm mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele ergeben find. E. Coßn