Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 10 (1.10.1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Maimonides 2× ep/1002614
- Alexander Altmann 1× ep/1002827
- Alfred Wolfenstein 1× ep/1013902
- Arthur Spanier 1× ep/1013887
- Ernst Lissauer 1× ep/1026442
- Gorzów Wielkopolski 1× ep/1044635
- Kurt Pinthus 1× ep/1026269
- Leopold Kompert 1× ep/1026150
- Max Brod 1× ep/1024844
- Otto Zarek 1× ep/1023878
- Stefan Zweig 1× ep/1025800
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Seite 8 Jüdische Sch u1ze itung Nummer 10 jüdischen Buchhandel vertrieben. Die Eltern- und Lehrerschaft wird diese merkliche Verbilligung der Lesehefte begrüßen. m . Die Presseabteikmg der Reichsvertretung teilt uns zu dieser Frage mit: Die Schulabteilung der Reichsvertretung. gibt in diesen Tagen in Zusammenarbeit mit dem Schocken-Verlag, folgende Lesehefte heraus: . Heft 12: Leopold Kompert, Eine Auswahl aus seinen Schriften, herausgegeben und eingeleitet von E. Gut. Preis 25 Pfg, Heft 13:. Der Kampf um die Berufsumschichtung, Ein Ausschnitt aus der Geschichte der Juden in Deutschland, von Sucher B. Weinry b. Preis 40 Pfg. Heft 14: Speeches of British Statesmen on Judaism and Zionism, edited with glothery and notes by Philipp AronsteiaiL Preis 33 Pfg. : Heft 15: Das gesetzestreue Judentum, von Josef Carle b a c h. Preis 33 Pfg. Die neuerschienenen Hefte sollen ebenso wie die bisherigen dem großen Mangel an billigen Stoffpublikationen für den Gebrauch an Schulen, Bünden und Institutionen der Erwachsenenbildung abhelfen. Durch Vereinbarungen ist es gelungen, den Preis dieser Hefte entscheidend herabzusetzen, so daß sie jetzt statt 40 Pfg. 25 Pfg. bfzw. statt 50 Pfg. 33 Pfg. kosten. Diese Preisermäßigung gilt auch für die bereits früher erschienenen Hefte. Durch diese Verbilligung werden sicher diese Lesehefte in wesentlich vergrößertem Umfange Verwendung finden können und hierdurch günstige Vorbedingungen für die Durchdringung des Unterrichts mit jüdischem Stoff schaffen helfen. Das von E. Gut zusammengestellte Heft über Kompert, das eine Auswahl aus dessen Schriften bringt, wird im wesentlichen wohl im Deutschunterricht an Schulen als Ergänzung des Lektürestoffes Verwendung finden. Die Zusammenstellung der Reden englischer Staatsmänner "über Zionismus unid Judentum von Philipp Aronstein bringt geeignete Stoffe für den englischen Unterricht an Schulen und auch an den Sprachkursen anderer jüdischer Institutionen. Durch das Heft von Oberrabbiner Carlebach wird die Reihe der Darstellungen jüdischer Richtungen, die mit dem Dienemannschen Heft über Liberalismus begonnen wurde, fortgesetzt. In dem Heft von Sucher B. Weinryb werden die jetzt so aktuellen Fragen der Berufsumschichtung im historischen Zusammenhang erörtert. Josef Liepmannsohn-Minden s. A. Wenige Wochen vor Vollendung seines 85. Lebensjahres ist Josef Liepmannsohn zur ewigen Ruhe eingegangen. Mit ihm verliert die jüdische Lehrerschaft, und insbesondre die rheinisch-westfälische, eine der markantesten Persönlichkeiten ihres Stamdes. Unverwischbar ist der Eindruck geblieben, den das Wort dieses auch in der äußern Erscheinung kraftvoll wirkenden Mannes bei den Hörern hinterließ. Er. war unter den Mitbegründern des Vereins jüdischer Lehrer in Rheinland und Westfalen und hat. ihm als zweiter Vorsitzender mehrere Jahre hindurch mit einem besondren Maß. an Verantwortung gedient. Mehr als vier Jahrzehnte war Liepmannsohn der geistige Führer der .westfälischen Mittelgemeinde. Minden, die während einer glückhaften^Geschichtsepoche unter dieses hervorragenden Menschen Leitung zu hohem Ansehen gelangte. Seine Schüler, seine Freunde nah und fern, alle die, denen Liepmannsohn half das Leben zu meistern, sie werden sich dieses aufrechten, tapfer für das als recht Erkannte kämpfenden, innerlich vornehmen Mannes noch lange erinnern. - Buchheim-Dortmünd. Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brändenburg Wir beklagen den Heimgang 'unseres langjährigen Mitgliedes S t e r n - Landsberg ä. Warthe, der düreh seine vortrefflichen menschlichen, wie kollegialen- Eigenschaften lange' verdienstvoll in unserm Vorstände gewirkt hat. -''::;:\ Guttmann, Potsdam. Literarisches Almanach des Schocken-Verlags auf das Jahr 5697; Berlin 1936. 60 Pfg. : ' V" ' Rechtzeitig vor Rosch hascharia wie früher ist auch dieses Mal der Schocken-Almanach herausgekommen. Eindringlicher vielleicht noch als in seinen drei Brüdern aus den verflossenen Jahren offenbart sich in ihm der Geist, der die im Schocken- Verlag führenden Männer beseelt. Sie wissen den weiten Umkreis jüdischen Schrifttums der Vergangenheit und der Gegenwart mit sicherm Geschmack für das Gediegene abzuschreiten und besonders Charakteristisches zur'Einheit zu ordnen. Es führt ein weiter Weg von dem das Büchlein eröffnenden Pijjutvers: „Selig, die Deinen Groll trageriu über Geschichtliches, Erdkundliches Religiöses, ' Bekennerisches, Dichterisches hinweg zur nüchternen und dennoch das Tötale jüdischen Seins darstellenden statistischen Tabelle von Albert J. Phiebig über die Zahl der Juden in der Welt. Es begegnen dem Leser auf diesem Wege wohlvertraute Namen, und so wird auch dieser Almanach vielen jüdischen Menschen, manch besinnliche Stunde bereiten. - Das Septemberheft des Morgen ist der eminent wichtigen Frage nach Gegenwart und Zukunft der jüdischen Literatur gewidmet. Männer von Namen mühen sich um ihre Beantwortung. Hans Bach, Max Brod, Georg Hermann, Else Lasker-SchüIer, Ernst Lissauer, Alfred Mombert, Sorna Morgenstern, Jakob Picard, Kurt Pinthus, Alfred Wolfenstein, Otto Zarek und Stefan Zweig: man braucht sie nur zu nennen, und man wird wissen, daß dieses Mal Wesentliches zum Thema ausgesagt wird. Es darf angenommen werden, daß der Auseinandersetzung im Morgen eine Aussprache auch in andern Zeitschriften und Zeitungen folgen wird, ist doch ein Thema angeschlagen, über das in Sachlichkeit und Strenge einmal geredet werden muß. (Man abonniert den Morgen beim Philo- Verlag in Berlin W 15; Bezugspreis .12 RM, Einzelheft 1 RM.) <■ Maimonides und die jüdische Mystik. Vielfach wird heute Maimonides abgelehnt, da er zur M3^stik, in welcher man die reinste Entfaltung jüdischer Frömmigkeit sehen möchte, kein Verhältnis gehabt habe. Nun hat in Wahrheit ein erheblicher Teil der Kabbalisten Maimonides nicht als Gegner, sondern gerade als Anhänger der Kabbala betrachtet. Es ist daher sehr verdienstlich, daß Alexander Altmann in dem soeben erschienenen Augustheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums das Verhältnis des, großen „Rationalisten" zum katholischen Weltsystem einer eindringenden Klärung unterwirft. Altmann zeigt, daß Maimonides der Sinn für das Geheimnisvolle in der Religion keineswegs abgeht und daß er mit der Kabbala insofern zusammengeht, als auch er die Lücken der mystischen Tradition durch Nachdenken auszufüllen sucht; was ihn von den Kabbalisten scheidet, ist die Stellung zum Problem des Bösen, dem er eine selbständige Existenz nicht zusprechen kann. Das gleiche Heft enthält eine lehrreiche Untersuchung über die literarische Form des GeT bets (Arthur Spanier), in welcher auf die gemeinsamen Gründe des jüdischen und des christlichen Gebets hingewiesen wird. Man abonniert die „Monatsschrift", indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 RM an die' Gesellschaft (Postscheckkonto: Berlin Nr. 7030) sendet. Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 3. Vj. 793 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a'. Rh. Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.