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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 25

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Pinner, Das Programm der Zurückbleibenden 165 kämpft), fondern ift einzig die nationale Gemeinfchaft, ihre Exiftenz und ihre Förderung, Auch wirtfchaftliche Förderung da, wo fie nottut,• aber nur dort. Der Inhalt der nationalea Gemeinfdiaft ift ausfdiließlidi ein innerlicher, verfdiieden für jeden Menfdien nadi der Stärke feines Lebens** gefühls, für den einen ein Gefühl der Behaglichkeit und Geborgen* heit, für den andern eine Angelegenheit des Geiftes. In diefem Sinne einzig ift es zu verßehen, wenn die Nationalifierung der deutfchen Juden gefordert wird. Sie ift möglich, auch wenn eine Organifierung der deutfdien Juden, nach wirtfthaftlidien Gefichts* punkten undenkbar ift. Sie ift möglich und nötig, um den in Deutfchfand verfprengten Juden die geiftige Heimat wiederzugeben, die innerliche Kraft, die aus dem Zufammenwurzeln entfpringt. Und obwohl die dann fdion exiftierende Siedlung in Paläftina uns hierin mächtig unterftützen wird, ift diefe Arbeit doch nicht fo ganz einfach. Es gilt, die deutfchen Juden dazu zu veranlaflen, mit alten, liebge* wordenen Gedankengängen zu brechen. Wir verlangen von ihnen nicht gar fo wenig : wir wollen fie geiftig umpflanzen, alfo doch zuerft einmal entwurzeln. Wir verlangen von Menfchen, die bisher behaglich dahingelebt hatten, eine neue Ichwierige Orientierung, eine ftarke geiftige Aktivität. Diefe deutfchen Juden heute find ja fähig, einem jüdifchen Paläftina freundlich und »objektiv« zuzufdiauen. Es gilt, fie aufzurütteln, damit fie erkennen, daß ihre eigene Sache heute entfchieden wird, ihnen das Bewußtfein der Pflicht zu gebefi, nidit bloß jüdifch zu fein, fondern als Juden zu leben. So ift unfere Aufgäbe letzten Endes nichts geringeres als eine geiftige Revolutionierung. Es ift ein Spezialgebiet der großen zioniftifchen Arbeit. Aber das ift nicht anders möglich und fchadet nichts, wenn nur überall jeder Mann an feinem Platz feine Pflicht tut. Bedeutet es nicht aber eine Ifolierung? O nein, ganz im Gegenteil: Es ift nämlich noch nichts getan mit dem mehr oder weniger pathetifchen Bekenntnis zur Nation. Nationaleren heißt für den einzelnen Menfchen, ihn national zu erfüllen, ihn in die nationale Gemeinfchaft zu verwurzeln. Nationalifieren, auf das deutfche Judentum angewendet, heißt, es einftellen in den Kreis des Gefamtjudentums. Und hier zeigt lieh auch, wie fehr die nach außen gerichtete politifche und die perfönliche kulturelle Arbeit Hand in Hand gehen. Wenn wir nämlich uns berufen fühlen, das deutfche Judentum zu nationalifieren, es alfo aus feiner Ifoliertheit hinauszuführen, um den innerlichen Kontakt zwifchen ihm und dem Gefamtjudentum wieder^ herzuftellen, es der geiftigen Gemeinfchaft des Gefamtjudentums zurüd<zugeben, fo müflen wir, wenn wir nicht elend Schiffbruch leiden wollen, zu allererft felbft, ein jeder in fich, den Kontakt wiederhergeftellt haben. Wollen wir Führer fein, fo müflen wir den Weg kennen. Wir find in diefer Beziehung noch nicht fehr weit» Eine Gemeinfchaft ift zum Beifpiel undenkbar ohne gemein* fame "Sprache. Zum Hebräifchen haben wir uns ja nun Tangfam

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