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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 3

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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GEGENWARTSÄRBElY IN DER DIASPORA Ein Überblick Die Frage, ob und inwieweit der Zionismus Galutharbeit im kulturellen und politifchen Sinne leilten folle, bildet das Thema der drei erften Auffätze diefes Heftes. Die Verfafler beantworten Tie in verfdiiedenem Sinn. Im erften berichtet Löwenftein über die in jüngfter Zeit tat* fächlich geleiftete Arbeit. Diefer Bericht zeigt, daß die Frage durch die natürliche Entwicklung der Ereignifle in anderem Sinne gelölt wird, als es ArloforofF in feinem Auffatz »Nationale Autonomie und Zidnismus« will. Die Galutharbeit ift zum immanenten Be* ftandteil des Zionismus geworden. Die Befürchtung, fie könne den Zionismus von feinem wahren Ziele ablenken, befteht heute nicht mehr. Paläftina ift, nicht zum wenigften auch durch die geiftigen und materiellen Wirkungen des Krieges, jetzt mehr denn Je der ruhende Pol, nach dem jegliche zioniftifche Arbeit orientiert ift. Von diefer Orientierung wird der Zionismus nie wieder abweichen können. Mit um fo größerem Selbftvertrauen darf er den Komplex jüdifcher Gegenwartsprobleme in den Kreis feiner Arbeit ein* beziehen, den wir unter dem Begriff Galutharbeit zufammenfaflen. Bewahrung und Stärkung des jüdifchen Volkstums, die wir uns davon verfprechen, wird letzten Endes wieder unferem zukünftigen Paläftina zugute kommen. Der Auffatz von Arloforoff behält nichtsdeftoweniger feinen Wert, indem er, alle Gegenargumente fachlich zusammenfallend, uns jedenfalls vor der Überfchätzung deflen warnt, was wir im Galuth zu erreichen vermögen. D. Red* Das Problem der Galutharbeit ift nadi langen Kämpfen in der zionißifchen Theorie entfchieden. Über das Paläftinaziel hinaus, das freilich feinen zentralen Charakter nicht verliert, fondern im Gegenteil immer tiefer erkannt und immer inniger erfehnt wird, ift die zioniftifche Organifation dazu übergegangen, alle Probleme des jüdifchen öffentlichen Lebens in den Kreis ihrer Begebungen einzubegreifen. Den Juden der Diaspora das erreichbare Höchftmaß günftiger Lebensbedingungen zu verfchaffen, wird fo lange ein Ziel zioniftifcher Politik bleiben mülfen, als auch bei günftigßer Ent* Wicklung der paläftinenfifchen Siedlungsverhältnilfe das Fortbeftehen eitler ftarken Diaspora außer allem Zweifel fteht,

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