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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 54

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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194 Rußafcßoff, Erftlinge der Entjudung die ich der Wahl eines folchen Einganges gegeben zu fehen wünfchte : ich habe heute manches Harte zu fagen, und nicht ich bitt es, der es fagt, ich habe die letzten Gründe eines trübfeligen Pflanzenlebens aufzudecken, und nicht ich bin es, der fie aufdeckt, ich habe von Schwäche und Geiftesarmut, von Lauigkeit und Lieblofigkeit 'zu erzählen, und ich wünfchte, daß ich von eben fo vielen Tugenden erzählen dürfte. Aber es iß der Gegenßand, der feine fpröde Härte geltend macht, und der, wo er den Ausdruck fucht, nur im fpröden Worte fich zu gefallen fcheint. Könnte ich diefem Gegenftande die Tür verfperren, daß er ein anderes Werk* zeug wählte, fich zu offenbaren! Lange habe ich es verfucht, gegen ihn angekämpft und ihm den Eintritt gewehrt, aber feine Qber^ macht hat endlich gefiegt, und will fich geltend machen. Doch ich bemerke ein größeres Staunen über diefe Deutung,, als felbft das Gedeutete veranlaflen konnte. Sind wir es, höre ich. fragen, s die Mitglieder diefes Vereins, auf welche die Worte herber Beschuldigung fich beziehen? Sind wir es, die mit aufopfernder Liebe einem gemeinfamen Zweck ergebenen, gegen welche die Laß fo ßarker Vorwürfe gefchleudert wird? Iß es der Lohn für 'fo un^ unterbrochene, unermüdete Anßrengung, daß uns ein verwundender Pfeil gleich an der Schwelle des künftigen Jahres empfängt? Und ich antworte ' nicht Sie find es, die ich meine. Wie viel auch zu; wünfchen übrig bleibt, daß getan werde, oder befler getan werde, als bisher, wie groß auch der Mangel an manchem Wefentlichen iß, der bei einem großen Teile der Mitglieder diefes Vereins verfpürt wird, wahrlich, ich würde mir ungerecht erfcheinen, wenn ich mit folchen Vorwürfen denfelben entgegentreten möchte. Und doch wäre es wohl ein bei weitem geringerer Schmerz, wenn der Unmut, der lieh entladen muß, nur innerhalb des Kreifes diefer Verfammlung fiele : hier würde felbfi er einer freundlichen Aufnahme, einer lobens^ werten Berücksichtigung gewiß fein : er würde hier nur zu kräftigerer Tat, zu lebendigerer Regfamkeit dienen. Die Verkehrtheit des Treibens, welche ich heute mit wenigen Zügen zu fchildern habe, und die vorfiellig zu machen, es nur diefer wenigen Züge bedarf, hat fich eine größere Breite zu ihrer Entwickelung gewählt. Der Boden, auf dem fie wurzelt, iß leider das Leben unferer Glaubens« genoflen überhauptich aber bin berechtigt, ich bin verpflichtet, da« von zu fprechen, weil auch wir unfere Wirkfamkeit, unfere ange« ßrengteße Tätigkeit der Bearbeitung diefes Bodens hingegeben haben, weil auch wir von feiner Befchaffenheit und Empfänglichkeit die erße Bedingung des Erfolges fo vielfacher Bemühungen und Be* ßrebungen erwarten! Schon oft habe ich an diefem Orte und bei diefer Gelegenheit von dem Gedanken des Vereins im Allgemeinen und von deffen befonderen Äußerungen gefprochen. Faß fcheint es unnötige Wieder-, holung, immer wieder auf dasfelbe zurückzukommen, und doch — wer könnte irgend mit einiger Zuverficht behaupten, daß wir ver^

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