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Jüdische Schulzeitung · 1936-08-01 · 8 (1.8.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
8 (1.8.1936)
Date
1936-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Monatsschrift für Erziehung/ Unterricht und Schutpolitik > Organ des Reichs Verbandes der,-jüdischen Lehrervereine (Geschäftsstelle des Verbandes -s. Berlin G 25, Kaiserstraße 29) Die' „Jüdische Schulzeitung" erscheint amT 1. eines jeden Monats. Postbezugspreis: 0.75 pro Quartal. Marinheim, den i. August 1936 . Druck und Verlag: Gebrüder Meub Auer, .Ludwigshafen a. Rh. . . t -1 ■ Hauptschriftleiter: Dr.Siegfried Braun K ö l n - S ü 1 z , Unkelerstraße 17 *Zür Arbeit des Preußischen LandesverBandds r ,' jüdischer Gemeinden Zu dem Bericht des Preußischen Landesverbandes; aus dem jüngst die die* Schule angehenden "Abschnitte hier veröffentlicht wurden, sei folgendes bemerkt: -■ - \ " ". r. ■ Nachdem die Staatszüschüsse aufgehört haben, ist die finanzielle-Situation des Verbandes ungeheuer schwierig» geworden, und das um so mehr, als die Steuerkraft auch der großen Gemeinden bedenklich nachläßt-und zahlreiche kleine Gemeinden unmöglich sich noch aus sich selbst heraus erhalten-können. Eine umfassende Organisation hat hier nachzuhelfen gesucht.-So hat man in stärkerem Maße als bisher Be- < zir k s 1 eh.r e r s tel1 e n geschaffen, so. daß jetzt 524 Gemeinden von 163 Lehrern versorgt werden. So sucht man auch einen Finanzausgleich zwischen den Gemeinden' zu schaffen, und ich gestatte mir hierbei den Vorschlag, nicht.auf halbem : Wege . stehen zu bleiben und die kleinen Gemeinden nicht mehr wie bisher zu subventionier e-fi., sondern die Bc - s 0 1. d u n g u n d Versorg u n g a 11er Gemeindebeamten durch eine Zentralkasse., wie es z. B. in Baden durch die Gesetzgebungschon lange geschieh t"/- zu regeln. Es ist dies ein Akt der Gerechtigkeit den Beamten der' kleinen Gemeinden gegenüber, der dann auch den Zudrang der Beamten nach den Großstädten beseitigen würde. Und es wäre auch ein Akt der Gerechtigkeit den Steuerzahlern vieler Gemeinden gegenüber, die ubermäßig hoch belastet sind, während vielleicht in der Nachbargemeinde nur eine verhältnismäßig geringe Steuerquote" erhöben wird. Die Zahl der Bezirksrabbinate, deren Aufgabe es ist,-die ihnen; angeschlossenen Gemeinden, kultueil. und kulturell zu betreuen, ist wesentlich erhöht worden. So werden von.haupt- und nebenamtlichen Bezirksrabbinaten jetzt 268 .bzw. 158. Gemeinden betreut. Einer Befürchtung müssen wir jedoch dabei Ausdruck geben. Wenn die Zahl der „Hauptamtlichen" Bezirksrabbinate nach dem Vorbild der letzten Jahre weiter zunehmen sollte., so ist es dem Landesverband unmöglich, die; dadurch entstehenden großen finanziellen Lasten noch lange-zu tragen, ohne daß andere dringende Aufgaben, so z. B. die -Besoldung der Lehrer und die Versorgung der Pensionäre wesentlich darunter leiden müssen, nachdem schon jetzt in diesen Kreisen' vielfach gar große Not herrscht, und .schon jetzt recht häufig die Mittel ihr zu steuern fehlen. Es darf dabei auch nicht verkannt werden, daß die Einrichtung der Bezirksrabbinate in nicht wenigen Gegenden, namentlich im Westen Deutschlands, einen recht überflüssigen Luxus bedeutet, da besonders .im Westen seit alters her ein erprobter Lehrerstand seines Amtes waltet, der alle Aufgaben, die man dem Bezirksrabbiner zuweist,' schon immer und zur völligen Zufriedenheit der Gemeinden, die vielfach die neue Institution der Bezirksrabbinate gar nicht wollen, erfüllt hat.. -..v. Der Landesverband ist im letzten Jahre wesentlich gewachsen.- Es haben sich ihm angeschlossen der Thüringische Verband,, die Gemeinden des Saargebietes, Oldenburgs, Braunschweigs, "Lippe, Mecklenburgs, Lübeck und Birkenfeld. Im ganzen umfaßt der Preußische Landesverband jetzt 335 000 von noch insgesamt 445 000 Juden im ganzen Reiche. Natürlich hat man dem Schulwesen eine besondre Aufmerksamkeit zugewandt. Die einstige, fast könnte man sagen, feindselige Stellungnahme der jüdisch-konfessionellen Schule gegenüber ist zumeist, wenn auch noch nicht überall, verschwunden und man sorgt, für einen gut ausgebildeten Lehrernachwuchs und für dessen Fortbildung. Die neue Lehrerbildungsanstalt zu Berlin, die jetzt von der Regierung anerkannt ist und unter der Leitung Dr. Fritz Bambergers steht, trägt durch und durch den Charakter einer modernen Lehrerbildungsstätte,, und wenn wir uns den Unterrichtsplan der Anstalt "durchsehen, so bleibt in der . Tat nur ein Wunsch nochübrig, den wir allerdings sehr zii beachten bitten: Die Ausbildung des Lehrers auchfür das Amt des Predigers, das er in etwa 80% der Gemeinden zu versehen hat, auch dann noch zu versehen hat, wenn die Gemeinde einem Bezirksrabbinat angeschlossen ist. ' M. Steinhardt. %• v,L 'ii/'SS;.. Wr* £&$fäl*^*Mi£li?Z t /___« VJSScp^jäSSa*^? — "^-'j, -l^;-i>»^i.v.^ »-WVj tjjog. '• . ,^««&#<S lisfca Lesebuch und jüdische Volksschule S. B. Zu Ostern 1936 ist in den deutschen Volksschulen das neue Reichslesebuch — und zwar vorerst nur der Band fiir das 5. und 6. Schuljahr — eingeführt worden. Es trägt den Titel „Deutsches Lesebuch für Volksschulen". 22 staatliche Ausschüsse haben sich um das Werden dieses Werkes gemüht; in 22 Ausgaben liegt es vor. Allen Ausgaben gemeinsam ist ein K e r n t e i!, der zwei Drittel des Inhalts umfaßt. In ihn hineinverwoben sind Lesestücke, . die dem Schrifttum der einzelnen, deutschen Gaue entstammen und die, den fi e i m a 11 e i 1 bildend, jeder Ausgabe einen eigenen Zug verleihen.'So glaubten die Bearbeiter allen Erfordernissen, die an ein Lesebuch gestellt werden müssen, gerecht zu werden. Für den äußeren Aufbau des Werkes und für seine inhaltliche Ausgestaltung hat seinerzeit der Herr Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Richtlinien erlassen. Nach ihnen waren solche Lesestücke auszuwählen, die als Muster deutschen Schrifttums gelten dürfen, und die zugleich der völkisch einheitlichen Ausrichtung der deutschen' Jugend dienen können. Diese Ausrichtung mußte an einem Vorbild geschehen, das als gültig vor dem Bewußtsein des deutschen Menschen steht, und so ergab sich eine Sammlung literarischen Volksgutes aus alter und neuer Zeit, die in selten erreichter Folgerichtigkeit um ein Thema kreist und es nach allen Richtungen hin auszuschöpfen versucht: um das Thema, vonrhel di suchen Menschen, wie er typisch dem Leser schon entgegentritt in den Holzschnitten, die den Bucheinband zieren. In elf Abteilungen wird in reicher Variierung das Bild dieses Menschen herausgearbeitet. Indem alle Stücke; die. nur .von Mäßstäben der Aesthefcik her ihren Wert erhalten,, und auch die, die Ausdruck einer weichen und schwächlichen Sen- .»-^*;* v ■ *- . *«, * P* r «äfi-**'f ** - *"Z"i*5£^".~ •£j."-*-/*6"*' ,?:,sf ^^^v/r;'?^^ k ' ■ '! 'Ä '

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