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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 26

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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24 Sternßerg, Die Einwanderung der Juden nadh Palältina fondern die jungen, produktiven Schichten. Für die Weiterem*- Wicklung des Landes ift das natürlich von großer Bedeutung. Wenn wir einmal von der Einwanderung aus Afien und Afrika abfehen <auch fie ift in letzter Zeit — wir denken insbefondere an die Juden aus Jemen — immer mehr aus produktiven Elementen zufammengefetzt), fo überwogen im erften Jahrzehnt 1880—1890 noch die auf Chalukah*Spenden angewiefenen Einwanderer. Sie machten bis zu Beginn des Jahrhunderts noch ein reichliches Drittel aus und im Jahrzehnt bis 1910 nur noch 2/t der gefamten jüdifthen Einwanderer ein unleugbarer Fortfehritt, der dem Lande natürlich zu gute kommen muß. Noch ein anderer Umftand verbelfert das Zahlenverhältnis, der produktiven Elemente zu dem der abhängigen in der jüdifchen Bevölkerung. Man iß — allerdings erft in der letzten Zeit —- beftrebt gewefen, die Chalukah zu reformieren und ihre Empfänger wirtfehaftlich möglich!?: unabhängig zu machen. So ift der Bezalel, die jüdifihe Kunßgewerbeanftalt in Jerufalem, entftanden, die vor dem Kriege 436 Arbeitern lohnende Befchäftigung gab. So ift auf Veranlaflung von Davis Trietfch die Spitzeninduftrie weiter ausgebildet worden, die weit über 200 Mädchen und Frauen. Arbeit gab. So wurde von orthodoxen Kreifen die Handwerker* fchule Beth*Melfihat gegründet, deren Tendenz es ift, denjenigen Kindern) von denen keine allzugroße biblifche Gelehrfamkeit in Zukunft zu erwarten ift, eine gute, handwerksmäßige Ausbildung zu geben und fie durch diefe für den Kampf ums Dafein zu ftäfken. Die Erfolge find noch nicht allzu bedeutend, aber fie ermutigen durchaus zur Weiterarbeit und wir glauben, daß die Zeit nicht fern ift, in der die gefamte jüdifche Bevölkerung Paläftinas am wirtfehaftlichen Leben tatkräftigen Anteil nimmt. Die zunehmende: Indußrialifierung wird diefe Entwicklung nur begünftigen. Wie werden fich nun die Verhältnifle nach dem Kriege gestalten? Wird die Einwanderung der Juden fteigen, wird fie ßabil bleiben oder wird der vorausfichtlich eintretende ökonomilche Auf* fchwung der rufiilchen Juden die Zahl der Einwanderer noch ver* ringern? Diefer Fragenkomplex, der für die praktifchen Möglich* keiten des Zionismus von entfeheidender Bedeutung ift, ift bisher in der Literatur nur gelegentlich geftreift worden. Wir wollen hier nur in großen Strichen zu diefen Dingen Stellung nehmen, da insbefondere manche Faktoren, deren Wichtigkeit man kaum überfchätzen kann — wie die politifche Lage — fich nicht mit wiflenfehaftlicher Genauigkeit feftftellen lalfen. Die politifche Kon* ftellation hat fich im Laufe des Krieges durchaus gewandelt: Der Zionismus, vor dem Kriege im Weften und Amerika ein kleines Häuflein, im Often durch den Zarismus ftark unterdrückt, ift die jüdifche Partei geworden, die man nicht mehr übergehen kann. Die Ententemächte haben fich durchaus für ihn eingefetzt, nicht anders das internationaUfozialiftifche Komitee, Öfterreich fteht, wie

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