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Jüdische Schulzeitung · 1932-11-15 · 11 (15.11.1932) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
11 (15.11.1932)
Date
1932-11-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 11 Jüdische Schitlzeitung Seite 7 wegzudispütieren und wir werden damit trotz aller Versuche in den letzten hundert Jahren vor jener christlichen Welt dem Judentum: keine andere Schätzung und Wertung erringen. Wir müssen unsere Besonderheiten aufzeigen und ihren 9ietcf>tum und ihre Schönheit ohne den Versuch, sie vor dem theologischen Grundbegriff anderer Kreise zu rechtfertigen. Der Engländer Herford, der viel Dankenswertes über die Pharisäer geschrieben hat. kommt im besten Falle zum Ergebnis: Es handelt sich im Christen- und Judentum uni zwei verschiedene Wege der Frömmigleit. ein Werturteil zu unseren Gunsten? . N ein! Und Gerhard Mittel, einer der besten modernen christlichen Kenner des rabbinischen Schrifttums lehnt unsere Ethik ab, weil sie nicht kompromißlos und daher zu lebensnahe sei im Gegensatz zur christlichen absoluten Ethik. Für solche Probleme fehlt bei Schoeps alles und er erwähnt diese Fragen nicht. . obwohl sie unseres Erachtens für eine Grundlegung einer Wemal'ischen Theologie des Judentums nicht mehr zu 'übersehen sind. Schoeps hat sich zu stark und einseitig von dem geistreichen, leider viel zu wem'g beachteten Steinheim leiten lassen. Dr. I. B a m b e r g e r, Nürnberg. A r t u r Kern. Erwin Kern u u d W i l h e l m S t r a u p. Mit der Canzheitsmethode durch das erste Schuljahr. VUK und 94 Seiten. Verlag Herder & Co.. Freiburg i. 23. 1932. •' Wer die neue Lesemethode kennen lernen will, wird die Konische Schrift mit Interesse lesen. Klar wird das ganz Neue dieser Methode dargestellt. Bisher lautete die Grundforderung beim ersten Leseunterricht: „Vom sinnleeren Buchstaben über die sinnlose Silbe zur Buchstabenkette, vom Laut zur Lautreihe und über die Lautreihe zum Sinn". S. 13.' Erkenntnisse der modernen Psychologie sprechen gegen diese herkömmliche synthetische Methode. Die Assozicitionspsychologie. welche die synthetische Methode zu rechtfertigen scheint, „wird heute nicht mehr als hinreichend zur Erklärung psychischer Gegebenheiten angesehen. Die neuere Psychologie stellt fest, daß das geschriebene wie das gesprochene Wort nicht als Summe aus Buchstaben oder Lauten anzusehen ist. Das Wort ist nur als Ganzes, als Einheit, als Gestalt zu nehmen." S. 14. Die Ganzheitsmethode beginnt daher „Das Lesen mit ganzen 'Wörtern bzw. mit. ganzen Sätzen". Seite 1t. „Es mug also das Wortbild eingeprägt und zugleich die Verbindung geiiijafjen werden zwischen dem sichtbaren und dem hörbaren Teil der Sprache und denr Sinn. Das Schriftbild wird aber nicht beim ersten Male als fertige, durchgegliederte Gestalt anfgesatzt... Von großer Bedeutung ist jedoch, daß das Schriftbild als Ganzes, als Einheit aufgefaßt wird. Dieses Ganze lvlittert sich allmählich auf in seine Bestandteile". S.. 16. - Die Kernsche Schrift gibt nicht nur einen Theoretischen Ueberdlick über diese neue Lesemethvde, sondern führt auch an. was die Kritik zu ihr äußert und zeigt auch eine praktische Durchführung der Methode. Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steäelmacher. Bad Dürkheim. Kardinal Faulhaber, Die Vesperpsalmen der Sonn- und Feiertage weiteren Kreisen -erklärt, verbessert und vermehrte Neuauflage, 342 S. Verlag Josef Kösel und Friedrich Pustel. München. 1930. . Der jüdische Lehrer wird das Psalmenbuch des Kardinals i>"t großem Interesse lesen und aus feinen Erkänterungell Z" den einzelnen Psalmen und auch ans der Einführung „Zum ^erstehen der Psalmen ini allgemeinen", die Faulhaber erst der 'Neuauflage hinzugefügt. viel Anregung empfangen. Auf den religiösen Erundton der Psalmen weist Faulhaber immer wieder mit großer Eindringlichkeit hin. Sehr treffend nennt « „die Kllnsiform im Vers- oder Doppeizeilerban". den fogenminleu Parallelismus, „den Gedankenreim der hebräischen Dichtkunst", „die Lyrik liebt wie ihre Schwester, die Tonkunst, das längere Verweilen, das seelische Sichversenken. das Ausncheu in einer Wahrheit." S. 22. 2luf die religionsgeschichtiuchcn Bemerkungensei besonders hingewiesen. Zum AlphadNismus der Psalmen gibt Fnulhaber die sehr einleltchtende ukllarung. daß Gott „tatsächlich das Alpha und das Omega der cilttestamentlichen Literatur" war. „Darum sollte diese ^uch rn der Form von A bis Z ihm gewidmet sein". S. 39. üiun Apologeten des Judentums wird der Kardinal in seinen ^Härmigen zu Psalm 113, 4. Psalm 130. ..Psalm 129 (nach der Vulgata, die von der Zählung der hebräi- Ulibcl abweicht) ist ein H ochgesang des. G ott-?f * t r ci u e n s. Die Psalmen spielen die ganze Tonleiter yl!eelischeu Empfindungen durch, von der tiefsten rauer bis zum höchsten Jubel, von der bangen Furcht und Wehmut bis zur siegessicheren Zuversicht.... 2Hte Seelenstimmuiigen der Psalmen aber finden ihren 2lbschluß und ihre Harmonie in dem felsenfesten Gott vor-' trauen". S. 236f. (Die Sperrungen sind von Faulhaber.) Diese Hinweise lassen wohl schon die Bedeutung des Psalmenbuches auch für den jüdischen Lehrer erkennen, obwohl er mit einige:. nicht übereinstimmen kann, z. B. mit seinen Erklärungen zu Psalm 112, 3. Psalm 132, 15, den christologifchen und mariologischen Deutungen, mit seiner Beurteilung der sogenannten Unschuld- und Fluchpsalmen und seiner Kritik der Pharisäer. Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher, Bad Dürkheim. Die Wannersche Rechentafel. Ein neuzeitliches Nechenlehr- . mittel. Pestalozzi-Verlag. München. Diese Tafel dient als Hilfsmittel für den Rechenunterricht in den ersten Schuljahren. Rach mehreren Monaten des rein dinglichen Zählens bahnt sich allmählich in den unteren Grundschnlkiasfen der Uebergang — über Zahlsymbole, wie Stübchen. Kreise usw. — zum abstrakten Rechnen mit reinen Zahlen an. Die Wannersche Rechentafel will ein Bindeglied für diesen Uebergang sein. Sie erscheint in zwei Ausführungen: 1. Für den Zahlenraum 1 bis 20: 2. für den Zahlenraum 1 bis 100. Beide Tafeln sind nach dem dezimalen System aufyebaut. Bei der 1. Ausführung bat man leicht He Möglichkeit, statt der abstrakten Striche oder Kreise Kartenblätter mit den selbst gezeichneten Dingen zu verwenden, die ans dem Sachunterricht erwachsen. Da wir aber auch schon bei den ersten Zählübungen keinen 'Abschnitt bei 10 oder 20 machen, würde ich eher zur Anschaffung des zweiten Apparates (für den Zahlenraum 1 bis 100) raten. Diese Ausführung eignet sich besonders vorzüglich zu 'Additions- und Subtraklionsrechnungen, da bei der Ausführung einer Aufgabe mit Hilfe eines Zeigers sowohl die einzelnen Summanden bczw. Subtrahenden als auch gleichzeitig das Ergebnis anschaulich ersichtlich sind. Das Kind sieht also z. B. bei der Aufgabe 16 -ß 21 — 37 alle drei Zahlengrößen. Besonders wertvoll erscheint mir. daß gleichzeitig noch ersichtlich ist: 37 - 21 --16 und 16 - 37 — 21. Für Multiplikations- und Divisionsaufgaben halte ich den Apparat nicht für geeignet: zwar treten die einzelnen Faktoren und das Resultat klar hervor, aber die einzelnen Zahlen erscheinen nicht in der Anordnung des dezimalen Systems. Erschwerend für die Einführung an Volksschulen ist der hohe Preis. Der Schülerapparat für den Zahlenranm 1 bis 20 lostet 1 Ji.lL, für den Zahlenraum 1 bis 100 2,10 JUL' der Lehrerapparat, der wohl nicht zu entbehretl ist. in der ersten Ansführung 26 'JUL, in der zweiten 75 JUL. Mally Lichtenstein, Berlin. „Der Morgen." Das Oktoberheft des „Morgen", zu den Feiertagen erschienen. wird sinnvoll eingeleitet durch einen kleinen 'Abschnitt aus dem Neujahrsgebet von Abba Äreka. Jsinar Freund setzt seine Ausführungen über den Begriff, der „Staatenlosigkeit" fort und illustriert ihn an instruktiven Beispielen. Bruno Italiener gibt eine feine Analyse des Nembrandtfchen „Segen Jacobs". Gottfried Salomo n wendet sich in seiner „Soziologie des Judenhasses" an die Juden selbst. Friedrich Hertz' „Der erste Weltbürger" zeigt die kosmopolitischen Ideen, die schon Herodot beseelten. Max E s ch e l b a ch e r liefert zahlreiche wertvolle Belege, die die Frage beantworten: „Gibt es Geheimgefetze?" Volkmar Frohen ins wirft in der Skizze ./Antisemitismus?" interessante Gegenwartsprobleme auf. die Ludwig Holländer glücklich beantwortet und widerlegt. Herbert Klein führt in Schaffen und Leben Ernest Btochs ein. E d i t h F a l k fetzt sich mit Ernst Holzers „2lusruhr gegen den Geist" auseinander. Größere prinzipielle Buchbetrachtungen, u. a. von Erich Stern, Wilh e l m M i ch e l, E d u a r d S t r a u ß u. a. beschließen das vielfältige Heft. Der „Morgen" erscheint sechsmal im Jahre. Jedes Heft ist zirka lüt) Seiten stark. Abonnement durch jede Buchhandlung oder durch , den Philoverlag, Berlin W .15, 12 Jl)l jährlich. * Z u in sechzigjährigen Bestehen der Hochschule für die 'Wissenschaft des Judentums in Berlin ist der 49. Bericht mit einigen kurzen Abhandlungen (Berlin 1932) erschienen. Sie gelten fünf Gebieten: Dr. Torczyner schreibt „Vom Ursinn der B t b v l". Prof. Elbogvn „Zum Begriff .Wissenschaft des Judentums"', Dr. Baeck „Theologie und Ge - schichte", Prof. Julius Gutlmann „Die Idee der religiösen Gemeinschaft" und Dr. Albeck „Z u r neueren

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