Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 6 (1.6.1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 6 Jü4ische Schulzeitung Seite 7 lieh, der Leser seiner Artikel werde Anregung und Lust gewinnen, weiterzuarbeiten und sein Wissen vom Judentum '— „schnell gelernt" — zu vertiefen? Glaubt er, sein Buch gebe die geeignete Anleitung dazu, das „moralische Elend der Unwissenheit" zu überwinden und dem „mächtigen Drängen nach jüdischem Wissen" nachzukommen? Wir vermuten, die Lektüre des A B C werde das Gegenteil zur Folge haben, also dem Am haareztum Vorschub leisten. Das Buch ist nach des Herausgebers Geleitwort eine Zeichnung, nach unserer Meinung eine schlecht und allzurasch gemachte Zeichnung. Die Behandlung der Themen hat zumeist wenig Niveau, die Sprache ist an vielen Stellen schluderig und undurchsichtig. Hier zwei Proben: „Palästina müsse das „geistige Zentrum" des jüdischen Volkes werden, das, wenn nicht die Juden h e i t, so doch das Judentum, die schöpferischen Kräfte der jüdischen Kultur konzentrieren und durch Aussendung der Strahlen auf das jüdische Volk in der ganzen Welt dieses am Leben erhalten würde." (Seite 10.) „. . . . in seinem „Rabbi von Bacharach" ein wunderbares, leider nicht vollendetes Prosawerk aus dem jüdischen Mittelalter..." (Seite 118 unter dem Stichwort „Heine"). Wer ist der Pharao Nescho (Seite 13), wer Oomaas (Seite 15)? Ein blutiger Am haarez muß hier den Namen des Arnos ins Sephardische zu übertragen versucht haben. Ein noch blutigerer Halbwisser berichtet auf Seite 42 von bibelkritischer „Textkonjunktur" und von „Bibelkonjunkturinacherei". So zieht sich durch das Buch hindurch der Ungeist der Fixigkeit bis zur Seite 308, an deren Ende in aller Eile eine Berichtigung gesetzt wurde, die selber — wie bezeichnend für das Tempo der Buchverfertigung — einer Berichtigung bedarf, weil sie eine Rückverweisung mit falscher Seitenangabe enthält Von allen guten Geistern' verlassen war der für die in hebräischen Lettern gedruckten Stellen verantwortliche Mann. (Siehe Seite 34 unter „Beracha" u. a. ml) Ebenso neuartig wie fragwürdig sind die Literaturnachweise jeweils am Ende der Artikel. Bei vielen fehlen sie ganz, bei andern werden Werke schöngeistiger Natur (Romane, Dramen usw.) angeführt, während wissenschaftlich fundierte fehlen. Das entspricht übrigens durchaus der Tendenz des Buches. Nein, Herr Emil Bernhard Cohn, so darf man kein Buch hinausziehen lassen, das Nichtwissende anleiten soll. Es ist schade um den schönen Einband, der so wenig Gediegenes und sorgfältig Geformtes umschließt. Siegfried Braun. Dr. Julius Höxter: Quellenbuch Zi5r jüdischen Geschichte und Literatur. Kleine Ausgabe. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. Leinen 3.50 RM. Ersparnisgründe und die Möglichkeit des Zeitmangels in der Schule haben Höxter veranlaßt, die wichtigsten Stücke aus seinem fünfbändigen Quellenbuch in einem Bande zu vereinigen. Eine Reihe von Quellen, namentlich aus der neuen Zeit, und eine Anzahl von Textproben in hebräischer Sprache (als Anhang) entsprechen den Anforderungen der Gegenwart. Das beinahe 200 Seiten umfassende Buch ist aufs sorgfältigste durchdacht und ausgestattet worden. Die Lektüre der ausgewählten Quellen, die die Schüler durch die mehr als zweieinhalbtausendjährige Geschichte des jüdischen Volkes führen, wird — in angemessener Weise dem Unterricht eingefügt — den Entwicklungsgang des Judentums und die geistige Gestalt der ihn mitbestimmenden Persönlichkeiten plastisch hervor-, treten lassen. Höxter hat die Grenzen der geistigen Aufnahmefähigkeit von Volks- und Mittelschülern wohl beachtet, und wenn von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen wird, namentlich dort, wo Autoren der neuesten Zeit zu Wort kommen (etwa Bäeck und Buber), dürfte der gesamte Stoff unter sachgemäßer Führung des Lehrers dem Verständnis der Schüler nahegebracht werden können. Zeitigte der heute intensiver betriebene Unterricht im Hebräischen die Fertigkeit, auch die hebräischen Stücke des Anhanges zu verstehen, so dürften die Lehrenden zufrieden sein. Das sehr handliche Buch, dem eine ausgezeichnete Inhaltsübersicht vorangestellt ist, wird der Schule wertvolle Dienste leisten- Es wird, insbesondere auch in" einem gewissen Ausmaß das Lesebuch ersetzen, das in der Prägung, die die Gegenwart erfordert, noch nicht da ist. Möchte Höxters Quellenbuch bald in der Hand eines jeden jüdischen Schülers sein! S. B. E. Gut: B e r t h o 1 d Auerbach, eine Auswahl aus seinen Schriften. Nr. 6 der Jüdischen Lesehefte, herausgegeben von Dr. A. Leschnitzer; Schocken Verlag, Berlin. ' Eine kurze schlichte Darstellung des Lebens und der Be- ' deutung Auerbachs leitet das Büchlein ein. Es folgen eine Reihe von Erzählungen mit vorwiegend jüdischem Inhalt, die in ihrer volkstümlichen, sprachlich edlen Fassung auch heute noch so stark die Kinder anzusprechen vermögen, wie die Hebeischen Erzählungen in den Lesebüchern. Der Quellennachweis, die Angabe der Hauptwerke Auerbachs und der wichtigsten Bücher über den Dichter am Ende des Leseheftes werden von denen begrüßt werden, die sich näher mit Auerbach 'beschäftigen wollen. Wir dürfen dem Bearbeiter dieses wertvollen Büchleins, der aus langjähriger Erfahrung heraus die Bedürfnisse der Jugend im Hinblick auf Lesestoff kennt,' dankbar dafür sein, daß er dem zu Unrecht vernachlässigten „Vater der Dorfgeschichten" wieder Heimatrecht in tinsern jüdischen Häusern und Schulen zu geben versucht; daß er darüber hinaus aber auch ein Stück Kulturgeschichte der deutschen Juden lebendig erhalten hilft. S. B. M. Rosenfelder, Ladenburg. Beitrag zur Methodik des hebräischen Unterrichts. Selbstverlag. Dieses Heftchen enthält das Fazit der reichen Erfahrungen, die der bekannte Methodiker in seinem Unterricht gesammelt hat. Es darf davon abgesehen werden, im Einzelnen auf die aufschlußreichen Hinweise einzugehen, weil der Verfasser sich bereit erklärt hat, jedem Interessenten das Heft gratis zuzustellen, wofür ihm hier gedankt sei. Die Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat „Nachaiath Z'wi (Frankfurt a. M.), sowie Der Morgen (Philoverlag) liegen uns in mehreren Heften vor. Wir weisen empfehlend auf diese ausgezeichnet geleiteten Monatsschriften hin; sie werden jede in ihrer Art jüdischer Vergangenheit aber auch der aktuellen Gegenwart gerecht. Wir zeigen ein heute besonders bedeutsames Buch an: Der Weg in die jüdische Neuzeit Jüdische Geschichte von Moses Mendelssohn bis in die Gegenwart von S. Müller (Heidelberg) ca. 260 Seiten, geb. RM- 3-00, brosch. RM. 2.45 In plastischen Charakterbildern, klar und warm läßt der um Erziehung und Unterricht unsrer lugend verdiente Verfasser die Epoche seit Moses Mendelssohn zeitnahe vor uns erstehen. Ueberall, in der Auswahl des Stoffes und in seiner Darbietung, tritt das neue Werden innerlich erfaßt hervor, trotz der Fülle des Inhalts. Auf direkte Vorbestellungen bei uns, die bis 15. )uni dieses Jahres in unsren Händen sind, gewähren wir 20% Rabatt. Schulen, die Müllers vorerst unverändert fortbestehende „Jüdische Geschichte von der Zerstörung des 1. Tempels bis zur Gegenwart", 5. Auftage, im Gebrauch haben oder neueinführen werden, liefern wir ein geheftetes Exemplar des oben angezeigten Buches zum Preis von RM. 1. —, wenn der Bezug jenes umfassenden Geschichtsbuches unmittelbar durch uns erfolgt. Verlag der Jüdischen Schulzeitung Ludwigshafen a. Rh.__Schuistraße i4 Bestellschein* Vom Verlag der Jüd. Schulzeitung, Ludwigshafen a Rh., Schuistraße i4, bestelle ich mit 20% Preisermäßigung ..........Exempl. S Müller, Der Weg in die jüdische Neuzeit geb. RM. 3.00 brosch. RM. 2.45 Ort u. Datum:............................................................................................ Genaue Adresse:.......................................................................................................