Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 4 (1.4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer-4 Jüdische Schulzeitung Seite T junger Menschen den Weg ins Leben gewiesen. Begabt mit einem besonderen Lehrigeschick, getragen von einer warmen Liebe zur Jugend und einem einfühlenden Verstehen der Jugend, so war es natürlich, daß ihre Arbeit immer ganz Erfolg war: Dazu kam, daß sie selbst stets jung war und jung geblieben ist.. - ..... . : Mit der Schule-ist aber ihr Wirkungsbereich nicht abgeschlossen. Mit dem gesamten religiösen, sozialen und kulturellen Leben der Kölner Gemeinde ist Paula Löb aufs engste verbunden, und auf allen Gebieten, wo ein warmes Herz, wo gutes Wollen, wo ein sicheres Können notwendig ist, wirkt und schafft sie mit Erfolg, steht sie ganz in liebevollem Dienst an den Menschen. Daß sie zu den wenigen Frauen gehört, die auch in der Gemeindevertretung tätig sein können, muß hervorgehoben werden. Paula Löb ist unserm Lehrerverband ein© immer treue, immer arbeitsbereite Kraft 'gewesen und gern erinnern wir. uns ihrer temperamentvollen Art, eine Sache zu vertreten. . : Nim, da die Schilltüre , sich hinter der Lehrerin schließt, drücken ihr Schüler unti Mitarbeiter die Hand zum Dank, Dank aber auch für ihre unermüdliche Arbeit am Gemeinwohl. Diese Worte sind glücklicherweise keine Würdigung, die einen Schlußstrich zu-setzen haben. Die Bindung zur Schule wird weiterhin lebendig bleiben, und wo es zum Wohl der Gemeinde zu wirken gilt, da wird gewiß auch in Zukunft ihre Kraft ganz zur Verfügung stehen. Was bis heute der Grundzug ihres Wirkens war, wird auch Triebkraft zur weiteren Schaffensfreude sein: Liebe und Treue! E. 1. . ■ * . ■ * , Lehrer und.,Kantor Hugo Friedmann, Berncastel- Cues, begeht am .l. . April sein 25jähriges Ortsjubiläum. Kollege Friedmann hat vor einigen Jahren ein Verzeichnis jüdischer Gräber an der Mittelmosel veröffentlichtdas gerade in linsern Tagen seinen besorJdern Wert erhält. Wir wünschen dem J-ubilaf alles Gute. Aufsatzthemen in dieser Zeit Ich bitte die Kollegen, mir geeignete Aufsatzthemen' anzugeben, die heute in der jüdischen Volksschule bearbeitet werden können. Auch für Ueberseindung' von-Schülerarbeiten, in denen das Zeitgeschehen spürbar ist, .wäre ich dankbar. : .. . Braun. Berichtigung der Buchhandlung Kedem Die Buchhandlung „Kedem"-Berlin-Charlottenburg bittet uns, darauf hinzuweisen, daß das Buch Bornstein, „Einführung in das Hebräisch der Gegenwart", von ihr allein vertrieben wird,. uri.d daß der Preis von 8.10 auf 4.80 RM für das. Leinen-Exemplar herabgesetzt ist. Literarisches Dr. A. M. Silber mann: Die Haggadah des Kindes — Hebräischer Verlag, Menorah GmbH., Berlin 1933. -Aeußerer Aufbau und innrer Gehalt der Sederfeier sind auf die Psyche des Kindes zugeschnitten1. All die Menschen, die in der Haggadah das Wort nehmen, und denen es gegeben wird, sind im tiefsten Kinder und wenden sich an das Kind, auch an das, das im Erwachsenen steckt und das dem Leben auch dann noch in rührender Naivität lauscht, wenn es im grauen Alltag selber grau geworden ist. So hat denn die Hagigadah schel Pessach wie vielleicht kein andres jüdisches Volksbuch Eingang in die jüdischen Häuser gefunden; und ungewöhnlich groß ist die Bemühung gewesen, dem uralten Text von der künstlerischen Seite her neue Seiten abzugewinnen. Die Hagigadah, die hier angezeigt werden soll, stellt nach mehreren Richtungen hin ein Neues dar. Die Bearbeiter haben sich alle Errungenschaften moderner Buchtechnik und ebenso die Ergebnisse der Kinderpsychologie zunutze gemacht, so daß ein Werk entstanden ist, das frühesten Anklang bei unsern Kleinen gefunden hat. Die Gestaltung des hebräischen und deutschen Textes ist in Anordnung und Formgebung muster- . gültig, die Uebertragung einwandfrei trotz der Angleichung an das Verständnisvermögen der jugendlichen Leser. Die Ueberraschung aber bilden die beweglichen Bilder, die in ihrer Farbenpracht das Entzücken der Kinder sind. Da stehen die ägyptische Königstochter und ihre Dienerinnen am Nil und in gemessener Entfernung Mirjam. Ein Zug — und das Pechkästchen mit dem kleinen Knaben erscheint inmitten der Wellen. Die zehn Plagen werden aufgezählt, indes eine Drehscheibe in Bewegung 'gesetzt wird, die dem Beschauer ad oculos demonstriert, welches Unheil eben die bösen Aegypter betroffen hat. An der festlich hergerichteten Sedertafel sitzen die Tischgenossen — in die Erzählung vom Auszug aus Aegypten vertieft. Der Aphikomon wird versteckt, ein Knabe sucht und; findet ihn) und zeigt ihn frohen Antlitzes vor. Und so gibt es der Auigenweide viel in diesem köstlichen Buch. Schade, hur, daß es 4,80 RM kostet. , Den Mitarbeitern sei Dank dafür gesagt, daß aus dem Zusammenklang ihrer Bemühungen ein derartig geschlossenes Ganzes hervorging; Silbermann und Emil Bernhard Cohn* den Uebersetzern, Erwin Singer, dem Bebilderer, Arno Nadel, dem feinsinnigen Künstler, Schöpfer und Sammler des Melodienanharigs, sowie seinen Arbeitsgenossen Saphirstein und Mina Nirenstein. d. N. J uI i us Ba b: Rembrandt und Spinoza. Philoverlag, Berlin, 1934, 2,30 RM. Der deutsche Jude Julius Bab überdenkt in diesen Zeiten die Frage, ob das Leben der Menschheit, der schöpferische Geist in vollerem Sinne fruchtbar werde durch scharfe Abtrennung, oder durch intensivere Wechselwirkung der Menschengruppen. Die Antwort findet er durch eine Ueberschau über die Lebensschicksale zweier der genialsten Menschen, die je über diese Erde geschrittensind: Spinozas und Rembrandts. Beider Personhaftigkeit und Werk sind oft dargestellt worden. Dennoch wagt es Julius Bab von neuem und auf durchaus eigne Art. Obgleich er nichts weiter tut als hinhorchen auf den Herzschlag der beiden Männer und das Erhorchte darstellen, gewinnt er die Einsicht und wir Leser mit ihm, daß in der Tat eine geheimnisvolle Wechselwirkung besteht zwischen Menschenkreisen verschiedener volklicher Herkunft, eine magische Verbindung, aus der heraus der Fortschritt im Kulturellen erwächst. Spinoza war kein menschenscheuer Asket; sein Geist brauchte der Erregung durch die Kraft von Freunden, die seelisch im christlichen Kulturkreise wurzelten. Rembrandt, der deutsche Meister begab sich in das Gehege des Judenviertels zu Amsterdam und seine künstlerische Kraft wuchs ins Dämonische, wenn er Gestalt und Antlitz der Ghettomenschen beobachtete und darstellte. So fanden beide Erfüllung durch Untertauchen im Fremden, und so wurde uns Nachfahren ihr grandioses Werk geschenkt. Julius Babs Darstellung ist ein Kabinettstück psychologischer Deutungskünst Die Lektüre seines Buches hinterläßt den Eindruck, als gehöre Babs besondere Liebe Rembrandt, und so bestätigt sich seine unausgesprochene Ansicht über den tiefen Zusammenhang der Din'ge auch an ihm selber. Möchte das reich bebilderte Buch viele Freunde gewinnen. S. B, Zur Beachtung! Dieser Ausgabe unseres Blattes liegt eine Zahlkarte für eine S.o n de r spe n de zur Verbandshilfskasse für 1 93 4 bei, die keiner unbenutzt lassen wolle! Kollegen, denkt an Eure Pflicht! Zahlt Eure Beiträge! Demnächst erscheint: Uli Heft 3 (Moses), Preis 60 Pfg., von S. Rosenfelder Ladenburg a. N. Gummischnell x sauber x preiswert Gebr. Neubauer, Ludwigshafen/Rh. Sohulstr.14.