Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 3 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
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186 JttmpeC Eine unbenutzte Waffe gegen den Raflenantifemitismus Länder Vorderafiens ins Tageslicht geförderten alten Kulturen in der ßhmählichßen Weife ad absurdum geführt worden. Wer die Spuren göttlicher Vorfehung in der Gefchfchte nicht mutwillig überfieht, der wird auch hierin keinen Zufall fehen können, wenn gerade in der Zeit, in welcher die meißen geißigen Führer der arilchen Nationen ficfi durch Autofuggeßionen beraufchen und in einer Selbßvergötterung die Alleinfeligmachung ihrer Raffe proklamieren, der Orient feinen Rachen auftut, die bewundernswerten Kulturdenkmäler der femitlfchen Urzeit ausfpeit und fo alle raffenantifemitifchen Pläne zunichte macht. Wer hätte es je zu ahnen gewagt, daß nicht alfein die arifdhen Völker des alten Orients, die Inder, Perfer und andere mehr, fondern daß auch das rubmvollße Volk der ganzen arifchen Raffe, das Griechentum nämlich, fich auf den meißen Gebieten der Wiffenfchaft und Kunß als von den .femitifdien Babyloniern abhängig erweifen wird? Und wahrlich nicht allein gut arifche Semitologen und Orientalißen, fondern auch die berufenden Vertreter des klaffifchen Altertums find es, die die Abhängigkeit der antiken arifchen Kultur von dem alten Semitismus als unab^ weisbare Tatfache verkünden. In der Tat haben die Refultate der orientalilchen Grabungen hinfichtlich der urfprünglidien Ueberlegenheit der femitifchen Raffe den Eingeweihten kaum überrafchen können. Sie haben vielmehr nur einer alten mit Gewalt niedergehaltenen Überzeugung zum Siege verhelfen. Die erße Bafis aller Kulturentwicklung iß zweifellos die Schrift, die mehr noch als die Sprache von der Entfaltungsmöglichkeit des menfehlichen Intellekts zeugt. Wenn nun die Griechen felbfi bezeugen, daß fie das femitifche Alphabet übernommen haben, müffen fie da in jenen primitiven Phafen nicht auch die fonfiigen Kulturelemente von den Semiten okkupiert haben? Die älteßen griechifchen Überlieferungen künden von dem orientalifchen Einfluß auf die gefamte Geißesentwicklung der hellenifchen Stämme. Die homerifchen Epen wiffen für die fchönßen KulturerzeugniiTe keine andere Bezugsquelle als die Sidonier, und was jene Traditionen uns berichten, haben die Ausgrabungen in Mykene, Tiryns und Kreta .aufs trefflichße beßätigt. Nicht nur die Griechen' haben von den mefopotamifchen Semiten das ganze Kulturfyfiem entlehnt, fondern auch alle alten Völker, foweit lie an der Zivilifation teilgenommen haben. Und ficherlich hätte die Geißesentfaltung des fo außerordentlich begabten griechifchen Volkes ungleich früher begonnen, wenn die griechifchen Kolonien Kleinafiens, die die Wiege der griechifchen Kultur dar^ ßellen, der femitifch^babylonifchen Sphäre näher gewefen wären. Tatfächlich hatten die dem babylonifch^affyrifchen Machtbereiche angrenzenden Länder des öfilichen und füdlichen Kleinafiens fchon im hohen Altertum eine unüberfehbare Fülle kulturellen Segens aufzuweifen — man denke nur an die Keilfchriftdenkmäler Ar-