Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 2 (1.2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite ö Jüdische Schulzeitung Nuiäifier<2 Beanspruchung der Jugendlichen und die daraus sich ergebende Bagatellisierung der häuslichen Erziehung und. der Schularbeit hervorgerufen würden. Die beiden Jjugeridführer Czegla und Günther Friedlärider aus Berlin betonten die Verschiedenartigkeit der Erziehungsaufgaben von Bund Und Schule und es war gar nicht schwer zu erfühlen, welcher Aufgabengruppe sie den Primat zuerkannten. Herr Czegla trug ein Mindestprogramm für Hebräisch und Judentumskunde vor, das keine allgemeine Schule akzeptieren und anderseits kein Schüler im Bund absolvieren kann, ohne die Schule zu vernachlässigen. — Wenn ich auf weitere Einzelheiten nicht eingehe, so gewiß nicht deshalb, weil ich sie für nebensächlich halte, sondern weil der Umfang des Programms zu einer Auslese zwingt und weil ich nicht in der Lage bin, aus eigenem Wissen über weitere wesentliche Vorzüge zu berichten. Aber auch das wenige, das hier mitgeteilt worden ist, dürfte die Bedeutung der Pädagogischen Woche erkennen lassen, trotz der eingangs geltend gemachten Bedenken. Sie vermittelte eine Fülle von Anregungen, und mancher Kollege gab spontan seiner Dankbarkeit für die Hinweise zu erkennen, die ihm helfen würden, Schwierigkeiten in seiner gegenwärtigen Situation zu überwinden. Wir alle aber, Alte und Junge, empfanden den Segen, der von jeder Gemeinschaftsarbeit ausgeht, ganz besonders aber für den Lehrer, der wie kein anderer Geistesarbeiter der Gefahr der Vereinseitigung innerhalb der vier Wände seiner Schulstube ausgesetzt ist. Die Pädagogische Woche zeigte uns Lehrer und Schüler in harmonischer Zusammenarbeit und nicht zuletzt in ernstem Bemühen um die Lösung gerade der jüdischen Bildungsaufgaben der Zeit. Dies festzustellen erscheint mir als ein Gebot der Gerechtigkeit gegenüber der Behauptung des Berichterstatters einer großen Zeitung, die Veranstaltung habe das „jüdische Lebensgefühl" vermissen lassen. Dagegen sprach allein schon die Aufführung des „Saul" unter der Regie des Herrn Dr. Epstein, eine Leistung ersten Ranges. — Herzlichster Dank gebührt auch den Frankfurter Kollegen für die liebenswürdige Aufnahme, die uns eine Woche angestrengter Arbeit zu einem angenehmen Erlebnis machte. Auch als Verbandsvorsitzender fühle ich mich zu einer Danksagung veranlaßt. Herr Direktor Driesen hat als einen wesentlichen Beweggrund für die Veranstaltung der Pädagogischen Woche die Verpflichtung der Lehrerschaft betont, ihre Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen und der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß die jüdischen Pädagogen gewillt und befähigt seien, die schulischen Probleme von sich aus zu lösen. Diese Aufgabe sei der gesamten im Verband geeinten Lehrerschaft gestellt, und darumhabe er besonderes Gewicht auf die Teilnahme des Lehrerverbandes gelegt. Diese Verbundenheit brachte Herr Dr. Driesen auch durch seine warme Begrüßung in der Eröffnungsfeier zum Ausdruck, und es war für mich Bestellschein Än den Porto 3 Pfg. Falls keine i Marke zur Hand, : unfrankiert In : den Postkasten : werfen! Porto trägt dann Empfänger. Verlag der Jüdischen Schulzeitung Gebrüder Neubauer Ludwigshafen a. Rh. Schulstraßc 14. eine Freude und eine Ehre, neben den Vertretern der Frankfurter Gemeinde, des Schulrates des Philanthrppins und der Reichs Vertretung die mit den Intentionen des Urhebers der, Pädagogischen Woche aussprechen zu können. Diese erfreuliche Haltung des Herrn Direktor Dr. Driesen sowie unsere volle Uebereinstimmung mit "seinen Absichten in unserem offiziellen Organ ausdrücklich festzustellen^ erscheint mir deshalb angebracht, weil der Frankfurter Bericht seltsamerweise auch darüber nichts verlauten läßt, und so könnte ein Eindruck entstehen, den wohl niemand peinlicher empfinden würde als unsere Kollegen in der Frankfurter Lehrervereinigung, die auch ihrerseits die offizielle Vertretung des Verbandes auf der Pädagogischen Woche für notwendig hielt. H. Stern. Achawa Gegen Ende des verflossenen Jahres wurde wie üblich in einer Verwaltungsausschußsitzung, die Herr Oberlehrer E. Gut einberufen hatte, die Verteilung der Pensionszusehüsse vorgenommen. Es konnten rund 3000 RM zur Ausschüttung bereitgestellt werden. Im Jahresbericht wurde des schweren Verlustes gedacht, den die Achawa durch das am 27. März erfolgte Hinscheiden ihres langjährigen verdienstvollen Kassiers, Herrn Bankdirektor Emil Simon, erlitten hat. Seine Nachfolge hat Herr Bankier Herbert Frohmann angetreten. Einer am 17. Juni v. J. abgehaltenen Mitgliederversammlung lagen Anträge vor, die Kassegemeinsam mit ähnlichen Institutionen zu einer Zentralhilfskasse des Verbandes der jüdischen Lehrervereine auszubauen. In der Aussprache zeigte sich eine gewisse Geneigtheit für ein solches Vorgehen, doch wurden Bedenken laut, ob der gegenwärtige Zeitpunkt für die Verwirklichung der Idee geeignet sei. In einer später einzuberufenden Generalversammlung soll die Angelegenheit von neuem zur Behandlung gelangen. Der Mitgliedsbeitrag für Ehrenmitglieder bleibt wie bisher 6 RM. Aktive Mitglieder werden gebeten, ihren Beitrag von 4 RM ohne weitere Aufforderung auf das Postseheckkonto des Vereins Achawa, Pensions- und Hilfskasse israel. Lehrer Deutschlands in Frankfurt a- M. Nr. 47 452 einzuzahlen. Neue aktive Mitglieder können zur Zeit nicht aufgenommen werden. Anfragen beantwortet der Schriftführer, Herr Studienrat Walther Rothschild, Hammanstraße 5, Frankfurt a. M. I St. Georgen i Als Wintersportplatz genießt St. Georgen einen hervorragenden Ruf. Diesen Ruf verdankt es nebenbei seiner Höhenlage von 870-1000 m dem einzigartig schönen Gelände, das den Ansprüchen des geübten Wintersportlers ebenso gerecht wird, wie jenen des Fortgeschrittenen oder Anfängers. Der Aufenthalt in St. Georgen zur Winterszeit gestaltet sich zu einem wunderbaren Erlebnis, wenn vom stahlblauen Himmel die Sonne auf die weiten Schneeflächen scheint, während unten in den Tälern die Nebel brauen Hotel Adler Neues mod. Haus. Volle Södlage. Fließ. Wasser. Liegeterrasse, Glasveranda, Gar. Prosp. Fernspr. 114. Pension ab 4.60 RM. Otto Braun, Küchenchef. St. Georgen i. Schwarzwald. ftajfee »Äonbftoret %<tMtt, 23.»23aÖen ©emü«H<$«ä SomfUen-Äoffce n5<t)ft Der Äur$attä*©pfel&<mf. 1039 Pension „Libanon" siAt^tthen^elmuTJmPuti'e Zimmer mit und ohne Pension. Sehr schöne Räume ßr Abhaltung von Festlichkeiten. 8 Minuten von derBahn.2Min.vond. Universität. H.SdimUCkler, FreWurg UBr., Erbprinzenstr.2, Tel. 6158 Gross-Garage Albert Sisson, Konstanz Emmi8hofer Straße 5 (beim Emmishofer Zoll) 1121 Taxi Telefon 1009 — Moderne Reparaturwerkstätte — Wagen waschen, Durchschmierung, Reinigung der Wagen, Oel, Benzin, „Esso"-Tankstelle Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Siegfried Braun, Köln. Lützöwstraße 39. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. IV. Vj. 726 Exemplare.