Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 7 (1.7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schu 1 zeitu ng Nummer" 7.. nicht nur äußerlich; das Wort „Lez" (Spötter) ist an andrer Stell© (Jes. 29, 20) von Buber mit „der Witzelnde" übersetzt, was, rein vorn Original aus gesehen, den Wortstamm wie die Wortform genauer zu treffen scheint als das Eigenschaftswort „dreist", welches ja eigentlich einen anderen Sinn hat. Manchmal freilich hat derselbe Stamm deutlich zwei Bedeutungen, und wenn „hagoh" das eine Mal bestimmt „sprechen" heißt, so heißt es das andere Mal ebenso bestimmt „denken". Buber faßt das Idealbild des Gerechten in Ps. 1 als das eines Mannes auf, der „über seiner (Gottes) Weisung (Tora „Weisung") murmelt tags und nachts" (Luther übersetzt sehr frei: „redet"), während hier wohl nicht an den laut Lesenden gedacht ist, sondern eher an den, der über das Gelesene nachdenkt (der Ausdruck „über der Weisung murmeln" mutet übrigens auch vom Deutschen aus etwas fremd und kühn an). Der großen Gefahr für den Bibelausleger, daß er den zuweilen gänzlich absichtslosen Text des einfältigen und gottbegnadeten Dichters für hintergründiger hält, als er in Wahrheit ist, unterliegt auch der Uebersetzende nur zu leicht; wenn, im selben Psalm, der Gerechte verglichen ist mit einem „Baum, an Wassergräben ve r p f 1 a n z t" (wörtlich: gepflanzt; Buber übersetzt allerdings stereotyp „schatal" mit „verpflanzen": Jer. 17, 6; Ez. 17, 8, 23 u. ä.), so wird hier eine Nuance gegeben, an die der Verfasser kaum gedacht hat; der Gerechte gleicht dem Baum am Bach, der des Wassers nie ermangelt und darum zur rechten Zeit Frucht trägt, und das Bild setzt nicht als Vorgeschichte voraus, daß dieser Baum an den wasserreichen Ort erst umgesetzt worden sei. Emanuel bin Gorion. Arthur Eloesser: Vom Ghetto nach Europa. Das Judentum im geistigen Leben des 19. Jahrhunderts. Berlin, 1936. Jüdische Buch-Vereinigung. In diesem Buche unternimmt Arthur Eloesser den Versuch, auf verhältnismäßig wenigen Seiten den Anteil des Judentums am geistigen Leben des 19. Jahrhunderts darzustellen. Nur ein Schriftsteller und Literarhistoriker vom Range Eloessers, der mit einer tiefgründigen Kenntnis die literarischen, geschichtlichen, kulturgeschichtlichen, religiösen, sozialen und weltanschaulichen Zusammenhänge ausgestattet ist und mit den aus) objektiven Erkenntnissen! sicher gebenden wissenschaftlichen Feststellungen die Fähigkeit eines sicheres Einfühlens in seelische Vorgänge verbindet, dürfte diesen Versuch wagen. So überrascht dieses Werk durch die absolute Beherrschung des gesamten Materials wie zugleich durch eine erlebnismäßig gewonnene, ja visionäre Schau, mit der Personen wie Vorgänge jeweils im Zusammenhang mit den großen, die Zeit bewegenden und unerschütternden Problemen und Spannungen befrachtet und gedleutet werden. Den Schwierigkeiten, die jeder historischen Darstellung daraus erwachsen, „daß das, was gleichzeitig geschah, nur nacheinander berichtet werden kann", ist dadurch in der Tat wirksam begegnet, daß er „innerhalb der Darstellung die Fäden der Zusammenhänge vorwärts und rückwärts laufen ließ." Die Darstellung, die sich von Mendelssohn über Heine bis Bamberger erstreckt, ist über alles Sachliche und Wissensmäßige hinaus gar oft verknüpft mit der Erfassung des „Jüdischen" schlechthin in seinen menschlichen und seelischen Voraussetzungen und Wirkungen. Diese Zielsetzung ermöglicht erst die wirkliche Erfassung des für Einzelpersonen maßgebenden charakteristischen Gepräges. Sie führt aber zugleich über eine aus verschiedenartigen seelischen Strukturen sich ergebende Gegensätzlichkeit der Art und Lebensgestaltung hinaus doch wieder in jene Bezirke, wo im Grunde die so verschiedenartig geprägten und zur Entwicklung gelangten, oft bizarren Einzelwesen eben nur aus der Erkenntnis des ihnen anhaftenden jüdischen Erbteiles zu deuten und zu verstehen sind. Dr. Max Salomon, Frankfurt a. M. Parks Cafe *. Konditorei Kreuzlingen im das gediegene &amiHem~'€afe Emil B. Cohn: Das jüdische ABC. Verlag Erwin Löwe, Berlin, 2. Auflage. Die Gegenwart hat den jüdischen Menschen mächtig aufgerüttelt und emporgerissen. In allen Kreisen ist das Interesse an der großen Vergangenheit des jüdischen Volkes lebendig geworden; das Verlangen nach Wissen und Verstehen des gegenwärtigen Geschehens ist stärker denn je. Die Frage nach dem Was und Wie des Judeseins drängt sich Tausenden* auf, besonders den Juden vom. Rande. Bei diesem Suchen nach sachlicher Kenntnis und Erkenntnis des Judentums ist „ein Führer durch das jüdische Wissen", das jüdische ABC von Emil Bernhard Cohn eine gute Hilfe. Das Buch ist eine verdienstvolle Arbeit; es versucht, sowohl der Jugend wie den Erwachsenen eine schnelle und klare Antwort auf geschichtliche wie zeit- und lebensnahe Fragen zu geben. Wie stark das Bedürfnisnach einem solchen kurzen Wegweiser ist. beweist die Tatsache, daß innerhalb eines Jahres eine 2. Auflage* notwendig wurde. Dieses alphabetische Nachschlagewerk hat den Vorzug, daß zu den einzelnem Stichworten kleine abgerundete Abhandlungen gegeben werden, die den Leser in Lehre und Leben des Judentums nur einführen und ihn zur Weiterarbeit und Vertiefung anregen wollen. Besonders wertvoll sind die. zahlreichen systematischen tabellarischen Ueberblicke, wie z. B, „Zentrale Organisation des deutschen Judentums'Für eine weitere Neuauflage ist dringend zu wünschen, daß der Anhang (die Ergänzungen und Berichtigungen) in den ursprünglichen Text eingebaut werden. I. H. Akademische Lehrkraft mit Lehrbefähigung in Deutsch und Geschichte, oder in neueren Sprachen, Turnen und Zeichnen, wird sofort beschäftigt Im Philanthropin, öffentlicher höherer Lehranstalt, Abteilung Reformrealgymnasium und Lyzeum, Schulwerk der Israelitischen Gemeinde. Bewerbungen mit Lebenslauf sind zu richten an den Schulrat dea 932 Phllanthropins, Frankfurt a. Main, Goethestr. 22. Volksschullehrer gesucht! Für die Volksschule beim Philanthropin suchen wir einen Lehrer. Die Beschäftigung erfolgt auf Grund privatrechtlichen monatlich kündbaren Dienstvertrags. Eintritt zum 18. August 1936. Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften sind sofort an den Schulrat des Phllanthropins, Frankfurt am Main, 933 Goethestraße 22, zu richten. Vornehme FAMILIEN- DRUCK- SACHEN stellt her Buchdruckerei GEBRÜDER NEUBHUER Ludwigshafen am Rhein - Gegründet 1893 Telef. 62318, 62319 Altjüd. Gegenstände Ritualien, Kultgerät, Zinn-,PorzeIIan-,Metall-, Holzgegenstände, auch Münzen, Medaillen mit jüd. Beziehung, ältere Einblattdrucke, Handschriften, Hebraica und Judaica, Urkunden, Dokumente (nichtBilder bibl.Szenen) Mindestalter 100 Jahre, mäßige Preisstellung. Angebote oder Vermittlung erbittet Dr. Kirschner, Berlin-Nikolassee 931 Münchowstraße 5a. Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köin-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 2.Vj. 863 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.