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Jüdische Schulzeitung · 1938-04-01 · 4 (1.4.1938) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
4 (1.4.1938)
Date
1938-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Schillzeitung Nummer 4, Jüdische Wirklichkeit heute. Eine Schriftenreihe. Vortrupp, Jüdischer Buchverlag, Berlin 1938. Einzelheit 90 Pfg., in Subskription 7 5 Pfg. Heft 1: Hans Joachim S c h o e p s, Z u r i ü - dischreligiösen Gegenwartslage. Heft 2: Günther Friedländer, Jüdische Jugend zwischen gfistemundmorgen. Schoeps untersucht die religiöse Lage innerhalb der Judenheit, soweit sie von modernem Denken angerührt worden ist. Der Mensch unserer Zeit, so meint der Autor, leugnet Rieht mehr das Dasein Gottes; er stellt garnicht erst die Frage nach dessen Existenz und entzieht sich damit jeder Auseinandersetzung. Der moderne Jude hat keine Beziehungen mehr zu den konstitutiven Elementen seiner Geschichte. Ums Jahr 70 fanden jüdische Männer einen Weg, die Geschichte ohne Bruch in einer fiktiven Welt fortzusetzen (Halacha). Das Zeitalter der Emanzipation trug diese Möglichkeit nicht mehr mit sich. Da die Erinnerung an den Ursprung und an den Auftrag Israels rasch verschwand, stellte sich sinnvoll die Frage nach der Notwendigkeit, den Volksleib unsäglichen Leiden ohne Ende auszusetzen, ihn also zu erhalten. Heute läßt sich der theologische Satz von Auftrag und Abfall des Volkes zwar nicht schlüssig beweisen, aber doch seine Richtigkeit demonstrieren. Das ist dereinzige Weg zu einer religiösen Haltung, wobei freilich lediglich die Aufsichnahme ethischer Verpflichtungen, aber noch nicht der strengen halachischen Lebensordnung sichergestellt wird. Was bleibt zu tun? Man lasse die Institutionen jüdischer Religiosität unberührt und entscheide sich individuell für das Maß dessen, was getan werden kann. Es geht hier Schoeps ähnlich so wie es vielen Suchern ergeht: er durchleuchtet scharfsinnig die Motive, die zu der religiösen Krise hingeführt haben, um dann aber mitten in-der Erörterung der Frage, was heute zu tun sei, stecken zu bleiben: „Ihr laßt den Armen schuldig werden, dann überlaßt ihr ihn der Pein." Friedländer entwirft ein trübes Bild der Lage unserer jüdischen Jugend. Sie sei zu einem Leben in der Raumlosigkeit verurteilt. Das Elternhaus bilde nicht mehr den Bezirk, in dem . jüdische Kinder die Werte von Bindung, Tradition und Kultur aufnähmen. Die Schule vermittele keine Bildung, die heute noch als Wert anerkannt werde. Ueberhaupt sei das Gefühl für den Sinn und den Wert der Bildung verdrängt worden von der Sorge um den Beruf. Bünde und andere Organisationen besäßen nicht mehr die Macht, junge Menschen in ihren Bann zu ziehen. Dagegen seien es die Vergnügungsstätten, die mit ihren wertarmen Genüssen der Jugend die Zeit totschlagen helfen. Auch die Synagoge und die übrigen Gemeinde-Einrichtungen verlören rasch ihre Anziehungskraft. Der Autor vermag keine Wege zur Besserung der Lage aufzuzeigen; er meint, schon die Erkenntnis der Situation sei wichtig, weil in ihr der Keim zu einer Hoffnung vorhanden sei. Man wird bei der Lektüre der Schrift ^n Jaspers Buch „Die geistige Situation der Zeit" erinnert und legt sie weg mit dem Empfinden, der Autor habe denn doch zu" schwarz gezeichnet,. und es sehe nicht gar so trostlos mit unserer Jugend aus. Es sollte auch bedacht werden, daß derartige Zeitanalysen auf die Alten und noch mehr auf die Jungen niederdrückend wirken müssen, und daß ihr Wert fragwürdiger Natur ist. Siegfried Braun. Ueber Wandlungen in der Bibelwissenschaft berichtet das neue Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. An der Hand zweier-Erscheinungen zeigt F. Urbach, daß sich hier ein ähnlicher Wandel vollzieht, wie er sich auf dem Gebiet der klassischen Altertumswissenschaft bereits durchgesetzt hat: ein Uebergang zu weit größerer Behutsamkeit, in der Kritik an der Ueberlieferung, sowohl hinsichtlich der Datierung der Urkunde wie bzgl. der Textkritik. Diesen Nachweis ergänzt Max Grünewald durch die Besprechung der Behandlung einer Tagung von Alttestamentlern, welche den Wert unserer Bibel auch für den nicht jüdischen Menschen gebührend hervorhebt. Sehr gediegene Aufsätze zur Bibelerklärung und zur Geschichte der jüdischen Bibelforschung fügen sich in diesen Rahmen ein. Selbstverständlich behält aber die MGWJ., welche nunmehr in ihren 82. Jahrgang eingetreten ist, die gesamte Weite der jüdisch-wissenschaftliehen Forschung im Auge und gibt Gelehrten und Ferner- ' stehenden Gelegenheit, sich über ihre Fortschritte zu orientieren. ' . Die 2. Auflage der Jüd. Lesebogen ist erschienen! Vergessen Sie nicht! "USI Ihre Bestellung auf die vom Jüdischen Lehrerverband in~ Preußen, Ortsgruppe Berlin, herausgegebenen Füllen Sie daher noch heute den untenstehenden Bestellschein aus, der als Drucksache in einem Briefumschlag an uns einzuschicken ist. Verlag der Jüdischen Schulzeitung Ludwigsiiafen am Rhein, Scfiulstrafle 14 Wir bestellen zur sofortigen Lieferung: .......Stück Lesebogen Nr. 1 ab. 4. Schuljahr Stöckpreis 25 Pfg.=^... ....... „ „ Nr. 2 Mittelstufe 4 u. 3 „ 25 „ „ ... Nr. 3 Oberstufe Kl. 3 u. 2 „ 25 „ „ ... Nr. 4 Oberstufe Kl. lu. 2 „ 25 „ „ ... Nr. 5 Oberstufe KU u. 9. Schuljahr 25. „ „ ... insgesamt SRM, Diesen Betrag überwiesen wir Ihnen auf das Postscheckkonto Israelitisches Gemeindeblatt, Karlsruhe/Bd. Nr. 80051. Die Lieferung der Bogen hat an folgende Adresse zu erfolgen: Bitte deutlich schreiben. JL Rablnowilz Karlsruhe i. B. Jüdischer Buchvertrieb Kriegssir. 132/Tel.2169 Großes Lager in jud. Büchern u. 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