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Jüdische Schulzeitung · 1934-08-01 · 8 (1.8.1934) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
8 (1.8.1934)
Date
1934-08-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 16 A. Marmorosch: Alte und neue Stätten in Palästina und Südsyi'tcn. Ein neuer Führer, 2. Auflage mit 42 Abbildungen und einer Karte; Im Selbstverlag des Verfassers. Jerusalem \934y Dieser Reiseführer durch Palästina und Südsyrien, entstanden aus der Praxis vieler Führungen, will den zahlreichen Touristen ein Helfer be'm Besuche des Landes sein. In seinem ersten Teil gibt das Buch einen historischen Ueberbiick über die Entwicklung Palästinas, über seine jetzige Bevölkerung, d e verschiedenen Konfessionen, sowie über das jüdische Aufbauwerk. In den übrigen Teilen wird Jerusalem und seine Umgebung, Samaria .und Galiläa, sowie Südsyrien geschildert. Im Anhang findet s'ch eine statistisch interessante Zusammenstellung der wichtigsten jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen. Im ganzen Buch nimmt die geschichtliche Darstellungeinen größeren Raum ein als die des jetzigen Palästina. Dem Lehrer wird das Büchlein zur Vorbereitung für Palästinakunde n:be;; anderen Schriften ein wertvolles Hilfsmittel sein. Kerfen? Taschenwörterbuch, hebräisch-deutsch, herausgegeben von Ephraim B r ä u d o. Verlag Kedem, Beriin-Charlottenburg, 1934. Das im letzten Jahr im deutschen Judentum entstandene Streben nach Erlernung der hebräischen Sprache bewirkte, daß eine Flut hebräischer „Lernliteratur" entstand. Das Kedem-Taschenwörterbuch, herausgegeben von dem Palästinenser Ephraim Bräudo nimmt unter den vielen Neuerscheinungen eine besondere Stellung ein. Es erhebt nach den Ab- . sichten des Verfassers nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit, es will nicht den Zwecken der Forschung dienen, sondern dem Hebräischlernenden, der sich auf die lebendige, in Palästina gesprochene Sprache vorbereiten will, c'n wesentliches Hilfsmittel se:n. Dieses Ziel erreicht das Lexikon durch besondere Vorzüge: Moderne hebräische Wörter aus dem Alitagsleben Palästinas finden-weitgehendste Berücksichtigung, häufig vorkommende Redensarten werden in sehr geschickter, freier Weise übertragen (z. B. v:v pa*»nn p? er ist hin'er den Ohien noch nicht uock n; *iy «S ,ra «S Hirngespinste, keine Spur; mo'jö wjkwiiö mechanisch, blind gehorchend). Auf Synonyme w.rd besonders hingewiesen. Hervorhebung verdient der ausgezeichnete Druck, den wir leider sonM sehr oft bti hebräischen Büchern vermissen müssen. ' ' Alle diese Vorzüge verhelfen dem Lexikon dazu, wirklich mehr als ein Wörterbuch zu sein. Es wird tatsächlich bei häufigem Gebrauch zu einem Hilfsmittel, das geeignet ist, den . Lernenden in den Geist der Sprache einzuführen. Sein Gebrauch ist wärmstens zu empfehlen. I-' St. ' Kurt Leese: Rasse — Religion — Ethos. Leopold Klotz Verlag, Gotha. Preis 3.80 RM. . Der Verfasser — Privatdozent der Philosophie an der Universität zu Hamburg — hat sich die Aufgabe gestellt, mit wissenschaftlichem Ernst die Begriffe zu durchleuchten, die in dieser Zeit innerhalb der verschiedenen Bekenntnisse Spannungen erzeugt haben. Die Untersuchungen kreisen demnach um die rermini „arteigen", „völkisch", . „'Religion" und Christentum". Unter den Ueberschriften „Religion und Ethos der In- Nmnnier S der, der Perser, der Griechen und der Germanen" gibt uns Leese eine anschauliche Sicht in die Eigenart des -nordischen Menschen. Das Kapitel „Symbole völkischen Denkens" sucht die Unterschiede zwischen germanischer und semitischer Art aufzuwehen. Im Schlußkapitel behandelt der Autor das Wesen des Christentums. Was uns Juden besonders an dem tiefen und feinsinnigen Werke interessiert, das sind die sich immer wieder ergebenden Seitenblxke auf unsere Religion. Der Autor, der die Theologie des „earcen Punktes" nicht anerkennen kann, d. h. der nicht eine einmalige Gottesoffenbarung als Kegeben erachtet, sucht dennoch der Größe des Judentums gerecht zu werden. Und so faßt er sein Urteil zusammen in der Uebernahine eines Urteils, das Rudolf Otto in einem Buch gesprochen, und das von dem biblischen Ruf: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig", aussagt: „Dieses Tiefste, gegenüber dem doch alles zurücktritt, was sonst in der Religionsgesqhichte aufgetreten ist, ward nicht v.nn Griechen, nicht von Indern oder Iraniern gefunden, sondern ist in Judenseelen geboren worden." S. B. Micha Josef bin Gorion: Der Born Judas. Neue Ausgabe, Schocken-Verlag, Berlin. Leinen 7.50 RM. Bisher gab es diese wunderschöne Sammlung von jüdischen Märchen und Geschichten in 6 Bänden. Der Schocken- Verlag konnte sie deshalb in einem beinahe 800 Seiten starken Band herausbringen, weil er das wissenschaftliche Beiwerk wegl:eß und eine Reihe weniger bedeutsamer Sagen herausnahm. Wie reich die hier zusammengetragene Geschichtenwclt ist, das besagen die Ueberschriften der neun Bücher: Biblische Mären, Historien, Aus dem Reiche der mündlichen Lehre, Legenden, Märchen, Weisheit und Torheit, In den Ländern der Zerstreuung, Im heiligen Lande, Volksgeschichten. Mit Ausnahme e uer Anzahl van Geschichten eignet sich die Sammlung hervorragend, zum Gebrauch in der jüdischen Schule. Das Buch ist von Schocken wie immer prächtig ausgestattet worden und es darf erwartet werden, daß es zum Volksbuch des jüdischen Hauses wird. S. B. Im Kampf um die Weltanschauung Trotz der Anspannung, welche die Ueberwindung der-äußeren Krise kostet, hat das. Judentum das ernste Ringen mit den grundlegenden Fragen der Weltanschauung nicht vernachlässigt. Es scheint sogar, daß die Bemühung um ein Judentum, das sich selbst treu ble;bt und doch den vollen Gehalt der Zeitkultur in sich aufnimmt, in diesen Jahren der Not noch weiteren Widerhall in Gemeindekreisen findet. Es ist daher sehr dankenswert, daß die Monatsschriftfür Geschichte und Wissenschaft des Judentums nicht nur geschichtliche Aufgaben pflegt, sondern auch den Fragen der Gegenwart volles Interesse widmet. An der Hand dreier führender Schriften orientiert Max Wiener in dem soeben erschienenen Heft über die neuesten Fassungen des liberalen, konservativen und mittelparteilichen Standpunktes. Im gleichen Heft setzen M. Gaster und B. Heller ihre wertvollen Studfen zur vergleichenden Sagenkunde fort, aus welchen sich die Bedeutung des Midrasch für d;e Erforschung der Weltliteratur ergibt. Guido K i s c h s Aufsatz über die erste Promotion eines Juden in Deutschland mag den Leser mit schmerzlichen Gefühlen erfüllen. Neu eintretenden Lesern werden die früheren Jüdische Schulzeitung

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