Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 12 (1.12.1935)
- Date
- 1935-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite S Jüdisahe S chu 1 zeitung Nummer 12 Kollege Albert L e v i in Mayen (Bezirk Coblenz) betreut seine Gemeinde und die jüdische Volksschule nunmehr 25 Jahre. In einem Festgottesdienst am Schabbath Toledoth würdigte Kollege Steinhardt die Arbeit dieses gewissenhaften, .umsichtigen und weithin beliebten Seelsorgers und Schulmannes. Aus dem Lehrerverband Unser Lehrerverband wird "am 25. Dezember auf sein 40jähriges Bestehen zurückblicken können. In unserm Blatt wird dieses Tages in einem Aufsatz gedacht werden, der aus der Feder eines der Mitbegründer des Verbandes stammt, und den wir am 1. Januar veröffentlichen werden. Heute sei lediglich der Verbandsleitung und all den Männern, die ihrem Wirken den Bodeft bereiten halfen, Dank und Glückwunsch ausgesprochen. ~ Die Schriftleitung. * Der Verein jüdischer Lehrer. Rheinlands und Westfalens wird gemeinsam mit der Freien Vereinigung jüdischer Lehrender Kölns in der Zeit vom 28. Dezember bis zum 2. Januar eine musikpädagogische Woche in Köln veranstalten. Der die Arbeiten vorbereitenden Kommission gehören an die Kol'egen Julius Goldberg, Leopold Grünebaum I, Eugen Jacobi, und als Vorsitzender Direktor Dr. Kübansky. Tagung gesetzestreuer Lehrer Zur Aussprache über pädagogische, psychologische und schulorganisatorische Fragen der jüdischen Schule veranstaltet die Samson-Raphael-Hirsch-Schule, Frankfurt a. M.. Am Tiergarten 8, vom 29.—31. Dezember 1935 eine Tagung, zu der die gesetzestreuen Lehrer Deutschlands herzlichst eingeladen sind. Wir bitten Kollegen und Kolleginnen von auswärts sich baldmöglichst anzumelden, damit rechtzeitig für Unterkunft Sorge getragen werden kann. Die genauere Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. Vorschläge für bestimmte Themen werden gerne entgegengenommen. Dir. Elias. Aus den „Verordnungen zu den Nürnberger Gesetzen'4 Der § 4 der „Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935" mit der Ueberschrift „Juden nicht Reichsbürger oder Beamte" lautet nach der Veröffentlichung des DNB wie folgt: 1. Ein Jude kann nicht Reichsbürger sein. Ihm steht ein Stimmrecht in politischen Angelegenheiten nicht zu; er kann ein öffentliches Amt nicht bekleiden. 2. Jüdische Beamte treten mit Ablauf des 31. Dezember 1935 in den Ruhestand. Wenn diese Beamten im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, erhalten sie bis zur Erreichung der Altersgrenze als Ruhegehalt die vollen zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge; sie steigen jedoch nicht in Dienstaltersstufen auf. Nach Erreichung der Altersgrenze wird ihr Ruhegehalt nach den letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen neu berechent. 3. Die Angelegenheiten der Religionsgesellschaften werden nicht berührt. 4. Das Dienstverhältnis der Lehrer an öffentlichen jüdischen. Schulen bleibt bis zur Neuregelung des jüdischen Schulwesens unberührt. Zur Beachtung! Ankündigungen von Versammlungen und Vorträgen, die von Vereinen und Verbänden veranstaltet werden, müssen Vor- und Zunamen, sowie Wohnort und Beruf der Redner enthalten. ... Vom Büchertisch Der Verlag der Jüdischen Rundschau hat die Uebungen, die seinerzeit allwöchentlich in diesem, Blatt erschienen, zu einem zweibändigen Lehrbuch der hebräischen Sprache vereinigt: I w r i t h I e c h o 1 i s c h,- Ii e b r ä i s c h für J e d e rmann, von Dr. S. Kaleko. Preis pro Band 2.90 RM. — Es .ist ein gediegenes Werk, das sowohl dem für sich Arbeitenden als auch der Schule ein guter Führer sein wird. In behutsamer Weise wird dem Grundsatz: Vom Leichteren zum Schwereren gefolgt. Der Uebungsstoff ist. dem aktuellen Leben und der wertvollen hebräischen Literatur entnommen; die grammatischen Belehrungen beschränken sich auf das Wichtige der Sprache. Die Druckfehler, die immer noch nicht völlig ausgemerzt sind, namentlich im hebräischen Text, werden hoffentlich in einer Neuausgabe verschwinden. Es wird im" allgemeinen — das sei in diesem Zusammenhang einmal gesagt — nicht genügend sorgfältig gesetzt, wenn es sich um hebräische Texte handelt. Das gilt besonders für die Punktation. Beispiel: Der Titel des ersten Teils von Kaleko weist in dem Wort lechol unter dem Chaf ein Meteg auf. . Im gleichen Verlag ist zum,erstenmal ein illustrierter Palästin aka lender — auf das Jahr 5696 — zum Preis von .1.60 RM erschienen. Als-Herausgeberin zeichnet die Zionistische Vereinigung für Deutschland. Die durchweg prächtigen klaren""Bilder stammen von Dr. Nachum G i d a 1 - München, von Kluger- Tel Aviv und Sonnenfeld - München. Auch dem Film „Das Land der Verheißung" sind einige entnommen.. Joachim Prinz gab den Bildern den Text bei. Er steht an Güte dem Bildmaterial nach. Es wäre mehr Sorgfalt geboten gewesen. Ein paar Beispiele: „Wenn man heute auf dem Platz steht und die Vision des Tempels hat, hört man von unten die Klagegebete der Juden . . ." — „. . . daß der jüdische Sport nur im Zusammenhang mit der nationalen Gesinnung betätigt werden kann." — „Das dürftig zusammengeflickte Kleid scheint das Glück dieses arabischen Jungen ebensowenig herabzumindern, wie die kümmerliche und ärmliche Last das "Kamel von seinem Hochmut heilt."* (lehawdil hätte doch wenigstens hinzugesetzt werden müssen, Die Schriftl.) — „Wenn man vom Tiberias-See auf den. wundervollen Autostraßen nach Safed fährt, sieht man links vom Wege eine italienische Landschaft." Universitätsprofessor Bruno K i s c h hat im P. Fink-Verlag, Köln einen Vortrag über „Wege zum Glaub en" erscheinen lassen, mit dem der bekannte Mediziner und Naturwissenschaftler ein Wintersemester des Jüdischen Lehrhauses zu Köln eingeleitet hat. Kischs Untersuchungen kreisen um die Grundaxiome, ohne deren Setzung nach seiner Auffassung kein: wahres Judentum sein kann: die Wahrheit des Gottesbegriffs und die Göttlichkeit der Lehre. Der jüdische Mensch sei ganz, wenn sich in seinem Leben das metaphysische Denken als Gläubigkeit und eine vom Gesetz geregelte Werktätigkeit im Gleichmaß befinde. Ueberspitzung nach einer Seite hin sei abzulehnen. Wege zum Ziel seien das stete „Lernen" und die Erfüllung der Mizwoth. Eine sachlich wohl fundierte Kritik an den Versuchen, auf wissenschaftlichem Wege die Grundaxiome zu Fall zu bringen, gibt der Schrift ihren besonderen Wert. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung in Frankfurt am Main hat es ermöglicht, daß auch in diesem Jahr der handliche. und aufschlußreiche Luach von Georg Sulzberger und Moritz Nerner im Verlag Lehrberger & Co. herausgegeben werden konnte. Er bietet -- wie früher in der Einleitung und in dem das Kalendarium begleitenden Text ein reiches Material zur Verwendung im Unterricht. Es sei den Herausgebern nahegelegt, zukünftig neben die vom Aschkenasischen her bestimmte deutsche Umschrift der hebräischen Bezeichnungen auch die der sfardischen entsprechende zu setzen. Die Umschrift mancher- Bezeichnung — etwa Pesach mit einem S-Laut — will uns norddeutschen Juden nicht recht eingehen. S.B. Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 3. Vj. 893 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 2 vom 1. Juli 1935.