Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 3 (1.3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung Nümmer^fc? Grundsätze, nach denen eine Fibel entsprechend aufzubauen sei. Am Montag hielt Herr Berggrün ein hebräisches Referat über die Methoden des Erwachsenen-Unterrichts und iiber seine Verschiedenheit gegenüber. dem Kinder-Unterricht. Als Probe gab er die Erarbeitung einer Erzählung von Perez, in deren Verlauf eine große Reihe von methodischen Forderungen und Feststellungen ausgesprochen werden konnte. Er betonte, daß ein solcher Unterricht kein reiner Sprachunterricht sein dürfe, sondern in lebensvollem Zusammenhang zu allen jüdischen Inhalten, insbesondere den religiösen, stehen müsse. Herr Dr. Löwenthal erörterte abschließend in fesselnder Weise*eine Reihe von Fragen, die ihm aus verschiedenartiger Unterrichtstätigkeit zugewachsen waren und gab Anregungen für eine Vereinheitlichung des Unterrichts in methodischer und inhaltlicher Beziehung. . In der lebendigen Diskussion, die sich an alle Referate anschloß, wurde insbesondere betont, daß die Verwirklichung aller Pläne wesentlich davon abhänge, daß es gelänge, die Lehrer in entsprechender Weise fortzubilden. Die Schulverwaltung wies darauf hin, daß die Eröffnung solcher Kurse ihrer hebräischen Lehrer als Sonderklasse der Hebräischen Lehranstalt bevorstehe. Die Schulverwaltung der Gemeinde hat für 70 ihrer Lehrer vier Fortbildungskurse im Hebräischen eingerichtet. Ein weiterer Kurs hat die Aufgabe, die besondere Methodik des hebräischen Unterrichts nach modernen Prinzipien zu lehren und praktische Beispiele eines hebräischen Musterunterrichts zu geben. Literarisches Trost und Hoffnung. Gedichtsammlung für jüdische Schulen. Herausgegeben von Joseph Feiner, Elias Gut, Theodor Rothschild. Gustav Engel Verlag, Leipzig. 1.60 RM. Vor mir liegt eine sehr fein zusammengestellte Gedichtsammlung für jüdische Schulen, zusammengestellt unter den Gesichtspunkten „Geschichte — Festfeier — Israels Land — Kämpfe und Ziele". Joseph Feiner, Elias Gut, Theodor Rothschild — ihre Namen sind der Lehrerwelt Gewähr — haben es unternommen, der jüdischen Schuljugend, vor allem der oberen Jahrgänge, eine Reihe von Gedichten zusammenzustellen, die wohl Trost und Hoffnung, Ermutigung und Stärkung des Selbstgefühls sein können. Alte und neue Namen; jüdische und nichtjüdische stehen nebeneinander: Süßkind von Trimberg singt neben Heine und Beer-Hofmann, Geliert und Gerok stehen neben Werfe.1 und Wolfskehl. Es handelt sich im ganzen um jüdische Motive. Ganz wenige Gedichte sind allgemeinen Inhalts, so Mörikes „Wie heimlicher Weise . . ." und Thomas „Ich kam, weiß nit woher . . ." Jedoch sind sie in Beziehung gebracht zum übrigen Inhalt. Mörikes Neujahrsgedicht steht in der Rauschhaschonohzusammenstellung, Thomas Werk ist unter „Trost des Volkes" einzureihen. Man denkt das Buch wohl als Ergänzung zu den allgemeinen Lesebüchern — noch ist das jüdische Lesebuch mit Prosa und Poesie — allgemeiner wie jüdischer, nicht in unserer Hand. — Eines sähe man noch gerne zur Vervollständigung — oder gehört dieser Mangel mit zur Tragik unseres Volkes? — etwas Humor, .etwas Fröhlichkeit. Kinder sollen auch lachen. Cilli Marx. . Megillath Esther mit Bildern von Otto Geißmar, Copyright 1936 by Dr. H. Loewenstein, Berlin. Wir kennen alle Otto Geißmar aus seinen köstlichen Tierbildern, aus einer Hagada, die für die Hand der Jüngsten gedacht ist. Hier bringt uns der Künstler zum Purimf est eine Megilla, dem Charakter des Festes entsprechend in einer Ma- An unsere Leser! Wir bitten unsere geschätzten Leser hierdurch nochV mals dringend, daran zu denken, daß zwischen dem 16. und 24. März 1936 der Postbote die Abonnementsgebuhren für das 2. Quartal 1936 (April-Juni) in Höhe von 51 Pfg. (inkl. Bestellgeld) kassieren wird. Sorgen Sie also dafür, daß der obige Betrag prompt bezahlt wird, damit die Zu-; Stellung der „Jüd. Schulzeitung" keine Unterbrechung erleidet. Wenn Sie abwesend sein werden, dann beauftragen Sie bitte eine geeignete Person mit der Zahlung an den Postboten. Nur so sichern Sie sich eine ununterbrochene Zustellung der „Jüdischen Schulzeitung". Der Verlag. nier, die humorvoll und karikaturenhaft wirkt und dennoch sehr plastisch in wenig Strichen Land und Leute jener Zeit wiedergibt, der Phantasie der jungen Leser geordnete Formen zeigend. Orientalische Aufzüge, Fest und Rausch, persische Baukunst — aber auch die Spiegelung menschlicher Seele:. Da ist dieser Hamann, in Haltung und Miene so ganz Emporkömmling, da ist Mordochai, ganz — vielleicht sogar ein wenig zu viel — Schmerz; da sind diese drei köstlichen, die Ohren spitzenden Schreiber und zwei jagende Reiter, die die Erlasse des Königs verbreiten, da ist Seresch, sehr hausfrauenhaft und doch so ganz Sibylle „fallen und fallen wirst du vor; ihm!" Wer dem Charakter und der Darstellung des Estherbuches gerecht wird, wird an der humorvollen neuen pebilderung viel Freude haben. Cilli Ms * Berichtigung * . In Nr. 2 unseres Blattes war auf Seite 8 irrtümlich berichtet worden, die Jüdische Jugendbücherei von Dr. Erich ilöwenthal sei im Schocken-Verlag erschienen. Es muß heißen m Verlag von Joachim Qoldstein, Beilin. 1 Der Weg in die jüdische Neuzeit von S. Müller 315 Seiten, broschiert 2.60 RM., in Leinen gebunden 3.40 RM., Luxuseinband 4.— RM. Herr Prof. Dr. Julius Moses in Tel Awiw (früher in Mannheim) schreibt über das Buch: „ . . . Ich bewundere an dem Buch vor allem die Ausgeglichenheit der gesamten Darstellung eines zum Teil sehr spröden und schwierigen Stoffes. Das Buch verrät in allen Teilen eine seltene Reife des Urteils, dazu eine hingebungsvolle Liebe an die Menschen, an die Gestalten, an die Schicksale. In' den Dingen fest zu stehen und doch gleichzeitig über ihnen zu stehen, ist wahrlich eine nicht häufig anzutreffende Kunst." Erhältlich in allen Buchhandlungen Verlag Gebrüder Neubauer Ludwigshafen a. Rh. Schulstr. 14. Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D;-A. 4. Vj. 855 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.