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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 4

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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72 Rofenßerg, Aus unferen Anfangsjahren bewegung, auch keine liberale, orthodoxe oder gar, wie fie in fell> famem Widerfpruch zum Wefen der Jugend lieh nennt, neutrale Jugendbewegung, die ja erß als Reaktion auf die zioniftifdie Jugendbewegung entßanden find. Aber die Elemente aller diefer Bewegungen waren im V. J. St. vorhanden und rangen um die geißige Herrfchaft. In diefer Zeit der werdenden national-jüdifchen Bewegung in Deutfdiland gründeten wir die freie Verbindung Hasrnonaea, die natürlich fofort in einem tiefen Gegenfatz zu allen beliebenden jüdifchen Studentenorganifationen fich befand, weil fie in Form und Inhalt der Entwicklung in Deutfdiland vorausgeeilt war. Das lag nun nicht etwa an der befonderen Genialität der Grjünder, fondern daran, daß <lie Hasrnonaea eigentlich nur eine aus Österreich hierher verpflanzte Verbindung war, die eben dem Stande der öfterreidiifdien zionißifchen Studentenverbindungen em> fprach, die damals unter den Augen Herzls und unter feiner perfönlfchein, liebevollen Anteilnahme ihre Blütezeit erlebten. * E)a der Zufall mich dazu auserfehen hatte, der Überträger diefer Ideen nach Deutfdiland zu werden, känn ich nicht von diefer Zeit berichten, ohne perfönliche Erinnerungen mitzuteilen. Ich hatte als Schüler und fpäter in meinen erfien beiden Semeltern als .Student das Glück> in diefe erße Welle heißer zionifiifcher Begeifierung zu geraten. Ein Zufall — eine gewonnene Wette mit einem Schulkollegen hatte mir damals eine eben er^ fchienene Schrift in die Hände gefpielt, die der Geber, ohne Tie zu lefeh, nur nach dem Titel, als eine humorifiifche ausgewählt hätte und die ich auch als folche in Empfang nahm. Die Wirkung war nicht die von uns beiden erwartete, denn diefes Schriftchen war der Judmstaat von Dr. Theodor Hetzt Wenn ich heute manchmal die Klage unferer Gegner über unfere zu zielbewußte Methode, die Jugend für uns zu gewinnen, höre, fo iß mir diefes Erlebnis der Beweis dafür, daß es nicht auf die Methode ankommt, fonderri. an dem Inhalt der nahe gebrachten Idee liegt, wenn wir eine fo tiefe Wirkung auf die Jugend ausüben. Denn ikaum eines meiner innerer? Erlebnifle reicht an die Wirkung heran, die die gewiß nicht zielbewußt vorbereitete Lektüre diefer Schrift in mir äuslöfie. Kurze Zeit darnach lernte ich* auch den erßen Zionißen kennen, meinen Studenten mit einem fchwarz^weiß^grünem Band über der Bruß/ im Nebenamt lyrifcher Dichter und Mitarbeiter der »Fliegenden Blätter«, für die er Gedichte über Prinzeflinhen .und Königsföhne fchrieb. Sein Name war Berthöld Feiwel. Bei einem nächtlichen Spaziergang führte er: mich in/ das Wefen der unterdelfen ent* ftandenen Bewegung ein und gab mir den erßeh und dauernden Eindruck, den ich von zionißifeften Studenten erhalten habe. Seit jeiietn Abend gehörte ich der zioniftifchen Bewegung an. : In dner zioriifiifchen Sd^üferverbindung, die in der/Wohnung Verität in Brünn ihr# Diskussionen abhielt* unter der kritifehen

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