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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 5

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Geleitwort 3 gegen den Nächftftehenden und ihrer empörenden Gleichgiltigkeit gegen die Gefamtheit. Aus diefem Milieu galt es, die jungen und noch bildungsfähigen Menfchen zu reißen, ehe fie Beruf und Alltag zermürbt / ehe die Kraft verfagt und die Glut erkaltet folange fie nodi fähig find, ein Ja zu fagen, ohne ein Aber daran zu hängen. Aus ihnen galt es, durch die Kraft der Idee und einen neuen Freundeskreis Menfchen zu machen, die aus dem Bewußt* fein ihres Judentums die Verantwortung gegen ihre Gemeinfdiaft herleiten, die bei aller Geiftigkeit grade, aufrecht und voll körper* lieber Frifdie find, mit Liebe zur Natur und der Fähigkeit des Schauens. Und die bei alledem niebt einen Augenblick ins attti* femitifche Lager hinüberzwinkern, zu zeigen, daß wir das auch können. Ein Typ, der autoebthon aus dem Drang.nach Erneuerung des Judentums erwächft und auf Anerkennung wie Gegnerfdbaft pfeift. Aus folcher Stimmung entftand unfer Kartell. Aus fölcher Stimmung ftiegen nach und neben uns in immer fteigender Be* deutung die Bünde der jüdifchen Turner, Ruderer und vor allem Wanderer auf. Es ift hier kein Raum, noch all die Fülle der Gruppen und Grüppchen aufzuführen, die alle zu unferer Jugend^ bewegung gehören und die alle das eine Ziel der Vorbereitung auf Paläftina durch Heranbildung eines neuen jüdifchen Gefdilechts im Auge haben. Und wie das Bekenntnis zum Nationalismus fofort zur Tat führte, fo mußte aus ihm auch fofort die Frage nach feinen Inhalten entftehen. Worauf war denn all diefes Tun gegründet? Doch nur auf die Stimme des Blutes, die die Befonderheit einer Wefensart und damit alle Qual und Wonne des Judefeins kündete. Und wenn dies wirklich eine autochthone Bewegung war, wenn fie fich von jeder andern jüdifchen Jugendbewegung, die äußerlich im gleichen Sinne arbeitete, dadurch unterfchied, daß fie aus fich felbft, aus ihrer jüdifchen Empfindung dazu getrieben wurde und nicht von außen her, nicht durch die Meinung anderer — dann hieß es auch, die Frage nach fich felbft ftellen und von der Stärke des Gefühls Ge^ tragenes in die Klarheit des Bewußtfeins heben. So wenig wie bei bloßer Gefinnung ohne Tat ließ fich bei verfchwommenen Ge* fühlen verweilen ohne den Drang, aus Vergangenheit und Gegenwart unferes Volkes die Geftalt des Juden herauszuarbeiten, feinem Genius wieder nahe zu fein und hierdurch erft das wahrhaft ent* fcheidende Erlebnis zu gewinnen. Es galt, aus Verdächtigungen, Verßhleierungen, Apologetik und Fälfchung das Bild zu holen und feit zu umreißen, das uns zeigt, wer wir find und woher wir kommen. Und nun kann es wohl nicht anders fein, als daß da viel Grübeln über die eigne Art iß, und daß viel Schiefes, viel Übertreibung und viel Phantaßilches zu Tage gefördert wird. Zugegeben ferner, daß aus Reaktion gegen die bisherige Vertufihung auch an falfcher Stelle der Jude geflieht und gerunden wurde. Was Ichadet das? Seht um Euch, was bei andern erwachenden

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