Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 9 (15.9.1933)
- Date
- 1933-09-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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\‘«f V' Nummer 9 ZLdische Schulzeitung Seite 7 Literarisches Anterfuchungen zur Lage der akademischen Berufe von Rudolf - Meerwarth, Universitätsprofessor in Leipzig. Struppe und Winckler-Verlag, Berlin. 1932. Seit einiger Zeit gibt es eine volkswirtschaftliche Zentralstelle für Hochschulstudium und akademisches Berufswesen in Kiel, die eine Schriftenreihe mit obigem Titel herausgibt., Heft 1 bis 5 liegen mir vor. Sie behandeln die naturwissenschaftlichen Berufe. Selbstverständlich konnten sie die' Sonderbestimmungen, die sich aus der politischen Entwicklung der letzten Monate ergeben haben, nicht berücksichtigen, da siebereits vor Inkrafttreten und vor Formulierung dieser Bestimmungen abgefaßt sind. Dennoch lohnt sich auch noch heute die Lektüre dieser Hefte für alle am Wissenschaftsleben Interessierten nicht zuletzt wegen der außerordentlichen Genauigkeit und Ausführlichkeit des Stoffes. Ein selten klarer Blick für alles Wesentliche und Wichtige durchzieht alle Hefte. Kein Wunder für den, der den großen Vorzug hatte, den fesselnden und weitblickenden Kollegs des Verfassers an der Berliner oder der Leipziger- Universität beizuwohnen. Man darf mit großer Spannung den hoffentlich bald erscheinenden, den Pädagogen gewidmeten Heften entgegensetzen. Ernst Lewy. * Oskar Walzel: Goethes Allseitigkeit. Herderoerlag, Freiburg i. Vreisgau 1932. Geheftet 1,40 Verfasser führt die Betrachtungsweise weiter, die er bereits im ersten Bande seiner „Deutschen Dichtung von Gottsched bis zur Gegenwart" über Goethes künstlerische Persönlichkeit ent- - wickelt hatte. Der Begriff der Polarität — ein Lieblingsbegriff des Dichters — wird näher bestimmt und auf die Züge seines gegensätzlichen Wesens übertragen. Aber auch in den Gestalten, die der Dichter geschaffen hat, läßt sich eine ganze Reihe solcher polarer Gegensätze Nachweisen. Lebensnähe und zugleich Entfernung vom Leben, das ist in Goethes Kunstlehre eine Polarität. Wälzel zeigt dann, wie die scheinbar widerstrebenden Kräfte der. Natur aus dem Chaos sich dem Kosmos einordnen. Studienrat Moritz Simon, Tilsit. *' Prof. Dr. Th. Ziehen: Die Grundlagen der Charakterologie. In 15 Vorlesungen dargestellt. Langensalza Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann) 1930. 9 Wl. 372 S. Das Buch Ziehens ist aus Vorträgen hervorgegangen, die er feit einer Reihe von Jahren in den Ferienkursen der Universität Jena gehalten hat. Der Wert dieser charakterologischen Untersuchungen beruht besonders darauf, daß hier, wie der Autor im Vorwort andeutet, ausschließlich Tatsachen und verständliche gesetzmäßige, Zusammenhänge von Tatsachen dargelegt werden. Für den im Lehr- und Erziehungsberuf Stehenden sind besonders aufschlußreich und anregend die Vorträge über Charakterentwicklung auf den einzelnen Altersstufen von der Kindheit bis zum Gr eisenalter, Charakterologie des Verbrechers, insbesondere des jugendlichen, habituelle Jmmoralität, Unterfuchungs- Methoden und Charakterdiagnose, Therapie von Charakter und Temperament, Prognose und Prophylaxe. Heroorgehoben zu werden verdient auch der Anhang, der ein außerordentlich reiches Material von Charaktergeschichten und Beispielen zusammenstellt. Ziehen weist auch auf die Zusammenhänge von Religion und Charaktertherapie hin und bemerkt in diesem Zusammenhänge: „Daß auch die Religion — einerlei ob sie kirchlich gebunden (statutarisch) ist oder nicht — bei der Charaktertherapie sowohl des Kindes wie des Erwachsenen verwertet werden kann, bedarf keiner weiteren Darlegung. Es muß nur offen zugestanden werden, daß ihre Hilfe heute bei dem Erwachsenen - und auch bei dem Jugendlichen sehr oft versagt." (Seite 326.) ' Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher in Bad Dürkheim. Notizen Von der Nabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" zu Frankfurt a. M. 1933. Anmeldungen für alle drei Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Unter- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, hebräische Grammatik, Neuhebräisch (Lektüre und Konversation), Mischna und Talmud mit'Kommentaren und Dezisoren. Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Jünglinge ausgenommen, die schon einige Vorkenntnisse in Mischna. besitzen. Aufnahmegesuche, denen beigefügt sein müssen: kurzer Lebenslauf, Zeugnisse über jüdische Vorbildung und religiöse Lebensführung, sowie Angaben, welcher Betrag für die Kosten des Lebensunterhaltes zur Verfügung steht, sind bis spätestens 26. September an das Kuratorium der Nabbinischen Lehranstalt, Frankfurt a. M., Theobaldstraße 6, zu richten, welches zu jeder näheren Auskunft gerne bereit ist. Das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt. Ein großer Teil unserer Lehrerschaft hat längst in den Jüdischen Kinderspielen der Kunstgewerbestube Freudenthal ein pädagogisches Hilfsmittel erkannt und begrüßt jede Neuerscheinung des Verlages mit lebhaftem Interesse. Diesmal ist es ein neuer Wu n s ch b o g e n; er löst in ansprechendster Weise die Aufgabe, das jüdische Kind mit den vier Festen des Tischri vertraut zu machen. In den Rahmen eines D a v i d st e r n s ist ein Knabe gezeichnet, der sich im Schofarblasen übt, während sein Schwesterchen Esrog und Lulav trägt. Das ernste Versöhnungsfest ist durch ein Jahrzeitlicht angedeutet, und lustige Fähnchen weisen auf Simchas-Thora hin. Die originelle Zeichnung von Graphiker Artur Schwarz (Breslau) ist in hübschen, frischen Farben ausgeführt. Wir wünschen von Herzen, dies schöne Glückwunschblatt möge am Neujahrsabend in manches sorgenerfüllte Elternhaus ein wenig Freude und Feststimmung tragen! eavcl. theol. et phil. S. Gel d. Aus dem Lehrerverbande i. An die Kollegen! Mit dem 1. Oktober d. I. erfolgt eine bedeutsame Veränderung in unserem Zeitungswesen. Die „Blätter für Erziehung und Unterricht" werden nicht mehr erscheinen; ein Ersatz in neuer Form wird angestrebt. Dagegen wird die „Jüdische Schulzeitung." in der bisherigen Form weiterbestehen. Ihre Existenz hängt jedoch von der Entrichtung eines Bezugsgeldes von E 0,50 — in Worten: fünfzig Pfennigen — für das Halbjahr ab. Wir appellieren nicht an den „Opfersinn" der Kollegen, weil wir es selbst — ja gerade — unter den gegenwärtigen Verhältnissen als beschämend empfinden müßten, die Zahlung von 50 Pf. in einem halben Jahr für die Erhaltung seines unabhängigen Organs für Aussprache, Fortbildung und Vertretung der Berufsinteressen als ein Opfer zu betrachten. Wir erwarten vielmehr mit aller Bestimmtheit, daß jedes Verbandsmitglied den Bezugsschein einlöst und damit der selbstverständlichen Pflicht gegen seine Berufsgemeinschaft in schwerster Zeit Genüge tut. Wir weisen noch besonders darauf hin, daß die Nichteinlösung des Bezugsscheins der Verbandskasse 30 Pf. Kosten verursacht. Das Wintersemester an der-unter Leitung des Herrn Ge- Mit kollegialem Gruß! meinderabbiners Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Der Vorstand des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am Sonntag, dem 22. Oktober Stern. Bamberger. Steinhardt. Abraham,