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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 27

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Riefe, K. J. V. und Mifdiehe 167 K. I. V. UND MISCHEHE i*> Ein. paar Bemerkungen von der anderen Seite In diefer Sadhe ift fchon viel geredet und gefchrieben worden. Ich habe nicht die Abficht, diefe Diskuflion auch meinerfeits zu bereichern. Mir liegt vielmehr nur darah, der Gefahr vorzubeugen, mit dein PelzTchen Auffatz die Affäre in jenem gebieterifdhen Tone ausklingeri zu lalfen, der ihm anhaftet, und auf diefe Weife etwa die zweifellos irrige Meinung aufkommen zu lalfen, man fei nun allfeitig überzeugt und alles in fchönfter Ordnung. Es iß interelfant und für die Auffalfung des Meinungsftreites, der fich über das Thema K. J. V. und Mifchehe erhoben hat, von gewilfer Bedeutung, daß diefer Kampf und die Befchlülfe, die er im K. Z. V. im Gefolge gehabt, hatte, in beiden Kartellen auf gleiche Weife entftanden find: nämlich ad hoc, gelegentlich fpezieller Fälle. Die Rufer im Streite glauben indes, das Ärgfte für die Gefchloifenheit des Bundes, ja für feinen Beftand befürchten zu müflen, wenn man nicht ihre Grundfälze anerkenne und ihnen entfprechend handledabei bleibt nur dies merkwürdig, daß einmal im Statute beider Kartelle, das doch die Lebensnotwendigkeiten der Gemeinfchaft vorfieht, bisher nichts von diefen Geboten zu fitiden gewefen und zum anderen, daß ein beträchtlicher Teil der Bundesbrüder anders denkt und zu anderen Folgerungen rät. Es ift doch immerhin feltfam um die Allgemeingültigkeit und Überzeugungskraft einer Norm beßellt, wenn fie nicht allfeitig an* erkannt wird. Die Arglimente, die man zur Rechtfertigung für den Ausfchluß jener Bundesbrüder, die das Unglück hatten, fich einer Frau nicht rein^femitifcher Herkunft zu vermählen, angeführt hat und noch anführt, Jlchehien erfchöpft, da man kaum noch etwas Neues auf dem Gebiete lieft,- fte gruppieren fich teils um mehr theoretifche, teils um mehr praktifche Gefichtspunkte. Im Vorder* gründe fteht die Beweisführung auf ralfenanthropologifcher Grund* - läge, deren in letzten Dezennien gefunkenen Kredit man auch nicht dadurch hebt, daß man fie durch das fchönere und be~ ftechende Wort »nationale Ethik« aufzubelfern fucht.. Bei Pelz finde ich glüdklicherweife nur wenig anthropologifche Bedenken gegen die Mifchehe. Er ift zu einfichtig, um uns die irreführende Phrafe von der bedrohten Ralfereinheit der Gemeinfchaft aufzutifchen, er ftreift diefes fchlüpfrige Gebiet nur. Er weiß eben, wie fragwürdig *> Dies Heft war bereits fertiggeftellt, als wir die Nachricht erhielten, daß unfer Bundesbruder Artur Pelz, gegen deflen Auffaflung fich die folgenden Zeilen richten, gefallen fei. Wenn wir das Heft trotzdem mit dem vorgehenden Auffatz erfcheinen laßen, gefchieht es in der Überzeugung, daß die Veröffentlichung •einer rein fachlichen Auseinanderfetzung, felbft fo unmittelbar nach dem Unglücksfall, dem teuren Andenken des Verltorbenen keinen Abbruch tut. Die Redaktion

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