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Jüdische Schulzeitung · 1932-10-14 · 10 (14.10.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
10 (14.10.1932)
Date
1932-10-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Stummer 10 i ».Jahrgang Monatsschrift für Pädagogik und Schulpolitik mm Herausgegeben vom „Reichsverband der jüdischen Lehrervereine" Die .Jüd. Schülzeilung" erscheint um den 15. einesjedenMonatsundwirdallen Nilgliedern der dem „Reichsverband der jüdischen Lehrer, vereine" angeschlvssenen Vereine kostenlos -ugestellt. — Post»Bezugspreis für Nicht- Mitglieder: Mk. 1.20 pro Quartal. Hamburg, 14. Oktober 1932 Druck, Benag und Geschäftsstelle: M. Leßmann, Hamburg, ABC-Straße 57. Fernruf: Sammelnummer Hamburg 340737 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. Steinhardt.Magdeburg, für den Inseratenteil: L.K n u d s e n, Hamburg. Anzeigenpreis 40 für die Ogespaltene Nonpareille-Zeile. Inhalt dieser Nummer: Sprachliche Erklärungen der Tiernamen im 3. Buche Mose, Kapitel 11 (Sidra. Sch'mini) von I. Prag (Schluß). Me must ich den Religionsunterricht gestalten, daß er anschaulich ist? von I. Speyer. Kindgemäßes Zeichnen von Anselm Bing. Prof. Paul Fiebig über „Das dritte Reich" von Dr. Steckelmacher. Literarisches. Bei der Schriftleitung eingegangene Bücher. Notizen. Aus dem Lehrerverbande. Sprachliche Erklärung der Tiernamen im 3. Buche Mose, Kapitel 11 Bon I. Prag, Zülpich. (Schlüße Es ist unmöglich, bei den im letzten Satze ausgezählten Vögeln ein gemeinsames Merkmal zu finden. Auch der nächste .Satz würde uns in! dieser Beziehung in Verlegenheit dringen, wenn wir ihn und die nächsten Sätze mit der Parallelstelle im Deuteronomium nicht vergleichen würden. Der erste Name, hakuus, stimmt an beiden Stellen überein. Es ist wohl der Steinkauz damit gemeint; er nistet gern in Gärten, die von Mäusen heimgesucht sind, und ist von allen Eulenarten am leichtesten sichtbar und zu fangen. Deshalb steht er vielleicht hier zuerst. Der Name kann damit Zusammenhängen, daß der Kauz wie alle Eulen gern in kelchartige (kaus) Vertiefungen irgendeines Mauerwerkes seine Eier legt. Deshalb glaube ich, ist dieser Vogel als Vertreter der strigidae hingestellt und der jansthuf, der in Leviticus fälschlicher Weise an dritter Stelle genannt wird, eine Eulenart, die sich wesentlich von den anderen unterscheidet und deshalb besonders erwähnt ist. Das ist der Uhu, der ganz im Gegensatz zu den anderen Eulen, welche geräuschlos dahinfliegen, auf seinen nächtlichen Streifzügen seinen Uhulaut weithin erschallen läßt, der sich wie ein Windzug anhört. Deswegen nennt ihn die hebräische Sprache den jansthuf (von nosdmf, blasen). Eine ganz ähnliche Lebensweise wie die Eulen führt die Fledermaus. Deshalb ist sie, obwohl sie n i ch t zu den aves gehört (vgl. die Bemerkung des Herrn Rabb. Dr. Kaatz im „Israelit" Nr. 10), im Deuteronomium ganz richtig in einem Satz mit den strigidae genannt. Ihr Körperbau ist sogar noch angemessener für ihre Lebensweise geschaffen als der der Eulen. Die Schöpfung hat nämlich jenen einen viel feineren Tastsinn (Flughaut!) und einen viel leiseren Flug gegeben. Da sich unsere Ahnen ein Säugetier nicht fliegend vorstellen konnten und in richtiger Erkenntnis die Fledermaus nicht zu den Vögeln oder großen Insekten rechneten, aber auch weil dieses Tier tatsächlich etwas Geisterhaftes an sich hat, haben sie es thinschomes, Geist. Gespenst (von n'sthomoli) genannt. Wie schon angedeutet, führen diese Tiere, welche in dem -von mir nach Deuteronomium rekonstruierten Satze genannt sind, dasselbe merkwürdige Leben und sind aus diesem Grunde wahrscheinlich auch in Leviticus zusammenhängend aufgezählt worden. Durch irgendeinen Umstand, dem nachzrtspüren müßig wäre, ist stholoth mit thinschemes gewiß vertauscht. Denn scholodi gehört, wie wir sehen werden, ZU koös und rodiom- Zu scholoth bemerkt Raschi: „Unsere Lehrer erklären: es ist derjenige, welcher Fische aus dem Meere herauszieht: auch der Targum übersetzt das Wort mit Fischzieher." Man war also von jeher der Meinung, daß es sich hier um einen fischfressenden Vogel handelt. Allerdings scheute man sich, den Namen näher anzugeben. Der hebräische Sprachausdrutk scholoth (mit histhlith, schleudern zusammenhängend) läßt aber eine Namensbezeichnung zu. Es ist der „ardett cinerea", der Fischreiher, der „wie angegossen", am oder im Wasser beutelauernd mit eingezogenem Halse dasteht und diesen plötzlich vorschleudert, um den Fisch mit seinem scharfen Schnabel zu erfassen. Auch der zweite Name in diesem Satze bezeichnet einen Vogel, der sich, von Fischen ernährt, den Pelikan. Er erbricht aus seinem Halssacke die zu sich genommene Nahrung, um damit seine Jungen zu füttern. Daher nennt ihn die hebräische Sprache den koös von n>p, ausspeien. Den letzten Namen, rodiom, führt man im allgemeinen auf das arabische Wort radiamun zurück und übersetzt es mit Aasgeier. Ich aber glaube nicht, daß die Thora die Einheit dieses Satzes dermaßen zerstört habe, daß sie einen raptator unter ausgesprochenen Wasservögeln genannt hätte. Ich leite rodiom vom hebräischen Stamm rotham, lieben ab und halte es mit dem arabischen Worte ruchinui, zärtlich lieben, verwandt. Ich glaube, daß mit diesem Namen ein Vogel bezeichnet werden soll, der eine große Liebe zu seinen Jungen hat. Das ist unter den Wasservögeln bei dem Flamingo der Fall. Deshalb scheue ich nicht zurück, rodiom damit zu übersetzen. Mit dem nächsten Satze schließt die Aufzählung der Vogelnämen ab. Zum ersten Worte dieses Verses, chassidoli, bemerkt Raschi: su dajoh Twonoh zigaunjeh damit ist der weiße Storch (la cicogne) gemeint; w’loinoh nikro sch’moh diassidoh? sdieausc diasidus im chavverauselio biinsaunaus — warum wird er aber das fromme (thajo -- Tier) genannt? Weil er beim Nahrungskampf Gutmütigkeit seinen Genosien gegenüber beweist. Meines Erachtens nennt ihn die rsdnuin iwri auch noch deshalb diassidoh, weil er eine große Liebe zu seinen Jungen hat. Vielleicht hat ihn die Thora deshalb gleich nach rodiom aufgezählt. Auch beim nächsten Namen möchte ich die Erklärung Naschis heranziehen. Er führt anofoh auf den hebräischen Stamm onuf, „zürnen" zurück und glaubt zunächst in dem Wort eine Bezeichnung für einen leicht zu erzürnenden Vogel zu erblicken und übersetzt es mit Falke. Dann aber vermutet er, daß es auch . le herou, der „Reiher" sein könnte. Raschi meint damit den hotaurus stellaris, einen reiherartigen Vogel, die Rohrdommel, welche noch heute tzituflg am Schilfmeere und Mittelländischen Meere anzutrefsen ist. Stellenweise kommen diese Vögel, welche, nebenbei bemerkt, recht scheu sind, auch bei uns in Deutschland

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