Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 12 (1.12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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zeitung jf??flS .?»"'-«•-:~- Monatssdirift für Erziehung, Unterricht und Schulpolitik Organ des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine * (Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin C 25, Kaiserstraße 29) i;Die „Jüdische Schulzeitung" erscheint am i . eines jeden Monats. iRostbezugspreis: 0.75 pro Quartal. Mannheim, den i. Dezember 1937 - Druck und Verlag: Gebrüder Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Redakteur: Dr.Siegfried Braun K ö 1 n-S ü 1 z, Unkelerstraße 17 7? Das jüdische Buch iy' S. B. Die Schule steht in einem besonders .innigen Verhältnis : zum Buch. Es geleitet. Lehrende und Lernende ins f|jgeich des Wissens und Klönnens, aber zugleich auch in die r^Gefilde der holden Kunst. Kein Druckwerk geht durch die Hand if der . in der Schule tätigen Menschen, dem es nicht zu eigen ^l^äre, daß es irgendwie belehrte und erbaute, dieses Wort in ^seinem, tiefsten Sinn genommen. So dürfen hohe Anforderungen* an den Inhalt und an^d^ Gewand des Buches gestellt, ^werden. Nur wenn strenge Gewissenhaftigkeit in der Darstellung des Sachlichen gewaltet hat, und der Dienst am Wort in ■peinlicher Sorgfalt geleistet worden ist, nur dann darf ein S^erk den jungen Menschen übergeben werden. Für Bücher, -ä^die unter dem Motto „Leicht und schnell gelernt" gemacht \f;Wiirden, sollte in der Schule kein Platz sein. Gediegenheit im rinnern und im Aeußern, das bleibt unerläßliche Forderung an #jedes Buch. * «•«'..;••* •'. j&v : Das jüdische Buch tritt an Lehrende und Lernende in ^dreierlei Absicht heran: es will dem Lehrer die Materialien ^liefern zum .Aufbau einer geistigen Welt, aus der heraus er sich fidäs. Rüstzeug zum verantwortungsvollen Dienst an der Ju- Ifgend holen kann; es will dem Kinde ein volkstümlich gehaltenes Lernbuch sein, aus dessen Durcharbeitung ihm eine, Sq^enn auch an Weite bescheidene, doch an innrem Wert '||reiQhe Welt erwächst; und endlich will es als „Bibliotheks- ^bueh" zum Gemüt des Kindes sprechen, auf daß der Herbheit sffrdes zu Lernenden sich die Würze seiner künstlerischen Beiiiwältigung geselle. ' - * Soweit es sich darum handelt, dem jüdischen Lehrer die ^^Möglichkeit zur Weiterbildung in den allgemeinen Wissens- I ligebieten ~zu geben, stehen ihm nach wie vor die" guten alten | c^Verke zur Verfügung, die auch von den nichtjüdischen Leh- | i$r.ern-benutzt werden. Gilt es aber, den Zugang zur jüdischen HäWelt zu finden und sie in ihrer gewaltigen Breite und Tiefe zu Miurchmessen, so bedarf es der Bereitstellung einer diese Welt |||würäigrepräsentierenden Literatur. Der jüdische Lehrer ver- |||gangener Zeiten' gehörte seit jeher zu den Hauptabnehmern ll^oh Judaica und Hebraica, und die Grundwerke des JudentlPpSiins?.fehlten in keines Schulmeisters Bücherschrank. In den |fj|efzten Jahren ist eine große Anzahl von Büchern aus dem jü- I frischen Kulturkreis neu bearbeitet oder neu geschaffen wor- * ^^enl;Und wenn der" Erwerb auch nur eines geringen Teiles Iieser Bücher über die Kraft des Einzelnen hinausgehen lachte, so hat doch gerade die jüdische Lehrerschaft — das Verden die Sortimenter bestätigen können — mit dem ihr , eigenen Interesse nach dem Dargebotenen gegriffen und es I^Jeistig zu verarbeiten gesucht. Das gilt auch für die Bücher, iäie^nicht rein jüdisch-wissenschaftlichen Inhalts sind, sondern iiie^ihs Gebiet-der Belletristik gehören. pw&asr-'-'-r*;^. -'. - " ■• ■ . '' - Jgß|Eigens zum Gebrauch für jüdische Schulen bestimmte slrii- und Üebungsbücher hat es immer gegeben, -und einige (Schluß siehe Seife 3) " 8SS3&-\ : " ^^ÜT^.&X-V . - - \ . ,• - - . „ - „ .. Neue Richtlinien Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die Schulabteilung der Reichsvertretung hat dem Reichserziehungsministerium vor einiger Zeit „Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen" vorgelegt. Nunmehr hat der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung mit Erlaß vom 29. Oktober 1937 — E He Nr. 2107 M — sowohl den nachgeordneten preußischen Stellen als auch den Unterrichtsverwaltungen der anderen deutschen Länder die Richtlinien abschriftlich zugesandt und erklärt, er habe keine Bedenken dagegen, daß bis auf weiteres an den privaten jüdischen Volksschulen nach diesen Richtlinien verfahren werde, und sei damit einverstanden, daß der Einheitlichkeit halber die Richtlinien versuchsweise auch den Lehrplänen für die öffentlichen jüdischen Volksschulen zu Grunde gelegt werden. Es handelt sich hierbei um eine neue Fassung der im Dezember 1933 vom Präsidial-Ausschuß der Reichsvertretung beschlossenen Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen. Die Richtlinien bringen, wie es in der „Vorbemerkung" zu ihnen heißt, erstens eine Klarstellung der allgemeinen Ziele der jüdischen Schule, zweitens Hinweise für die Behandlung derjenigen Lehrstoffe, deren unterrichtliche Auswertung für die Bewältigung der besonderen erzieherischen Aufgabe der jüdischen Schule bedeutsam ist. Die Schulabteilung der Reichsvertretung versendet in diesen Tagen den Text der Richtlinien an alle jüdischen Schulen. Wir veröffentlichen hier die Richtlinien nebst den ihnen beigegebenen „Erläuterungen" von Studienrat Dr% Adolf Leschnitzer. > * Richtlinien zur Äufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen (Neue Fassung) Vorbemerkung: Zweck der vorliegenden Richtlinien ist, Erziehungs- und Unterrichtsziele für die jüdischen Volksschulen in Deutschland aufzustellen. Es ist hierbei davon ausgegangen worden, daß die Lehrpläne der jüdischen Volksschulen sich einerseits in den Rahmen der für alle Volksschulen geltenden Bestimmungen einzuordnen haben, anderseits den besonderen Aufgaben der jüdischen Schule gerecht werden müssen. Die Richtlinien bringen demgemäß erstens eine Klarstellung der allgemeinen Ziele der jüdischen Schule; zweitens Hinweise für die Behandlung derjenigen Lehrstoffe, deren unterrichtliche Auswertung für die Bewältigung der besonderen erzieherischen Aufgabe der jüdischen Schule bedeutsam ist. Die staatlichen Richtlinien sind bei der Ausarbeitung von Lehrplänen für jüdische Schulen unbedingt heranzuziehen. Allgemeine Ziele. Die Schule soll von einem sich selbst begreifenden jüdischen Geiste durchdrungen sein. Das heranwachsende Kind soll seines Judeseins in gesundem Bewußtsein sicher werden; «gfi 1 ifXm ■ -*lf I ü •rA ibüii J •M'\ JA «■ '„ . V~*:--~.r > -< ' '' W^l'l'C-'- - -*> * '