Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 9 (15.9.1932)
- Date
- 1932-09-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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t i.; C «, * 3 v l i i. ii C „lUuktiuß Wü 3E>itfi&fu>e3i. «L ijtbii>üä r^L Siamjsxnfiaez. Sörreiinais" ijeiüus. (Preis: 2.7D ^5-. Es nelii errre Lri Geschichte derSchristformen dar. mir wertvollen Besprechungen über Verwertbarkeit dieser Formen und über die Gesetze für. ein rhytmisch) gutes Schriftbild. 42 Tafeln geben eine vollständige Ueberficht. Wenn es auch wünschenswert ist. datz den modernen Farmen ein breiterer Raum gewäbrt worden wäre, so stellt das Buch doch eine wertvolle Bereicherung der Fachliteratur dar und erseht die Anschaffung teurer Werke. Auf die betreffenden Schreibgeräte wird stets hingewiesen. Mit Recht; denn die gute Christ ist in erster Reihe durch das zweckentsprechende einwandfreie Schreibgerät bedingt. Otto Geismar. Adolf Ältmann, Das früheste Vorkommen der Juden in Deutschland. Juden im römischen Trier. (Herausgegeben: von der Gesellschaft für nützliche Forschungen und dem Provinzialmuseum in Trier). Trier 1932. Kommissionsverlag der Paulinus-Druckerei. Das vorliegende Werk ist eine langjährige, fleitzige, durch-« aus.wissenschaftliche Arbeit, mit deren Ergebnissen oer Ver- .fasser zuerst in öffentlichen Vorträgen in Trier, Wien und Berlin hervorgetreten ist. Inhaltlich zerfällt das Werk in zwei Hauptstücke, in eine kritische Untersuchung der bisherigen Deutung des bekannten Eeschichtsdokumentes „De Decurionibus Asrrippinensibus" aus dem Jahre 321 mit dem für jedermann überzeugenden Ergebnis, datz sich das Schriftstück auch auf Trier beziehen kann und in eine klare und interessant geschriebene Beweisführung für das Vorkommen von Juden ln Trier im ausgehenden 3. Jahrhundert durch sechs Trierer Fundstücke. Jedem Lehrer, der jüdisck>en Geschichtsunterricht erteilt, fei dieses Werk für die Vorbereitung zum Unterricht warm empfohlen. I. Prag. Die Judenfrage. Sonderheft (August-Nummer) der Europäischen Revue. Berlin SW 68. Verlag: Europäische Revue. Preis des Sonderheftes 1.50 cJtM, „Ich kenne keine Parteien mehr", sagte Wilhelm II. beim Ausbruch des Krieges, und es gab Juden, welche, nachdem die Verfassung die staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden ausgesprochen hatte, siegessicher erklärten: „Es gibt keine Judenfrage mehr". Sie sind grausam aus ihrem schönen Traume geweckt worden. Es gibt eine Judenfrage. es hat in all den Tagen des zweitausendjährigen Ealuth' immer eine solche gegeben. „Es gibt eine Welt-Judenfrage", sagt der Herausgeber der Europäischen Revue, Karl Anton Prinz Roh an. in der vorliegenden Sondernummer „und eine deutsche Judenfrage: und es gibt eine politische, also öffentliche, und eine gesellschaftliche, also private Judenfrage." Der Gedanke des bürgerlichen Liberalismus ist verflogen, die Parteien, die hinter ihm gestanden, sind im Wahlkampfe zerrieben worden, und mit dieser politischen Wendung hat die Judenfrage eine neue Gestalt, angenommen. Es nützt nichts, sich darüber zu täuschen, es könnte sonst ein noch viel schliinmeres Erwachen folgen. Es ist dankenswert, datz die Europäische Revue der Judenfrage eine Sondernummer gewidmet hat. Sie hat es in aller Objektivität getan, hat Wissenschaftler aus allen Lagern zu Worte kommen lassen. Die Nummer, enthält Beiträge von Prinz Rohan, von Leo Baeck, Hans Blüher, Jakob Wassermann. Erich Przywara. Hans Kohn. A. E. Günther. Erich v. Kahler, Graf Gleispach, Arnold Zweig, Josef Nadler und Ernst Kahn. Es ist natürlich unmöglich, im Rahmen einer kurzen Besprechung die einzelnen Aufsätze einer kritischen Würdigung zu unterziehen: es würde solches auch kaum zweckentsprechend sein. Unsere Aufgabe in dieser Zeitschrift kann nur darin bestehen, unsere Leser auf die bedeutsame Sondernummer hinzuweisen und sie anzuspornen, ihrem Inhalte ihre ernsteste Aufmerksamkeit zu widmen. Wie auch die politischen Verhältnisse in Deutschland sich gestalten we.rden. wir Juden müssen damit rechnen, datz wir sehr leicht zum Objekt einer neuen Gesetzgebung werden können, datz eine nahe Zukunft uns vor die ernstesten Probleme und Aufgaben stellen wird. Und da heitzt es: Sich rüsten! Ein vortreffliches geistiges Rüstzeug aber ist in der vorliegenden Broschüre gegeben, von Freund und Gegner gegeben: darum, mutz ich es geradezu als sittliche Pflicht bezeichnen, sich diese Sondernummer der Europäischen Revue zu beschaffen und die . einzelnen Aufsätze selbst. zu, studieren und sie im Kreise der Freunde, sowie ln den Vereinen und Organisationen gründlich zu beraten. M. Steinhardt. T-. L. 'JfclitTBir Bergmrgemrrrt. 1929. ^-onoerorun xa«£ i*rrn Sxciicuci scheu Gemeinr»eblL2 2. 1929; 2. De EmLUNpLUpULpenrebungen der SchkrsüLen Judr« um die Wende de- 17. Jahrhunderts. Oppeln 1929. Sonderdruck des „Ober'Älcsiers". Monatsschrift für das heimatliche Kulturleben: 3. Stoff und Idee in der jüdischen Geschichtschreibung. Sonderdruck aus der Dubnow-Feftschrift 1930; 4. Jonas Fränckel. Sonderdruck aus dem 3. Bande Schlesische Lebensbilder. Breslau 1929; 5. Beiträge zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der Juden in Schlesien im 18. Jahrhundert. Heft 1 der rechtliche Zustand (1713 bis 1740). Breslau 1932. Diese Arbeiten des Breslauer Dozenten für Geschichte verdienen. wiewohl sie der lokalen Geschichte angehören, über den Rahmen Schlesiens hinaus Beachtung. Sie sind um so wertvoller. als sie in den meisten Fällen archivalisches, noch nicht veröffentlichtes, kaum benutztes Material verwerten. Dnhernfurth ist als Druckort bekannt, hier finden wir auch ein Faksimile des Titelblattes der ersten jüdischen Zeitung! aus dem Jahre 1772. — Jonas Fränckel ist der berühmte Kommerzienrat und Begründer des Breslauer Jüdisch-Theologischen Seminars. Die beiden Abhandlungen über die Rechtsgeschichte der schlesischen Juden liefern ein Bild der äutzeren Geschichte, der Austreibung und neu gestatteten Niederlassung, aber darüber hinaus zeichnen sie den Kampf des jüdischen HandelS- >annes und Kaufmannes um seine Eristenz, da ihm sein freies Leben von vielfacher gegenerischer Seite immer wieder strittig gemacht wird. Diese vauernden Schikanen auf der einen Seite, auf der anderen Seite das Toleranzedikt, die Wichtigkeit für den Autze'nhandel und die Förderung, durch Andersgesinnte rauben dem Leben der Juden Schlesiens jede Ruhe und lassen sie den Steuerdruck um so schmerzlicher spüren. Anderer Art ist der Aufsatz in der Dubnow-Festschrift. Hier werden allgemeine Betrachtungen über Art und Idee der Geschichtsschreibung angestellt, anregend ist auch der Vergleich zwischen Künstler und Historiker, danach werden die jüdischen Historiker von der Bibel über Josephus und die Chroniken des Mittelaltess bis in unsere Zeit (Jost, Krochmal. Frankel, Cohen. Graetz. Dubnow) charakterisiert. Die wahre Verbindung innerhalb der jüdischen Historiographie ist nicht erreicht, sie bedeutet: „die religiöse Idee in ihrer nationalen und universellen Bedeutung." Sämtliche Arbeiten werden ihre Einreihung in den Rahmen der jüdischen Geschichte erhalten, sie werden als kleine und grotze Bilder die Geschichte unserer Almen in ihrem Tun und Leiden linoergessen machen. Wohl dem, der so mahnen und empfehlen kann, gemätz den: Bibelworte „gedenke der Tage der Vergangenheit." Rabbiner Dr. A. Posner, Kiel. Goethe. Gedenkrede von Albert Schweitzer. München 1932. C. H. Beck'sche Verlagshandlung. Preis 2 iRM. Dies Goethebild stammt von einem, der Goethes „Forderung des Tages" ständig zu erfüllen bemüht ist und uns den Menschen Goethe dadurch neuartig und besonders packend vor Augen zu stellen vermag. Zunächst deutet dieses Bild auf die unerschütterlichen Grundtatsachen, die das Leben Goethes von Anfang an bestimmt und zu, seiner Weltweite ausgedehnt haben. Dann aber beantwortet Schweitzer hier die Fragen: Was hat uns Goethe heute noch zu sagen? War er nicht der Prophet, der uns vor der Maschinenkultilr. vor der heutigen „Wirtschafts- und Sozialmagie" — ein besonders treffendes Wort Albert Schweitzers — gewarnt hat?/ Hat nicht Goethe auch schon den Massengeist herausdämmern sehen? Spürte er nicht die beklemmende Sorge um sein Volk? Was uns Schweitzer von diesem Goethe sagt, kann uns zur Mahnung und zur Crniiitigung dienen und gibt gerade diesem kleinen Buche seine besondere Mission weit über den Tag hinaus. Wirklich ein kleines Volksbuch, mit dessen Hilfe wir heute Goethe uns und anderen lebendig vergegenwärtigen können. Der Morgen. Jahrgang 9, Heft 3. Berlin W 15. Philo- Verlag. Das anregende Heft wird eingeleitel durch eine Schau Friedrich Merkenschlagers über „Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur". Mar Drenemann schreibt über die aus den jüdischen Quellen sich ergebende Haltung des Juden zur Frage nach dem Werden und dem Verpflichtenden der Gemeinschaft. Freund behandelt die Frage der Staatsangehörigkeit: Hermann M. Sa eng er führt die Diskussion der Jugendlichen