Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (1.1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 J ü d i s c h e. S c h u 1 % e i t un g Nummer 1 fall, und erst recht kommt die neuzeitliche Wendung zum Ausdruck in den Zwiegesprächen zwischen Franz Rosenzweig und Eugen Rosenstock einerseits und Martin Buber und Karl Ludwig Schmidt andrerseits, im Mittelalter waren es reine Monologe, in denen es nur darauf ankam, die eigene Religion zu rechtfertigen und den Wahrheitsanspruch der anderen grundsätzlich abzulehnen. Undenkbar und absurd wäre es gewesen, <ten anderen auch nur einen noch so geringen Anteil an der allgemeinen Wahrheit zuzugestehen. Darüber dürfen wir uns nicht täuschen, auch wenn wir gelegentlich bei Jehuda HaJevi und Maimomdes Stellen finden, die die weltgeschichtliche Bedeutung des Christentums bejahen. Wirkliche Dialoge, wo aus dem Gegner ein Partner geworden ist, wo man erkannt hat, daß es neben dem Sehen und Wissen des Fremdphänomens vom eigenen Glaubensstandpunkt her auch ein Sehen und Wissen von innen, von dem anderen her gibt, kennt nur das 20. Jahrhundert. Dieses erst hat uns diese Weite des Blickes und der Erkenntnis, die uns Heutigen wieder verloren zu gehen droht, gebracht. Aber der Verfasser begnügt sich nicht mit der Feststellung dieses Fortschritts gegenüber dem Mittelalter, den er keineswegs als Dogmenabbau bezeichnet wissen will, weil ja der Sprecher in eigener Person Zeugnis ablegt für die Glaubenslehren seiner Religion; er behandelt auch Fragen, welche die vergleichende Religionsgeschichte, besonders die Vergleichung von Judentum und Christentum nahelegt, wie das Absolute in der Religionsgeschichte, die jüdische und christliche Wirklichkeit, die Wesensungleichheit zwischen Judentum und Christentum und die Eschatologie in beiden Religionen. Für seine Einstellung ist bezeichnend, wie er das logisch unlösbare Problem nach dem Absoluten in der Religionsgeschichte beantwortet, daß für ihn als Juden „im Tenach ausschließlich und allein Gottes Wort zu hören ist und die Offenbarung Gottes an Israel keiner, Ergänzung, UeberhÖhung oder Vollendung mehr bedarf." Nicht minder muß man ihm auch zustimmen, daß bei Vergleichung zwischen Judentum und Christentum in erster Reihe auf den Ursprung und das Wesensgeheimnis beider Religionen zurückgegangen werden muß und von hier aus erst die Vorstellungen über Gott, Mensch und Sünde richtig verstanden werden können. Ueber das Wesen der Ethik der Lehre Jesu z. B. ist noch nichts gesagt, wenn man die Parallelen zu ihr aus dem rabbinischen Schrifttum zusammenstellt Ein tiefgehendes Verständnis für das Wesen des Religiösen, dessen Eigenart vielfach verkannt wird, zeichnet diese Schrift aus, die zugleich eine große Vertrautheit auf dem Gebiete der allgemeinen wie der jüdischen Religionsphilosophie zeigt. Dadurch hat auch der Gegenstand, der in ihr behandelt wird, vom theologischen und dogmatischen Gesichtspunkt seine Grundlegung erfahren. Rabbiner Dr. Caro-Köln. Rudolf JVtelitz: Das ist unser Weg. (Junge Juden schildern Umschichtung und Hachscharah; nach Berichten zusammengestellt. Mit Zeichnungen von Ernst Isaacson.) Berlin, 1937. Joachim Goldstein Verlag. Kart. 1.90 RJVL Unsere Kleingemeinden gehen rapid ihrer Auflösung entgegen, in etwas langsamerem Tempo — aber trotzdem auch sie unaufhaltsam — folgen die größeren ihnen nach. Was wird aus der Judenheit, die heute noch in Deutschland lebt? fragen kleinmütig denkende Menschen. Doch „Neues Leben blüht aus den Ruinen". Die vorliegende Sammlung von Berichten junger jüdischer Menschen, die einen neuen Weg gehen, zeigt die Art ihrer Umschichtung und die Hachscharah. Sie schildern . die landwirtschaftliche Umschichtung, die handwerkliche Vorbereitung, die hauswirtschaftliche Schulung, die Seefahrthachscharah. Sie gehen nicht etwa in schönfärberischer Weise über die Schwierigkeiten der Hachscharah hinweg, sondern zeigen sie mit aller Deutlichkeit, zeigen aber auch, wie harte Lebensnotwendigkeit, wenn sie mit wahrem Idealismus verbunden ist, jedes noch so große Hindernis überwindet. Vori den einzelnen „Vorbereitungsanstalten", wie ich sie einmal nennen möchte, nehmen die Berichte aus Groß-Breesen einen besonders großen Raum ein. Von "größtem Interesse für mich war bei der Lektüre, daß neben der so überaus großen körperlichen Anstrengung der jungen Menschen auch die geistige Betätigung nicht rastet, so insbesondre das Studium der Spra^ chen. Aber auch die Bibel ist noch ein viel gelesenes Buch* und diese Jugend feiert auch den Sabbat, feiert ihn bestimmt' mehr und inniger als in vergangenen Tagen, denn sie hat den Segen des allwöchentlichen Ruhetages wieder kennen gelernt. Gebt das Büchlein unserer Jugend in die Hände!" M. Steinhardt. Dissertationen in jeder AusfüQrung liefert IQnen prompt und preiswert der Verlag des Blattes. Bitte ziehen Sie uns mit in Konkurrenz, damit wir I£nen unsere CeistungsfäQigkeit beweisen können. ^ucftefru efterei öeöräider Jleufrauer JEudLntigsnafen am (Rtkein gegr.1893, Fernspr. Ö2310, Ö2318, 62319 Die 2. Auflage der Jud. Lesebogen ist erschienen L 2Bgp-" Vergessen Sie nicht! ~WttL Ihre Bestellung auf die vom Jüdischen Lehrerverbänd in Preußen, Ortsgruppe Berlin, herausgegebenen Füllen Sie daher noch heute den untenstehenden Bestellschein aus, der als Drucksache in einem Briefumschlag an uns einzuschicken ist. Verlag der Jüdischen Schulzeitung Ludwigshafen am Rhein, SchulstraBe 14 Wir bestellen zur sofortigen Lieferung: .......Stück Lesellogen Nr. 1 ah 4. Schuljahr Stückpreis 25 Pfg.=^.............. Nr. 2 Mittelstufe 4 u. 3 „ ' 25 „ „ ..................... Nr. 3 Oberstufe Kl. 3 u. 2 „. 25 „ „ .................... Nr. 4 Oberstufe KI.1 u.2 „ 25 „ „.............. ....... „ „ Nr. 5 Oberstufe KI.1 u. 9; Schuljahr 25 „ » .................... insgesamt &4C ■ s Diesen Betrag Uberwiesen wir Ihnen auf das Postscheckkonto israelitisches Gemeindeblatt, Karlsruhe/Bd. Nr. 80051. Die Lieferung der Bogen/iat an folgende Adresse zu erfolgen: Bitte deutlich schreiben. Zwischen tfcfkule und (fteruf 168 £i&mungsvrufun£ Psychofechnisches Laboratorium Kuhn Berlin W 50, Ansbacher Straße 1 — Telefon Nr.--'41731 Verantwortlich für den redakf. Teil: Dr. Siegfried Braun, Köln-Sülz, Unkelerstraße »7. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 4.Vj. 687 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.