Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1935-09-01 · 9 (1.9.1935) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
9 (1.9.1935)
Date
1935-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2825247-2825355-2825364--1006-2826662
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11. lahrgang Verlagsort: Mannheim 2 Nummer 9 che Schulzeitung Monatsschrift für Erziehung, Unterricht und Schulpolitik Organ des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine (Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin C 25, Kaiserstraße 29) Die „Jüdische Schulzeitung" erscheint am 1. eines jeden Monats Postbezugspreis : 0.45 pro Quartal. Mannheim, den i. September 1935 Druck und Verlag: Gebrüder Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Hauptschriftleiter: Dr.Siegfried Braun Köln, Lütjowstraße 39 Die Verpflichtung ruft S. B. Wir bringen an anderer Stelle einen stark gekürzten Bericht über die Mitgliederversammlung unseres Emser Heims und über die Einweihung des neuen Anbaus. Die Betreuer des Hauses und die Verwalter seiner Geldmittel haben, so geht es aus dem Bericht hervor, lebhaft Klage darüber geführt, daß die Mitglieder des Vereins ihren Verpflichtungen dem Verein gegenüber nicht durchweg so nachkommen, wie es erforderlich wäre; daß darüber hinaus aber eine bedauerlich große Anzahl von jüdischen Beamten aller Gattungen sich nicht dazu haben aufraffen können, dem Verein als Mitglieder beizutreten, obwohl nur fünf Mark — von Beamten im Ruhestand 3 Mark — Jahresbeitrag zu zahlen sind. Wir erachten es als eine Pflicht, zu diesem Sachverhalt einmal ein ernstes Wort an die Leser der J. Sch. zu richten. Das „Erholungs- und Altersheim für jüdische Lehrer und Kantoren" ist vor einem Jahrfünft aus der Ue.berzeugung heraus ins Leben gerufen worden, es sei dringendes Bedürfnis, älteren Beamten und deren Gattinnen eine Stätte 'bereitzustellen, die ihnen für den Abend des Lebens Ruhe und Behaglichkeit gewähre. Zugleich sollte es dazu dienen, Beamten die Möglichkeit zu geben, ihre Ferien oder einen Kuraufenthalt im Kreise von Berufsgenossen gegen eine -tragbare Vergütung zu verbringen. Beiden Aufgaben ist das Heim in steigendem Maße und in hervorragender Weise gerecht geworden. Diejenigen, die int ihm ihre dauernde Wohnung gefunden haben, fühlen sich von fürsorglicher Heimleitung 'betreut, zu einer großen Familie zusammengeschlossen. Und die Feriengäste kehren in immer größer werdender Zahl im Heim ein, finden in ihm eine vorzügliche Verpflegung, jede Bequemlichkeit und .vor allem die Ruhe, die ihnen Auffrischung der Arbeitskraft ermöglicht, und einhellig ist das Lob, das dem Heim gezollt wird. Denkt man daran, daß die Möglichkeiten, einen geeigneten Ort zum Ferienaufenthalt zu finden, gering geworden sind, so wird man die eminent wichtige Funktion erkennen, die gerade heute unserm Emser Heim eignet. Freilich wird es auf die Dauer nur dann bestehen können, wenn es finanznell hinreichend gestützt wird. Es ist kein' Erwerbsunternehmen und bedarf des steten Zuflusses von Geldmitteln. Es bedarf insbesondere der tätigen Förderung seitens der Kreise, zu deren Gunsten das Heim ins Leben gerufen worden ist: der Lehrer, Rabbiner, Kantoren und andrer Gemeindebeamten und -Beamtinnen- Es sollte eigentlich keines Aufrufes bedürfen, sie als Mitglieder des Vereins und als werbende Förderer zu gewinnen. Und dennoch muß es nach zwei Richtungen hin geschehen: An die verhältnismäßig wenigen Mitglieder ergeht die dringende Mahnung, den Jahresbeitrag regelmäßig zu entrichten und diesbezüglichen Aufforderungen durch den Schatzmeister des Heims pünktlich nachzukommen. Es ist ein Unrecht, sich fortgesetzt mahnen zu lassen und am Ende doch im Rückstand zu bleiben. Diese Nachlässigkeit wirft alle — in dieser Zeit besonders schwierigen — Vorausberechnungen über den Haufen. An die Nichtmitglieder ergeht der Aufruf, sich einzureihen in den Kreis derer, die dem Heim das finanzielle Rückgrat stärken. Wer sich klar macht, daß einmal die Zeit kommen kann, da nach einem Refugium fürs Alter Ausschau gehalten werden muß, der wird nicht zögern, die Mitgliedschaft zum Verein Emser Heim zu erwerben und damit die Verpflichtung zu übernehmen, jährlich fünf Mark zu opfern. Der wird darüber hinaus aber auch nicht unterlassen, seine Gemeinde und die in Frage kommenden Organisationen als Förderinnen des Heimes zu gewinnen. — Es ist in Kollegenkreisen die Frage erörtert worden, ob die Heimverwaltung im Hinblick auf die Propaganda und Geldbeschaffung nicht ertragreicher zu Werke gehen könne. Es dürfte sich wohl empfehlen, ein Netz von Vertrauensleuten im Reiche zu schaffen, die die Aufgabe hätten, die Jahresbeiträge in ihrem Bezirk zu kassieren und Förderer zu gewinnen. Denn es ist eine alte Erfahrung, daß persönliche Bemühungen wirkungsvoller sind als der Schriftverkehr von einer örtlich fernen Instanz her. Der Vorstand wird

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.