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Jüdische Schulzeitung · 1932-05-13 · 5 (13.5.1932) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
5 (13.5.1932)
Date
1932-05-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Sch-lzeitu-g Nummer L beiden Feststellungen willen das vorgenannte Buch in die Hand zu nehmen: Sicher können wir davon Einiges lernen. , Der dritte Aufsatz vom Kampf der religiösen Sozialisten gegen das nationalsozialistische Christentum (Heinz Kappes. Karls» ruhe) scheint mrr in seiner Fragestellung verfehlt. Ob man den Parteiführer Hitler ernst nehmen will oder nicht, bleibt dem politischen Instinkt des denkenden Menschen überladen. Aber die Verquickung des Nationalsozialismus mit religiöser Fragestellung ist meiner Meinung nach vollkommen undiskutabel. A. Bing. Bei der Schriftlettimg eingegangene Bücher: imoi noan- Belehrung und Ermahnung. Aus nachgelassenen Schriften von Rabbiner Dr. Salomon Breuer. i. Zeit: Bereschith (broch. 3,80 Ml, Leinw. 5,85 Ml). 2. Teil: Schemoth (drosch. 4,50 Ml, geb. 5,85 Ml). Frankfurt a. M., I. Kauffmann Verlag. Die Thora. Reproduktion des Gemäldes von Zygmunt Menkes. München, Franz Hanfstaengel. 36 SIH,. Emil Vandervelde: Schaffendes Palästina. Der jüdische Aufbau heute und morgen. Dresden, Carl Reihner. Preis: Lrosch. 4.50 m, geb. 5,85 m. Dr. Karl Weber, Professor an der Rotteck-Oberrealschule in Freiburg im Breisgau: Die Grundbegriffe der Elettroftatik im Unterricht der höheren Lehranstalten. Mit 26 Textbildern und einer Tafel, gr. 8° (XII u. 52 S). Freiburg im Breisgau 1932, Herder. In Pappband 1,60 SUt. Monteffori. Blätter der Internationalen Montessori-Eefellschast. Herausgegeben von Maria Monteffori. Stuttgart, Verlag Julius Hoffmann. Preis des Heftes 1,50 0b%. Der Sohar. Das heilige Buch der Kabbala. Rach dem Urtext herausgegeben von Ernst Müller. Wien, Dr. Heinrich Glanz Verlag. Brosch. 20 m, Lwd. 25 m. Biblische Geschichte. I. Urgeschichte. Schöpfung bis Abraham. Von Rosen selber, Ladenburg u. R. Künstlerischer Mitarbeiter: C. L. Forstner. München. 1932. Selbstverlag des.Verfassers. Reden des Kanzlers der hebräische« Universität. Dr. I. L. Magnes. Jerusalem. 1932. Grundsätzen wie diese Lasiere. Sie haben dadurch das Judentum rationalisiert und ethisiert — fast bis zur Aufgabe alles Reli» giöfen und Irrationalen, sie haben in diesem Rationalismus Idee und Gestalt des Judentums getrennt. Don Herder aus. der Verständnis für Idee und Gestalt des Judentums zeigt, geht dann die Linie der Romantik, die in der biblischen Poesie eine echte nationale Literatur von religiöser Urkraft und universaler Bedeutung kennt. Don Herder geht die Wiederbelebung des Verständnisses für die Geschichte und universale Bedeutung des Judentums aus, die später von den Begründern der Wisienschaft des Judentums erfaßt und auch auf das nachbiblische Judentum übertragen worden ist. Für Frankel, Geiger, Eraetz sind Idee und Gestalt im Judentum wieder unlösliche Einheit, das Judentum eine geschichtliche Individualität von gesetzlicher Bedeutung. Nebenher erwähnt der Redner, daß auch Herder die Frage stellt: „Warum wollen die Juden keine Heimat?" und daß in demselben Jahre 1783 ein unbekannter Jude im Deutschen Museum an den Präsidenten der Vereinigten Staaten schrieb und ihn bat, in dem damals noch menschenleeren Lande den Juden ein Territorium zu überlassen. Der Redner geht rasch zur Gegenwart über und zeigt, daß heute im wesentlichen drei Mächte des Naturalismus eine tragische Krise des Judentums bilden: Der Marxismus, der Darwinismus und die Lehre Nietzsches. Er sieht durch diese Kräfte den festen Glauben an den absolut religonssittlichen Sinn der Welt erschüttert und die Möglichkeit zu einer Rettung nicht in einer plötzlichen Erleuchtung, sondern nur in dem Ernst und der Tiefe der persönlichen Entscheidung und direkten Auseinandersetzung mit den Problemen der Zeit und den Fragen der Geschichte. Vom Boden der Geschichte her mutz der Mensch hineinschreiten in Gegenwart und Zukunft. Im Jüdischen das Menschheitliche, im Menschheitlichen das Jüdische zu erstreben, das ist seine letzte Aufgabe. Aus dem Lehrerverbande. Notizen. „Die Stellungnahme zum Judentum in der Eeipesgefchichte des 19. Jahrhunderts." Ueber dieses Thema sprach am 9. März anläßlich der Hauptversammlung der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" Herr Dozent Dr. Albert Lewkowitz. Breslau. Nachstehend bringen wir eine kurzer Skizze seines Vortrags: Ausgehend von dem Gedanken, daß die neue Zeit mit dem Grundsatz der Autonomie des staatlichen, wirtschaftlichen und geistigen Lebens sowie der Trennung von Staat und Kirche beginne, zeigte der Redner als grundlegendes Problem die Frage, was nun unter den neuen Verhältnissen aus dem Judesein des jüdischen Staatsbürgers und der Organisation des Judentums werden sollte. Während Mendelssohns Jerusalem das Judentum ausschließlich als einen religiösen Organismus erklärte, und die Anerkennung des jüdischen Gesetzes auch ohne staatliche Organisation forderte, widersprach Kant dieser Auffassung und erklärte, daß das Judentum keine Religion, keine Kirche, sondern nur ein Staat und politisches Gesetz sei. Man hat bisher meist versucht. diese Stellungnahme des Königsberger Philosophen auf den Einfluß Spinozas zurückzuführen, der Redner aber sieht darin eine bewußte religionspolitische Interpretation des Judentums. die den aufgeklärten Juden das Schreckbild eines nur gesetzlichen Organismus malen wollte, um sie dadurch für das mit der Vernunftsreligion gleichgesetzte Christentum zu gewinnen. So haben auch Kants Jünger Ben David und Maimon ihren Meister verstanden. Um die Jahrhundertwende haben dann Moritz Lazarus und Hermann Cohen den Nachweis geführt, daß das Judentum in feinem köligisnsfittlichen Gehalt wefentliH mit der Kantischen Philosophie übereinstimmt, ja sogar auf denselben Verein israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau E, B. Generalversammlung in Limburg a. d. Lahn (Hotel zur alten Post). Donnerstag, den 26. Mat d. I.. IOVj Uhr. Tagesordnung: Berichterstattung des Vorsitzenden und des Rechners. Vortrag: „Pmchoanalyfe im Religionsunterricht?" (Lilienthal-Wiesbaden.) Neuwahl des Ausschusses und der Rechnungsprüfer. „Oüamesck MegillolT; ein kantoraler Fortbildungskurfus; Referent: Nußbaum-Wiesbaden. Anträge. Freie Aussprache. Der Vorstand. Abr. Nußbaum -Wiesbaden. Das Erholungs- und Altersheim für jüdische Lehrer und Kantoren in Ems hat das Verpfleaungsgeld auf 4,50 Ml pro Tag herabgesetzt. Im Altersheim sind noch einige sehr schöne Zimmer zu vergeben. Preis 120 Ml, für Ehepaare 230 Ml monatlich. Anfragen und Anmeldungen bei I. B. Leoy, Frankfurt a. M.. Ravensteinstraße 5. Kollegen! «lernt tor dis Verbreitung der JOdlschen scnulzeitung Probenammern ln deschrttnkter Zahl Hieben bei der Schrlftleltung zur Vertilgung. I ■ - -J Reserviert für Direktor H.Schröpel Hamburg, Slerlchstraße25

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