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Jüdische Schulzeitung · 1933-06-15 · 6 (15.6.1933) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
9 (1933)
Issue
6 (15.6.1933)
Date
1933-06-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 6 Jüdische Schulzeitung Serie 7 itischer Durchsührungsbestimmungen im biblischen Sotagesetz nicht ein mit dem Geiste des Judentums kontrastierendes Ordal, sondern ein mit den Mitteln p>ychologiicher Einwirkung arbeitendes Ermittlungsverfahren, das dem ausgesprochenen Zwecke dient, Frieden zu schassen zwischen Mann und Frau und aus ihrem auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden Eheverhältnis den Dämon der Eifersucht zu bannen. Das Buch enthält für den Wissenschaftler manche Anregung, bietet für den Laien eine interessante Lektüre und kann bestens empfohlen werden. Rabbiner Dr. Gescheit (Berlin). Brinkmanns Wctterblatt für den Arbeitsunterricht, Verlag' von Wunderlich, Leipzig. Das Wetterblatt für den Arbeitsuuterricht kann sowohl von den einzelnen Schülern als auch bei gemeinsamer Klassenbeobachtung ausgefüllt werden. Es bringt die notigen Zeichen für Wetterbeobachtung und eine praktische Einteilung zur Eintragung von Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck, Bewölkung und Niederschlägen für jeden Tag des'Monats. G. F. Biblische Geschichte, II. Stammväter, von Lehrer Rosenselder. Ladenburg a. N. Künstlerischer Mitarbeiter C. L. Fortner, München. Im Selbstverlag des Verfassers. 00 Pf. Der Verfasser, der sich bis jetzt auf den verschiedensten Gebieten des jüdischen Religionsunterrichts als Meister der Methodik erwiesen hat. gibt jetzt (in Einzelhcften) ein biblisches Geschichtsbuch heraus. Vor uns liegt das zweite Heft, das die S t a m in v ä t e r behandelt. Der Verfasser zeigt, daß das alte Wort mx '12 min n*l3> d. h.. daß die Thora sich in schlicht-menschlicher Art auszudrücken beliebt, der Wahrheit entspricht. Es bedarf keiner Künsteleien, um biblische Geschichten zu erzählen, man braucht nur die Erzählung dem Urtext getreu anzupassen. Dem Verfasser ist die Wiedergabe der biblischen Sprache vorzüglich gelungen, sogar ihren Rhythmus hat er ge-, treulichwiedergegeben. Wir geben nachfolgend eine kleine Probe wieder: Als der Vater tot war, fürchteten die Brüder. Joseph könne ihnen jetzt das Böse vergelten, das sie ihm einst angetan batten. Darum baten sie ihn um Verzeihung. Joseph aber beruhigte sie und sprach: ..Fürchtet euch nicht! Bin ich denn an Gottes Stelle? Ihr habt zwar Böses gegen mich gesonnen, Gott aber hat cs zum Guten gelenkt." Als Joseph sein Ende herannahen fühlte, sprach er zu seinen Brüdern: ».Ich sterbe nun. Gott aber wird an euch denken und euch in das Land bringen, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat. Dann nehmt auch meine Gebeine mit." Er starb im Alter von 110 Jahren. Sein Leichnam wurde in einer Lade ansbewahrt. Die Bilder des Münchener Künstlers E. L. Fortner sind in moderner Strichtechnik geschickt und sauber ausgeführt. Mit feinem Einfühlungsvermögen in die kindliche Auffassung hat er eine einfache, klare Darstellung erzielt, die zum Nachzeichnen anregt. Ein großer Vorzug liegt in der genauen Anpassung an den Text. Auf dem Bild S. 21 z. B. läßt sich der ganze Verlaus des Besuches der Engel bei Abraham und ihr weiterer Weg bis zur Ankunft in Sedoin leicht ablesen. Auf diese Weise wird ein Nacherzählen an Hand der Bilder ermöglicht. M. Steinhardt. Gaster-Mohrhenn. Langcnschcidts Neues Wörterbuch Französisch-Deutsch und Deutsch-Französisch. Jeder Teil in Ganzleinen 5,85 uiH, beide Teile in einem Bande 11,-10 9?)t. Soeben ist der zweite Teil dieses Wörterbuches erschienen, so daß das Werk, das vor einigen Jahren beim Erscheinen des ersten Teiles allgemein freudig begrüßt wurde, nunmehr vollständig vorliegt. Aus vielen Gründen werden mancher Lehrer und manche Anstalt bei Neuanschaffungen dieses Wörterbuch bevorzugen. Nicht nur, weil der Preis noch nicht die Hälfte desjenigen der Hand- und Schulausgabe beträgt, sondern auch wegen der ausgesprochen modernen Gestaltung, die sich sowohl tm Druck wie auch besouderö im Wortschatz kundtttt. Der gegenüber der Hand- und Schulausgabe verringerte Umfang vermindert keineswegs die Brauchbarkeit für alle praktischen und Schulzwecke, denn das Wesentliche und Gebräuchliche ist in übersichtlicher Aufmachung dargeboten. Die Errungenschaften der neuesten Zeit haben mit den dazugehörigen Ausdrücken Aufnahme gefunden, und der Benutzer braucht nicht mehr wie bisher beim Suchen eines Wortes aus der Radio-, Auto- und Flugtechnik oder aus den Gebieten des Sports, der Politik und des Tonfilms die bange Frage zu stellen: Wird das schon in meinem Wörterbuche enthalten sein? Die Bearbeitung in grammatischer und idiomatischer Beziehung entspricht den bewährten Traditionen der Verlagsanstalt. Nur eine Anfrage dürfte am Platze sein: Wäre die Herausgabe eines neuen Typus Langenscheidtscher Wörterbücher nicht eine gute Gelegenheit gewesen, die phonetische Umschrift der Association Phonetique Internationale einzuführen? F. W. Bei der Schrilllettung eingegarrgene Bücher: E. Munk. „Die Welt der Gebete". Frankfurt a. M. 1933. Hermon-Verlag. Geb. 0,50 MH,. Die zeitgemäße Schrift: a) Heft 25; l>) Sonderheft C. Berlin NO. Heintze & Blanckertz. Preis für jedes Heft 1.20 i/Ul. Leon Kornitzer, Jüdische Klänge. M. Leßmann, Hamburg. Leo B a e ck, Wege .im Judentum. Aussätze und Reden. Schocken-Verlag, Berlin. Geb. 8.50 Ml. Notizen Trotz ernster Sorgen sucht die deutsche Judenheit nach besten Kräften das Banner der jüdischen Wissenschaft hochzuhalten, das ja in erster Linie von deutschen Gelehrten entfaltet worden ist. Zeuge dafür ist das neueste Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, das mit gewohnter Pünktlichkeit Ende des Monats erschienen ist. Hans Lewy zeigt, daß im ausgehenden Altertum Versuche unternommen wurden, den Juden das Recht auf ihr palästinisches Heimatland zu bestreiten; Adolf Kober veröffentlicht eine rheinische Judenordnung aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts, die veranschaulicht, wie eng man damals in einer Zeit zünftlerischer Abgeschlossenheit den Kreis der wi. .schriftlichen Betätigung der Juden zog. Daß all diese Bedrückungen dem Judentum die Frische des Geisteslebens nicht nehmen konnten, tritt andererseits heraus aus Walter Fischels, Behandlung der jüdisch-persischen Literatur, welche ein fast unbekanntes Gebiet unseres Schrifttums der Betrachtung erschließt. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 9UL an die Gesellschaft (Postscheckkonto Berlin 7030) sendet. Das in Nr. 5 der Jüdischen Schulzeitung unter „Neuerscheinungen auf dem Gebiete der Psychologie und ihrer Grenzwissenschaften" besprochene Werk von Max Picard „Das Menschengesicht" ist im Delphin-Verlag, München, erschienen, es hat innerhalb zweier Jahre bereits eine dritte Auflage erlebt. Preis brofch. 10,80 'Ml, gob. 13,50 Ml. Herr Grnft Lewy. Berlin, schreibt uns: Meine Rezension Kürschners Deutscher Gelehrtenkalender, in Heft 1, 19.33, Verlag de Gruyter & Co., Berlin, Preis ca. 00 Ml (das fei ans Wunsch nachgetragen), hat leider, wie durch einige Zuschriften aus Hochschullehrerkreisen zu ersehen war, zu Mißverständnissen Anlaß gegeben. 1. Ich habe die vierte Ausgabe rezensiert, ohne daß mir die drei ersten zu Gesicht gekommen waren. Folglich war es mir nicht möglich, andere Feststellungen zu machen, als aus der vierten Ausgabe. 2. Da der Kreis der zur Aufnahme für geeignet Befundenen dieses Mal bedeutend größer als früher war. trifft also das mit Bezug auf -die Lückenhaftigkeit dieser Ausgabe Gesagte in höherem Grade auf die früheren Ausgaben zu. Wir bitten, uns für einen unserer gesch. Mitarbeiter ein Exemplar der Nr. 0. Jahrgang 1920, der Jüdischen Schulzeitung freundlich^ überlassen zu wollen.

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