Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Rußafcßoff, Erftlitige weg hinter uns liegt, und wir als rüstige Arbeiter zur Arbeit ge* schritten sind, möchte ich dasselbe zurufen, und wo ich einen zu früh Ruhenden schaue, da möchte ihm sagen : es ift noch nicht an der Zeit der Ruhe zu pflegen, und ich möchte ihm die Arbeit zeigen^ so noch unvollendet liegt, und seinen Anteil, so er noch zu bauen hätte, und ich möchte ihm einen beftändigen Spiegel vorhalten, wie es unrühmlich sei, vom Angefangenen abzuftehen und das Notwendige zu unterlaffen. Meine Herren und edlen Freunde. In unserm, einem edlen Zweck geweihten Kreise, wo nur das Heilige und Lautere Platz faflen darf, haben wir uns vor allem sorgsam zu hüten, daß kränke liehe Launigkeit, übles Mißwollen und grillenhafte Laune — diese inneren tödlichen Feinde jedes belferen Strebens — in keinem von uns Raum finden, LalTen Sie die Reinheit des Gedankens, - die jede sittliche Verbrüderung, am nächften der Staat, vorftellt, auch in jedes Einzelnen Gemüt einheimisch werden. Keine Feuersäule gibt es jetzt mehr in Israel bei Nacht, aber. Wolken in Menge bei Tage. Zerftreuen Sie diese Wolken. In einem Zeitalter, wo Erschlaffung über das Geschlecht hereingebrochen, wo kein Streben für Höheres mehr denkbar war, hat häufig die verirrte Kraft vergangener Zeiten, dafern nur eine solche sichtbar war, poetische Gemüter angesprochen. So hat man die Kreuzfahrer vergöttert und die erften Folgen des Mohamed ,• denn sie haben ja Opfer für eine Idee' gebracht, was keiner dieser Vergötterer begreifen konnte. Wir haben das belfere Teil erwählt,- wir huldigen dem reinßen und höchften Gedanken, ohne die Mittel, die ihn entehren. Auf denn Alle, die Ihr des edleren Geiftes seidauf, die die hundertfache Feflel und ihre Einschnitte nicht zu Gefeflelten madien konnte ,• aufr die Ihr Wiflenschaft und Liebe zu den Seinen und Wohlwollen über alles setzet ,• auf, und schließet Euch an diesem edlen Vereine, und ich sehe in der feften Verbrüderung solcher Guten die meflianische Zeit herangebrochen, von der die Propheten sprechen, und die nur des Geschlechtes jederzeitige Verderbtheit zur Fabel gemacht.