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Jüdische Schulzeitung · 1932-08-15 · 8 (15.8.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
8 (15.8.1932)
Date
1932-08-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Nummer 8 j ’! Monaksschrist für Pädagogik und SchulpoMK Herausgegeben vom „Akeichsverband der jüdischen Lehrervereine" ISI» 8. Jahrgang Die „Jüd. Schulzeirung" erscheint um den 15. eines jedenMoncus und wird allen Mitgliedern der dem „Reichsverband der jüdischer^ Lehrer, vereine* angeschlossenen Vereine kostenlos zugestellt. — Post-Bezugspreis für Nichtmitglieder: Mk. 1.20 pro Quartal. Hamburg, 15. August 1932 Druck, Bercag und Geschäftsstelle: M.Leßmann, Hamburg, ABC-Straße 57. Fernruf: Sammelnunnner Hamburg 34 0737 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. Steinhardt.Magdeburg, für den Inseratenteil: L.K n n d s e n, Hamburg. Anzeigenpreis 40 c) für die llgespaktene Nonpareille-Zeile. Inhalt dieser Nummer Preisausschreiben. — Arbeitsunterricht im jüdischen Geschichtsunterricht. von Dr. Nechama Leibowitz (Jerusalem). — Notizen zum jüdischen Religionsunterricht, von Siegfried Moses (Fortsetzung). — Hebräische Ausdrücke und Redewendungen für den Unterricht im Hebräischen, von M. Abraham (Fortsetzung). — Literarisches. — Bei der Schristleitung eingegangene Bücher. — Notizen. Preisausschreiben der Julius Höxter-Stiftung Gemäß Absatz 7 der in der Jüdischen Schulzeitung. November 1931, abgedruckten Bestimmungen der Julius Hörter- Stiftung schlägt der wissenschaftliche Ausschuß der Stiftung folgende Aufgaben zur Bearbeitung vor: 1. Die Tertgestaltung im biblischen Geschichtsunterricht: 2. Jungs Tiefenpsychologie und deren Verwertung im jüdischen Religionsunterricht. Doch tonnen auch andere Arbeiten zur Prüfung ein? -gesandt werden. Sie sind bis zum 15. Dezember d. I. an den Vorsitzenden der wissenschaftlichen Kommission. Studiendirektor i. R. Dr. Eutmann, Berlin NW. .87, Hansaufer 8, einzusenden. . Jede Arbeit ist mit einem Kennwort zu versehen. Ein . deigefügter verschlossener Briefumschlag ist mit demselben Kennwort beschrieben und enthält die genaue Anschrift des Verfassers. Die wissenschaftliche Kommission der Juliu-s Hörter-Stiftung. Arbeitsunterricht im jüdischen Geschichtsunterricht. Von Dr. Nechama Leibowitz (Jerusalem) Der Vortrag im Unterricht hat sich überholt — ist als unzweckmäßig. ja schädlich Unerkannt und beiseite geschoben worden. Dieses theoretisch zu fundieren und zu begründen, ist überflüssig, weil allgemein bekannt. Rur im Geschichtsunterricht scheint er sich am längsten halten zu wollen, gerade hier scheint er noch vielen Lehrern unentbehrlich, sie meinen aus die ^abgerundete Darstellung des Lehrers", oder aus den „lebendigen Vortrag" nicht verzichten zu können. Das bekannte SchiUerwort „wenn alles schläft und einer spricht — so nennt man dieses Unterricht" genügt wohl nicht zur Widerlegung der obigen Ansicht, denn es könnten ja — theoretisch gesprochen — Lehrervorträge geben, die so interessant wären, daß man bei ihrem Anhören nicht schliefe. (Es sei aber nur nebenbei daraus hingewiesen wie schwer, wie ermüdend — ein jeder kann die Probe leicht an sich machen — es selbst für Erwachsene ist, still und stumm einem Vortrag zu folgen, ohne zwischendurch mal. trotz besten Willens dem Brummer an der Wand, der Fliege auf dem Löschpapier, den Sonnenflecken auf dem Haar des Banknachbarn und — letzte Zuflucht — dem langsamen Uhrzeiger folgen zu müssen.) Aber abgesehen von diesen Schwierigkeiten, und selbst, wenn wir uns der Illusion einer andächtig lauschenden Klasse hingeben, und wenn uns die berühmten „leuchtenden Augen", „die glühenden Wangen", die durch die Worte des Vortrags „höher schlagenden- Herzen" unserer Schüler verlocken, kurz, wenn wir der begeisternden Kraft unseres Vortrags sicher sind — fragen wir uns doch einmal ernstlich: was ist durch diesen Vortragenden Unterricht, durch dieses rein passive Verhalten der Schüler für die Dauer erreicht? . Was gibt dem Schüler der -Vortrag, sagen wir, der gute Vortrag im Geschichtsunterricht? Die geschichtlichen Tatsachen, ihre Verknüpfungen, Gründe, Beziehungen ziehen am Schüler vorüber. Leicht und einfach sind Resultate mühevoller, geistiger Arbeit von Generationen in. seinen Besitz übergegangen, Ergebnisse, an denen Forscher gearbeitet. über die manch dicker Band, Reihen von wissenschaftlichen Arbeiten geschrieben, werden ihnen innerhalb 45 Minuten serviert, was ist der geistige Gewinn, den der Schüler davontrügt? Ist irgend etwas getan, um ihn zu einem solchen Suchen und Ringen um Ergebnisse in Beziehung zu setzen, ja. um ihn zu einem Buche, zu Büchern hin zu führen, daß er in ihnen suche, aus ihnen lerne? Lernt der Schüler durch bloßes Anhören denken, arbeiten? Für unseren Religionsunterricht, bei dem uns nicht allein eine abgeschlossene Summe von Kenntnissen (— obwohl auch diese uns nie groß genug sein kann —) wichtig ist, bei dem viel mehr alles darauf ankommt, ob wir in dem Schüler für lange Dauer Uber die Schulzeit hinaus Interesse für die jüdischen Fächer wecken, ob wir ihn dazu bringen, daß er auch später, trotz nichtjüdischer Umgebung, trotz nichtjüdischer Interessen, die sich von allen Seiten durch Beruf, wirtschaftliche Notwendigkeit und Zeitströmungen an ihn drängen, sich mit Liebe und Verständnis in die Quellen unserer Geschichte und Literatur vertiefe, in unserem Geschichtsunterricht, bei dem alles daraus ankommt, ihm die Wege zu den Quellen unserer Kraft und Existenz, die Wege zum jüdischen Buch zu weisen, dafür zu sorgen, daß er in Zukunft stets nach ihm greift und aus unseren alten jüdischen Quellen sich neue und alte jüdische und menschliche Rot erklärt, für unseren Religions- und Geschichtsunterricht (der ja ein Teil des Religionsunterrichtes ist) ist die Frage besonders brennend: was haben wir durch Vortrage, durch Erzwingen eines ständig passiven Verhaltens zur Erreichung des obigen Zieles geleistet? Und wenn wir ehrlich sind (und wenn wir von den wenigen seltenen genialen Lehrern, die bei jeder Methode erreichen, was sie wollen und für die infolgedessen alle methodischen Ratschläge überflüssig sind, absehen), so müssen wir doch, zugeben: Nichts! Wir haben unseren Schüler nicht diese alten und doch stets neu quellenden Quellen unseres Seins gelehrt, wir haben ihn nicht an derArbeit unsererDenker und Lehrer akiivenAnteil nehmen lassen, wir haben ihn nicht einen Blick in ihre Werkstatt tun lassen, er hat es nicht gelernt zu suchen, Schwierigkeiten zu entwirren, vvr«

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