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Jüdische Schulzeitung · 1934-06-01 · 6 (1.6.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
6 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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10. Jahrgang Nummer 6 Jüdische Schulzeitung Monatsschrift für Erziehung, Unterricht und Schulpolitik Organ des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine (Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin C 25, Kaiserstraße 29) . Die „Jüdische Schulzeitung" erscheint am 1. eines jeden Monats. Postbezugspreis: 0.45 pro Quartal. Mannheim, den I.Juni 1934 Druck und Verlag: Gebrüder Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. S. Braun, Köln, Lütjowstr. 39 . Hus dem Inhalt dieser Nummer: Dr. Hermann Well - Frankfurt a. M., Die jüdischen Philologen und Philologinnen in Preußen. — Dr. Esther Frank-Köln, Franz Rosenzweigs finmerkungen zu Jehuda Halevi. Die jüd. Philologen und Philologinnen in Preußen von Dr. Hermann Weil, Studienassessor am Philanthropin, Frankfurt a. M. Wie alljährlich, erschien kurz vor Jahresschluß das „Philologenjahribucli (Kunzes Kalender) für das höhere Schulwesen Preußens und einiger anderer deutschen. Länder'4 mit dem Stand vom 1. Mai 1933, jedoch mit Nachträgen bis Anfang Oktober 1933 und einem wichtigen Nachtrag betreffend „Veränderungen seit dem 15. Mai 1933 auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, abgeschlossen am 10. November 1933 und auf Grund amtlichen Materials zusammengestellt". Es ist interessant, auf Grund dieses im Auftrag des Preußischen Philologenverbandes mit Benutzung amtlichen Materials herausgegebenen ausgezeichneten Nachschlagewerkes eine Statistik der männlichen und weiblichen Philologen jüdischen Bekenntnisses anzulegen, einmal um Vergleichsresultate zu den früheren von mir veröffentlichten Zahlen (Isr. Familienblatt Nr. 15 vom 10. April 1931 sowie Nr. 1 vom 5. Januar 1933 und Nr. 13 vom 30. März 1933) zu gewinnen, und zum zweiten, um eine wichtige Frage, die Frage des jüdischen Philologennachwuchses aufzuzeigen. Im Vergleich zum Schuljahre 1932 hatte sich zu Beginn des Schuljahres 1933-34 in dem Bestand der Festangestellten nichts geändert. Es gab in Preußen: 1 Oberstudiendirektor an der öffentlichen höheren jüdischen Vollanstalt, dem Philanthropin (Reformrealgymnasium und Lyzeum) in Frankfurt a. M.. 1 Studiendirektor an der Realschule der israel. Religionsgesellschaft (Samson-Raphael-Hirsch-Schule) ebenfalls in Frankfurt a. M., 3 Oberstudienräte und zwar an christlichen Anstalten. 2 in Berlin und 1 in Breslau und 94 Studienräte, darunter 16 an den beiden jüdischen Anstalten in Frankfurt a. M. In Prozenten berechnet erhalten wir folgende Zahlen, wobei die Klammerzahlen die Werte für jüdische Philologen an christlichen Schulen angelben: 5 von 1578 in gehobener Stellung (Direktoren und Oberstudienräte) 0,32% (3 von 1578 0,19%). Studienräte: 94 von 11348 0,83% (78 von 11-348 0,69%). - Bezüglich der Angäbe des durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums bedingten Ausscheidens von Philologen muß vorweg gesagt werden, daß in diese Statistik nur solche jüdische Philologen aufgenommen wurden, bei denen ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Bekenntnis durch „j" in den Dienstalterslisten vermerkt war; dagegen konnte — da das Philologen-Jahrbuch darüber keine Auskunft gibt — nicht die Zahl der Nichtarier überhaupt ermittelt werden. Auch : ist beim Ausscheiden nicht" angegeben, auf Grund welches Pa1ragraphen des Beamtengesetzes die Ausscheidung erfolgte. Auf Grund des Beamtengesetzes sind nun ausgeschieden: Direktoren: ü, Oberstudienräte: 1 und Studienräte: 31. Die Ausgeschiedenen wurden in den Ruhestand versetzt oder entlassen. (Die angegebenen Zahlen sind nach dem oben genannten Nachtrag ermittelt und nach den Dienstalters- und Provinzlisten zusammengestellt.) Es sind somit im Preußischen Staatsdienst verblieben: 2 Direktoren (beide an jüdischen Anstalten), 2 Obierstudienräte und zwar in Berlin (EK) und Oppeln (Oberschlesien). Von Studienräten sind im Amt geblieben: 63 und zwar sind hierunter 1. an jüdischen Schulen festangestellt: 16; 2. bis 1. April 1914 waren angestellt und zwar an christlichen Anstalten: 15; .3. in Oberschlesien und im Saargebiet sind weiter im Amt verblieben: 4 (3 plus 1). Es verbleiben somit weiter 28 Studienräte, auf die das Berufsbeamtengesetz keine Anwendung findet, aller Wahrscheinlichkeit nach fallen hierunter die Gruppe der Frontkämpfer. 14 davon sind Inhaber des Eisernen Kreuzes. Mithin sind 67 festangestellte Philologen, nach Abzug der an jüdischen Schulen tätigen also 49 im Amt geblieben. Ziehen wir noch die Philologen in Oberschlesien und im Saar gebiet ab, so ergibt sich als Anzahl der an christlichen Schulen verbliebenen festangestellten Philologen die Zahl: 44. Kommen wir nun zu den Nichtfestangestellten: den Studienassessoren und Studienreferendaren. Unter den sogenannten Anwärtern der Assessoren also unier den anstellungsberechtigten 865 preußischen Assessoren befanden sich zu Beginn des Schuljahres 23. Durch das Berufsbeamtengesetz sind 15 davon ausgeschieden. Die verbliebenen 8 Anwärter sind wohl alle infolge ihrer Frontkämpfereigenschaft im Amte geblieben. Sie haben alle das Eiserne Kreuz. Davon sind 6 an christlichen Anstalten, 1 an der Hirsch-Realschule Frankfurt a. M. und einer im Ausland. Es sind mithin 65.2% Anwärter ausgeschieden. Unter den 2733 übrigen preußischen Assessoren (Nichtanwärtern) warerr zu Beginn des Schuljahres 1933-34 46 Juden. Des Interesses wegen geben wir die Zahlen dieser Assessoren einmal nach preußischen Provinzen geordnet, wobei die ■Klammerzahlen die durch das Beamtengesetz Ausgeschiedenen bedeuten: Ostpreußen 1 (l), Posen-Westpreußen 0, Brandenburg-Berlin 24 (20), Pommern 0, Niederschlesien 8 (8), Oberschlesien 0, Sachsen 1 (l), Schleswig-Holstein 0, Hannover 0, Westfalen 0, Hessen-Nassau 9 (8), Rheinland 3 (l) und Saargebiet 0. Zusammen sind 39 Assessoren-Nichtanwärter ausgeschieden 84,8% , also 7 verblieben, und zwar in Brandenburg-Berlin: 4, in der Rheinprovinz: 2 und Hessen- Nassau: 1. Es handelt sich wohl bei dieser kleinen Gruppe um Frontkämpfer, denn die Geburtsjahre der im Amt verbliebenen liegen von 1877 bis 1899. 2 Assessoren haben das Eiserne Kreuz, ein weiterer das EK. 1. Klasse. An jüdischen Assessoren insgesamt sind also von 69 (Anwärter und Nichtanwärter) 13 im Dienst an christlichen Anstalten verblieben, das sind unter 3598 preußischen Assessoren 0,36%. Zum Schluß sei die Gruppe der Studienreferendare betrachtet. Zu Beginn des. Schuljahres sind nur in 3 preußischen

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