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Jüdische Schulzeitung · 1934-12-01 · 12 (1.12.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
12 (1.12.1934)
Date
1934-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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10. lahrgang CcP^mniaI JUOA.'CA Nummer 12 Jüdische Schulzeitung Monatsschrift für Erziehung, Unterricht und Schulpolitik Organ des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine (Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin C 15, Kaiserstraße 29) Die „Jüdische Schulzeitung" erscheint am 1. eines jeden Monats. Postbezugspreis: 0.45 pro Quartal. Mannheim, den i. Dezember 1934 Druck und Verlag: Gebrüder Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Schriftleitung: Dr.SiegfriedBraun Köln, Lüfcowstraße 59 Vor einer Verbandstagung In den Weihnachtsferien findet in Berlin eine Vorstands- und Ausschußsitzung des Preußen- und Reichsverbandes statt, für die folgende Programm- Punkte vorgesehen sind: 1. Begrüßung. 2. Kassenbericht. 3. Zur Lage der jüdischen Schule, a) Volksschule, b) Religionsschule. Anschließend Berichte der Vertreter der Provinzfal- und Landesvereine über die Lage in ihren Gebieten. 4. Lehrerbildung. Lehrerfortbildung. Anstellungs-Besoldungsfragen. Pressefragen. Pensionskasse. Lage des Preußen- und Reichsverbandes. Dr. Jul'us Höxter-Stiftung. Wahlen. (Ersatzwahlen für Abraham und Peritz.) Die Referenten sind noch nicht benannt. Es können auch noch Aenderungen des Programms erfolgen. Außerdem besteht die Möglichkeit, daß eine Erweiterung der Sitzungen durch d?e Teilnahme der „Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung'* stattfindet. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Sleiiftl\£fcrdl TO Jahre (Am 14. Dezember) Man merkt sie ihm nicht an, so frisch und jugendlich ist er in Gestalt, Gestus und Haltung geblieben. Es ist, als ob die vielen Jahre des Kämpfens seiner geistigen Kraft Dauer verliehen, als ob so manche Sorge, die gerade in jüngster Zeit auch an ihn herangetreten ist, in Steinhardts Vitalität den sieghaften Widerpart gefunden hätte. Immer noch spielt das Lächeln der Güte mit dem des Humors in seinem Antlitz; immer noch begleiten die Hände belebend das episch breite Berichten und Plaudern des vielerfahrenen Mannes. Und wenn es der Augenblick verlangt, dann trifft sein spitziges Wort, aus dem Vorrat eines noch ungetrübten Gedächtnisses Wert und Fülle erlangend, den Gegner sicher und nachhaltig. Steinhardt steht zwar nicht mehr mitten im Kampffeld innerjüdischer Auseinandersetzungen; dennoch kennt er kein otium cum dignitate, das er redlich verdient hätte. Er ist mit seiner Gattin vor wenigen Monaten in unser schönes Erholungs- und Altersheim zu Bad Ems eingezogen, und mit ihm kamen jene Ingredienzien des Lebens in das Haus, die das Dasein einer Gemeinschaft froh beschwingen. Aber Steinhardt kann ohne Arbeit nicht leben; wie in Magdeburg sitzt er auch in Ems an seinem Schreibtisch, und zuweilen treibt's ihn, den unrtihvollen Mann, fort in die Ferne zu Freunden hin und an die Stelle, an der jüdische Zukunft gestaltet wird. Möchte es so bleiben! Möchte Steinhardt gesund an Körper und Seele weiterplanen und weiterwirken wie bisher! Und vorüber an ihm und den Seinen ziehe das Leid, auf daß es hell bleibe um ihn her und in ihm selber! So wünscht es aufrichtig mit der Schriftleitung seines Blattes der Vorstand seines Verbandes, und so wünschen es Freunde und Freundinnen ohne Zahl. Aus dem Inhalt dieser Nummer: S B. Zur Unterrichtsgestaltung in den allgemeinen Schulen. — S. Guttmann, Potsdam: Etwas über synagogale Musik. — Rabb. Dr. Caro, Köln: Das erste Buch der Tora-Genesis. — Literarisches. Zur Unterrichtsgestaltung in den allgemeinen Schulen S. B. Der Reichserziehungsminister Dr. Rust hat jüngst eine Reihe von Werken bekanntgegeben, die im Unterricht hinfort verwendet werden können, wenn es sich darum handelt, die Schülerschaft mit den Fragen der Erbkunde, der Erbpflege, der Rassenkunde und Bevölkerungspolitik und schließlich mit der Judenfrage, vertraut zu machen. Wir heben unter diesen Büchern hervor Adolf Hitlers „Mein Kampf", Alfred Roseinibergs »Der Mythos des 20. Jahrhunderts", Th. Fritschs „Handbuch der Judenfrage" und AlfredRosenbergs „Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik". Uns deutschen Juden gibt diese Auswahl von Unterrichtswerken Anlaß, die Weiterentwicklung der allgemeinen Schulfrage unter zwei Gesichtspunkten zu betrachten. Einmal vom Standort der jüdischen Kinder, die auch weiterhin rrichtjüdische Schulen besuchen und in vorgeschriebener Weise am Gesamtunterricht teilnehmen werden, sodann aber unter dem Aspekt der soziologischen Spannungen, die zwischen Juden und Nichtjuden bestehen. Es ist keineswegs so, als ob die jüdischen Schüler nicht auch wertvolle Aufschlüsse über die in Frage stehenden. Themen erhalten sollten, uinid wer sich einmal in der pädagogischen Literatur umsieht, der wird erkennen, daß auch die jüdische Oeffentlichkeit, und namentlich der jüdische Erzieher den Fragenbereich, der in den oben genannten Büchern erörtert wird, an die jüdische Schule heranzubringen versucht, weil der gute Kern erkannt wurde, der darin steckt, dessen Herausschälung auch den Juden förderliche Erkenntnisse zu geben) vermag. Wir dürfen in diesem Zusammenhang auf den Arbeitsplan der P ä - dagogischenWoche verweisen, die das Philanthropin in Frankfurt in diesen Tagen veranstaltet hat, und über

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