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Jüdische Schulzeitung · 1936-01-09 · 1 (9.1.1936) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
1 (9.1.1936)
Date
1936-01-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite. 8 Jüdische Schu 1 zeitung - ' *v -V rv-i-'^'^.'-."---->.Vi^-**^5^^~4 Nummer ^täg:? grundsätzlich erweitert werden sollte, so daß sich dann die Benutzung eines weiteren Geschichtsbuches für den allgemeinen Geschichtsunterricht erübrigte. '- Schon jetzt ergibt sich bei einer sinnvollen Benutzung der Zeittafeln in der jüdischen Schule die unbedingte:Forderung, den Unterricht in der jüdischen und der allgemeinen Geschichte in den einzelnen Klassen, wenn nur irgend möglich, der gleichen Lehrkraft zu übertragen. Im Uebrigen wird nicht nur die höhere jüdische Schule von Quarta aufwärts, sondern auch jedes Volksschulsystem vom 6. Schuljahr an die Zeittafeln mit bestem-Erfolg benutzen können. Ein erheblicher Nachteil für die Einführung des Werkes ist leider in dem ganz unzulänglichen Einband zu erblicken und in dem Preis von RM 3.20 für das kartonierte Exemplar. Wenn dem nicht auf andere Weise abgeholfen werden kann, so müßte der Lehrerverband sich bei der Reichsvertretung für eine nachträgliche Subventionierung zur Verbilligung dieses wichtigen Schulbuches einsetzen, dessen Wert, für uns dadurch erhöht wird, daß es die Frucht einer Lebensarbeit für den jüdischen Geschichtsunterricht darstellt und nichts mit der augenblicklich von manchen Outsidern ausgenutzten Konjunktur für jüdische Lehrmittel zu tun hat. M. b. P. Ch. N. Bialik, Birkat am, bearbeitet von Erich KHbansky 1936, Verlag Kedem, Berlin, 5696 - 0.40 RM. An dem Beispiel dieses Liedes, das in den letzten Jahren immer mehr den Charakter einer Nationalhymne angenommen hat. erläutert der Herausgeber mit zahlreichen Belegstellen aus biblischem und nachbiblischem Schrifttum (Piutim) die Wortwahl des großen Dichters. Bialik selbst hat natürlich zu einem Publikum gesprochen, das auf Grundseiner eigenen lebendigen Beziehungen zu den klassischen Quellen unserer Kultur einen solchen Kommentar nicht nötig gehabt hätte, da es auch ohnedies wußte und merkte, was vom Dichter „mitgemeint" war. Für die vielen aber, die erst heute wieder gerade bei uns mühselig den Weg zu den „Müttern" suchen, bedeutet ein Hilfsmittel wie das vorliegende Heftchen eine Erleichterung bei der Erschließung des Zugangs zum eigentlichen. Sinn Bialik'scher Dichtkunst. * Das dieser Ausgabe beiliegende Bialikheft von Dr. E. Klibansky-Köln konnte durch das Entgegenkommen der Julius Höxter-Stiftung allen Lesern gratis zugestellt werden; der Stiftung sei dafür verbindlichst gedankt. Cilli Marx, „So geht's schnell" Rudolf Schick & Co., Verlag, Leipzig. In den Richtlinien der Reichsvertretung sind für die jüdischen Schulen die Grundsätze niedergelegt, die den veränderten Verhältnissen Rechnung tragend, dem Unterricht und der Erziehung Form und Inhalt geben sollen. Diese Grundsätze zu verwirklichen, ihnen Leben einzuhauchen, damit an ihnen sich Leben entzünde, dazu genügt nicht allein das Wort des Lehrers und Erziehers, auch das Buch, das Lernbuch in der Hand des Kindes, ist einwesentlicher Faktor zur Erreichung des Zieles. Gar manches ist seit Erscheinen der Richtlinien auf dem Büchermarkt erschienen, jedoch das meiste entsprach weder den Anforderungen noch den Erwartungen. Das uns vorliegende Büchlein gehört m. W. zu den wenigen brauchbaren Unterrichtsmitteln, die seit dem politischen Umschwung für den Unterricht in den sog. profanen Fächern der jüdischen Volksschulen herausgekommen sind, Um es von vornherein zu sagen, Cilli Marx, Lehrerin an der städt. israelitischen Volkschule in Köln, hat mit der Herausgabe dieser Fibel unseren Lernanfängern ein Büchlein geschenkt, für das Lehrer und Kinder der Herausgeberin volle Anerkennung und aufrichtigen Dank zollen werden. Entspricht es doch in jeder Hinsicht den Anforderungen, die man füglich an ein Lernbuch für unsere Kinder stellen muß. - V - Aufgebaut nach phonetischen: Grundsätzen, ohne^ was^ sehr zu begrüßen ist, fanatisch an ihnen festzuhalten, beginntdie Fibel, den ministeriellen Anordnungen entsprechend/mit den deutschen Buchstaben; nicht mit der Antiqua. Gedacht, ist der Beginn mit der Sütterlinschrif t, jedoch ist das Büch-:: lein so angeordnet, daß auch ohne Schwierigkeit mit dein deutschen Kleindruck begonnen werden kann. Die Illustra-, tionen zur Fi bei schufen die Maler Schloss, Köln und; Herzberg, Berlin. An den schönen Bildchen jüd. Charakters werden unsere Kinder, ihre Freude haben. Die Fibel.ist lebensnah; innerhalb der Gesamtdarstellung erfährt jüdischer Leben, soweit es dem kindlichen Fassungsvermögen auf dieser Stufe angepaßt ist, eingehende Behandlung (Palästina, jüd. Feste etc.). Die Fibel hat einen Nächteil, der nicht übersehen werdendarf: sie ist nicht lokal gefärbt, kann es auch nicht sein, da sie für das ganze Reichsgebiet gedacht ist. Der geschickte Lehrer kann diesem Mangel insofern abhelfen, als er selbst ., entsprechende Lesestoffe für die Kleinen vorbereitet und sie mit Hilfe des Lesekastens, der Wandtafel, des Vervielfältigungsapparates den Kindern darbietet. Der im Gegensatz; zu anderen Fibeln verhältnismäßig geringe Lesestoff kanndurch lokal gefärbte Lesestückchen je nach Bedarf vermehrt werden. Behördlicherseits genehmigt ist die Fibel in einer Reihe von Bezirken. Die Einführung in die jüd. Schulen des anderen Bezirke wird kaum auf Schwierigkeiten stoßen, daß zu erwarten ist, daß Ostern 1936 sämtliche jüd. Lerr% anfänger die Fibel benutzen können. Zum Schluß ein Wunsch: Möchten, wie jetzt für das 1. Schuljahr, auch für die anderen Jahrgänge die Lernbücher erscheinen, die, wie dieses Büchlein, den fühlbaren Bedürfnissen der Zeit in jeder Beziehung entsprechen. Buchheim-Dortmund» Statistisches Wir entnehmen dem Statistischen' Jahrbuch für das Deutsche R e i c h 19 3 5 folgende Angaben: Die Zahl öffentlicher jüdischer Volksschulen betrug in Preußen am 24. Oktober 1934 44. In den öffentlichen preußischen Volksschulen befanden sich 16 331 jüdische Schüler. -Ahden Höheren Schulen im ganzen Reich gab es am 15. Mai 1934: 10 783 Nichtarier. Ostern 1934 wurden 846 nichtarische AbiT turienten gezählt unter einer Gesamtzahl von 38 733 Abiturienten. — In einer statistischen Studie im Schocken- Al man ach auf das Jahr 5696 wird folgendes Bild von der jüdischen Schülerschaft entworfen: ^Schulpflichtige jüdische Kinder etwa 45 000 Davon in jüdischen Schulen etwa 17 500 Zahl der jüdischen Schulen - 130 Lehrer an jüdischen Schulen 700 So wichtig es wäre, einmal eine genaue Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der jüdischen Schule zu erhalten; so unmöglich erscheint es, sie zu schaffen. Die. Juden Deutsch?; lands sind in eine starke Wanderbewegung eingetreten; das Bild der Schulfrequenzen ~ ändert sich von Tag zu Tag, weil dauernd Zu-, und Abgänge erfolgen. Hinzu kommt die Unge-' wißheit über das Aussehen, das die jüdische Schule nach der; angekündigten Neuordnung durch das Reichsministerium an-r nehmen wird. Es dürfte so -noch eine geraume Zeit dauern* bis es möglich sein wird, mit bestimmten Größen zu rechnen* Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegf ried Braun, Hauptschrittleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. D.-A. 4.Vj. 855 Exemplare. , — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen" a. JlH;> : Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 2 vom- I.Juli, 1935. .

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