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Jüdische Schulzeitung · 1932-04-15 · 4 (15.4.1932) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
4 (15.4.1932)
Date
1932-04-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 4 Jüdisch« Schulzeit«»- Seite 7 In prägnanter, packender Ausdrucksform werden in dieser Schrift kernige, tiefe Wahrheiten wiedergegeben. die dadurch nur um so stärker und nachhaltiger wirken. Alle Gebiete des Lebens werden darin behandelt: die Ethik der Schönheit, der Kunst und Religion; das Geheimnis der Liebe, das Verhältnis zwischen Mann und Frau; die Kunst der Erziehung, der Gentleman, das Drama, die Politik und die Technik u. a. m. Ein lehrreiches, gedankenvolles, anregendes Buch, zu dem man sicher immer wieder gerne greifen wiid! „Und wer der'Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, ist ein Barbar. er sei auch, wer er sei!" (Goethe.) — Sch. Dienst an der, Schule. Franckh'sche Verlagshandlung. Stutt- ^*Ein kleines Bändchen, anspruchslos in seinem Aussehen und in seinem Umfang, birgt eine überraschende Fülle der wertvollsten Anregungenfür jeden Lehrer. „Dienst an der Schule" heißt der schlichte Titel und auch der Untertitel „Eine Uebersicht über die Arbeit eines deutschen Verlags" läßt noch nicht vermuten, von wieviel sorgfältiger Arbeit und von wieviel ungewöhnlich wertvollen Hinweisen das Büchlein erfüllt ist. Es gibt ja nicht nur, etwa nach Art eines Kataloges, Auskunft über das. was der „Kosmos" (Franckh'sche Verlagshandlung. Stuttgart) dem Lehrer und der Schule zu bieten vermag an Büchern und Wandbildern, mit den bekannten „Kosmos-Baukästen", mit Lichtbildern und Projektionsgerät, Rüstzeug für den naturwissenschaftlichen Unterricht usw., sondern es gibt darüber hinaus Fingerzeige zur Methodik und zur praktischen Auswertung der verschiedenen Hilfsmittel für modernen, erfolgreichen Unterricht, so daß man wünschen mag, daß jeder Lehrer sich das Büchlein zuschicken läßt. Es wird von der Franckh'fchen Verlagshandlung. Stuttgart, Pfizerstraße 5—7, kostenlos abgegeben. Hanna Emmerich: Das Judentum bei Voltaire. (Sprache und Kultur der germanisch-romanischen Völker. Herausgegeben von Wilhelm Horn. Paul Merker und Fritz N e u b e r t. C. Romanistische Reihe. Unter Leitung von Fritz Keubert. Band i VI.) Vreslau/Priebatsch. Diese eingehende gründliche Darstellung der jungen Verfasserin arbeitet das Verhältnis Voltaires zum Judentum heraus. Es ist ungemein interessant, den Gründen nachzugeben, die die Auslassungen Voltaires über das Judentum in ihrer Richtung und in 'ihrer Schärfe bestimmt haben. Voltaire steht in Opposition zu jeder kirchlichen und philosophischen Autorität. Seine Kampfansage gegenüber dem Religiösen hätte er auch am Christentum verwirklicht, wenn ihn die Furcht vor Bestrafung nicht zur Zurückhaltung genötigt hätte. Ein bequemeres Ziel bot ihm das Judentum. Sein geistiger Inhalt war vogelfrei für jede herabsetzende Kritik. Nun kam hinzu, daß Voltaire durch Zusammenstöße mit jüdischen Finanzleuten sein wahres Wesen so abschreckend enthüllte, daß seine Freunde und Gönner von ihm abrückten. Diese persönlichen Erlebnisse und die ihm eigene trivial oberflächliche Wissenschaftlichkeit fanden in seinen umfangreichen Bemerkungen über das Judentum entsprechenden Ausdruck. Die Verfasierin stellt als Motive für die Einstellung Voltaires noch folgende Punkte heraus: Voltaire kann seinen jüdischen Zeitgenossen nicht vergeben, daß sie einst das Volk der Bibel waren. Die Schändlichkeiten der biblischen Juden dürfen nicht so rasch vergessen werden. Die Juden stnd in ver Welt des Fortschritts ein reaktionäres Element, weil sie an ihren alten Bräuchen sesthalten. Ihr Sonderdasein als „auserwähltes Volk" ist nickt zu ertragen m einer Zeit, die zu einer Einigung zur Menschengemeinschaft hinstrebt. Voltaire lebt in der landläufigen Vorstellung vom schmutzigen, wuchertreibenden Juden. (Sein jüdischer Gegner Isaak de Pinto berichtigt diese falsche Ansicht Voltaires in der bezeichnenden Weise, die an die Argumentation der heutigen Westjuden gegenüber den Ostjuden erinnert: „Voltaire sollte es sich angelegen sein lassen, zwischen spanischen und portugiesischen Juden einerseits und den Juden der übrigenLänderandererseits, mitdenensichjenenie solidarisch fühlen, für die sie nie etwas übrig hatten, einen scharfen' Trennungsstrich zu ziehen." Dubnow, Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Band vn.) Die vorsichtig wägende Forschungsarbeit der Ver- ° ]»]ä kommt zu folgendem Schluß: Voltaire hat wenig vom jüdischen Schrifttum des Mittelalters und der Neuzeit gekannt. Bon den drei Angaben über Maimonides sind zwei falsch. „In oer Tat kann man in Voltaires Anschauungen über Juden und Judentum keine Entwickelung beobachten. — tiA ot «Je. m Werke, die „Infame" zu zerschmettern, bediente m Voltaire des Judentums meist als Amboß, manchmal auch als es auch eine Seele haben könnte, hat er nie gemerkt. Die Arbeit der Verfasserin zeichnet die Stellungnahme Voltaires zum Gesamtkomplex des Judentums, als eines reit« " r n, nationalen und kulturellen Wertes. Sie zeigt Voltaires Stellung zur Judensrage seiner Zeit, beschäftigt sich mit Voltaires Quellen und seiner Methode, mit seiner Arbeitsweise und seiner Darstellungsart. Jrrtümer, Uebertreibung'n. falsche Auslegungen und Umdeutungen in den Aeußerunuc.i Voltaires über das Judentum werden erkannt und erklärt. Die Schrift der Verfasserin darf als eine Bereicherung auf dem Gebiete apologetischer Arbeit angesehen und als solche dem Lehrer empfohlen werden. Bücher, Kassel. „Ich bitte ums Wort zur Eeschäftsorduungl" Praktischer Wegweiser für Vereinsvorsitzende. Versammlungsleiter. Fünfte Auflage. Bon Chefredakteur E. Puquin. Preis: 1,95 Ml. Selbstverlag des Verfassers: Chefredakteur E. Paquin, Höfel (Bez. Düsseldorf), Preußenstraße 1. Postscheckkonto: Essen 16953. Ein interessanter und ausführlicher Ratgeber in allen Fragen parlamentarisch korrekter Versammlungsleitung. Die Tatsache, daß das Werkchen innerhalb kurzer Zeit bereits in fünfter Auflage vorliegt, ist feine beste Empfehlung. Reben dem parlamentarischen Regelwerk sind auch die Bestimmungen des geltenden Rechts soweit mit behandelt, als ihre Kenntnis für jeden Vorsitzenden unumgänglich ist. Der Verfasser war viele Jahre politischer Redakteur im Reichstag und Preußischen Landtag und kennt darum die Materie von Grund auf. Leichtsaßlich und übersichtlich geschrieben, bildet das Werkchen eine Fundgrube von praktischen Winken und Ratschlägen, woraus auch der gewiegteste und beschlagenste Versammlungsleiter noch manches Reue lernen kann. In jeder Situation weist das Werkchen klar den Weg. Bosses Wirtschaftsbuch für deutsche Beamte 1932. Bosses Wirtschaftsbuch für deutsche Beamtensrauen 1932. Hubert & Co. G. m. b. H.. Döttingen. Preis 2,50 und 1,20 Ml. „Es ist nicht wohlgetan", hat der Begründer des „Wirtschaftsbuches". Staatsminister Dr. Bosse, vor fast 40 Jahren geschrieben, „an praktischen Fragen des täglicken Levens mit vornehmer Geringschätzung vorüberzugehen, weil sie angeblich von untergeordneter Bedeutung sind. Unter den wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Zeit hat vielmehr ein sorgfältig und gewissenhaft geordneter Privathaushalt für den Beamten größere Bedeutung als je." Der deutsche Beamte muß heute Haushalten lernen, und die Leiden Wirtschaftsbücher geben ihm eine ganz vorzügliche Anleitung dazu. Wir können ihre Anschaffung allen Beamten und Beamtenfrauen nur angelegentlichst empfehlen: sie werden für die Wirtschaftsführung die besten Resultate zeitigen. M. St. Bei der Schriftleitung eingegangene Bücher: Holpern: Wie Ton In des Töpfers Hand. Ein Messiasroman. Leipzig. Gustav Engel. Brosch. 3,75 Ml. Ganzleinen 4,80 Ml. Vom Buch, das taufend Jahre wuchs. Eine bibelwissenschaftliche Sammelschrift. Herausgegeben von Dr. Max Soloweit s ch! k. Großoktav. Ganzleinen 5 Ml. Welt-Verlag, Berlin. Eine Parallelausgabe des Buches hat Der Heine-Bund (Berlin) für feine Mitglieder gebracht. Schrift und Schreiben. Zeitschrift für alle praktischen und wissenschaftlichen Fragen der Schrift und des Schreibunterrichts. Erscheint zweimonatlich. Herausgeber: Prof. Dr.G.Raederfcheidt, Akademiedirektor, Bonn. — 3. Jahrgang 1931/32, Heft 3. Verlag: F. Soennecken, Bonn. Preis: 3,60 Ml für ven Jahrgang. (6 Hefte.) Die „Neue Deutsche Schule." Pädagogische Monatsschrift. Frankfurt a. M. Moritz Diesterweg. Preis pro Heft 60 Pfg. Notizen. Deutscher Dichter-Dank im Goethejahr 1932. Der Reichsausschuß für die Goethe-Feier 1932 (Reichsministerium des Innern) erläßt für das deutsche Schrifttum, für die Deutsche Schiller-Stiftung in Weimar und für die Notgemein» schüft des Deutschen Schrifttums in Berlin einen Aufruf für den deutschen „Dichter-Dank" (Geschäftsstelle Büro Relchskunstwart, Berlin NW 40, Platz der Republik 6). Zehn Meister deutscher Graphik haben auf Anregung des Reichskunstwarts Dichter-Dank- Zettel geschaffen, deren Vertrieb der Börsenoerein der deutschen Buchhändler zu Leipzig übernommen hat. Dichter-Dank-Zettel sind in jeder Buchhandlung zu haben. Der Preis des einzelnen Zettels, der als Exlibris, Postkarte. Lesezeichen. Bild zu ver-

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