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Jüdische Schulzeitung · 1932-01-15 · 1 (15.1.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
1 (15.1.1932)
Date
1932-01-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Nummer 1 ■ il- Monalsschrist für Pädagogik UN- Schulpolitik Herausgegeben vom „Reichsverband der jüdischen Lehrervereine" 8. Jahrgang Tif "süd Schulzeikung" erscheint um den tb. ,inc4 irdenMonats und wird allen Mitgliedern Ux dem .Reichsverband der jüdischen Lehrer, rercine' angeschlossenen Vereine kostenlos zueestrltt. - Post-Bezugspreis für Nicht- Mitglieder: Mk. 1.20 pro Quartal. Hamburg, 15. Januar 1932 . Druck, Verlag und Geschäftsstelle: M. Letzmann, Hamburg, ABC-Stratze 57. Fernruf: Sammelnummer Hamburg 340737 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. Steinhardt.Magdeburg, für den In seraten teil: L.K n u d f e n, Hamburg. Anzeigenpreis 40 für die Ogefpaltene Nonpareille-Zeile. Inhalt dieser Nummer: xrgabung und Frühreife des jüdischen Kindes von Hugo Rosenthal, Berlin. Diu Rätsel der Kinderfcele von Oberstudiendirektor Dr. Otto Lnarp. Die Bibelübertragung von Buber-Rofenzweig in der Schule Mn &. Bacher, Kassel. Der Raschi-Unterricht von Dr. Jakob Kohn, Leipzig. Notizen. Literarisches. Bei der Schristleitung eingegangene Bücher. Aus dem Lehrer-Berbande. Briefkasten. Begabung und Frühreife des jüdische» Kindes Von Hugo Rosenthal, Berlin. Mathematik!) bei den jüdischen Schülerinnen die „genügenden" Leistungen überwiegen, während der Prozentsatz der „sehr guten" und „guten" Leistungen einerseits und der der „ungenügenden" andererseits bei den christlichen Schülerinnen höher sei. Demnach träfe die Annahme einer höheren Begabung jüdischer Kinder nicht zu. Die Untersuchung von Ruppin ist mit Rücksicht auf die geringe Zahl der Kinder, deren Leistungen verglichen werden, durchaus unzulänglich. Die erwähnte Fehlerquelle würde sie völlig unbrauchbar machen, wenn sie nicht, wie später noch gezeigt wird, ein Moment enthielte, das für die Klärung des Problems von Wichtigkeit ist.- I. Die wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Psychologie dr» jüdischen Kindes beschäftigen sich beinahe ausschließlich mit seiner Begabung bzw. mit dem Begabungsunterschiede zwischen jüdischen und nichtjüdischen Kindern. Das ist kein Zufall. Diese Irrge müßte den Psychologen reizen, da fast übereinstimmende Meinung dem jüdischen Kinde eine höhere Intelligenz zuschreibt. Die Ergebnisse der Untersuchungen scheinen zum Teil diese Auffr'ung zu bestätigen. Allerdings ist gleich zu bemerken, daß rzr.ijc Untersuchungen gar nicht die verschiedenen Grade det I-rrLigcnz feststellen, sondern daß sie in Wirklichkeit nur die Solleistungen vergleichen. Diese sind aber allein durchaus nicht rt» Maßstab der Begabung eines Individuums anzusehen. Doch die mit exakten Methoden unternommenen Prüfungen der I-'.eMgenz. die an sich größere Geltung beanspruchen dürfen als l-i Methoden der Zensurenvergleichung, haben in Wirklichkeit i~-t ,'s rage der Begabung jüdischer Kinder nicht g klärt. Die Ergebnisse der meisten jener Untersuchungen sind, wie diese Abr^rüung dartun soll, Fehlschlüsse. Im folgenden sei zunächst ein kurzer Überblick über die mir prLäoglich gewordenen Arbeiten gegeben. 1. A. Ruppin: Begabungsunterschiede christlicher und jüdi- Schüler.») tU Untersuchung wurde an einer privaten höheren Mädchen- Ui Stadt Berlin durchgeführt und bietet das Material ttü christliche und 176 jüdische Schülerinnen. Einleitend «ickr Nuppin auf Fehlerquellen aufmerksam, von denen eine *** 3*:» Ergebnis entscheidend ist, ohne daß der Verfasser bei k.vr?r.-r- Resultats es hinreichend in Betracht zieht. Er auf die soziologisch bedeutsame Tatsache aufmerk- »K u\ der Besuch einer höheren Schule für jüdische Mädchen ''llt für christliche Mädchen eine Ausnahme sei, „ ' ,<1res4 bei den christlichen Schülerinnen bereits eine häus- "f* ^rrrrcnauslcse stattgefunden habe. Als Mittel zur Fest- . Begabung werden die Zensurenbücher benutzt. " M1 - W» dab in beinahe allen'Fächern-(auch in der Demographie Z und Statistik der JrtzD 2. Zu Ergebnissen, die denen der Nuppinschen Untersuchung entgegengesetzt sind, kommt O. Nemecek, Wien, in einer Abhandlung „Zur Psychologie christlicher und jüdischer Schüler"?) Der Verfasser bedient sich zur Feststellung der Begabungsunterschiede von 1540 christlichen und jüdischen Schülern und Schülerinnen verschiedener Mittelschulen der Stadt Wien gleichfalls der Methode der Zeugnisvergleichung. Um aber mehr als die bloße Schulleistung festzustellen, unternimmt er einige Versuche, mittels derer er die geistige Eigenart der Versuchs-Personen zu erkennen sucht, so, wenn er sie nach den Binetschen Typen der Vildbeschreibung klassifiziert oder nach der Methode von Aschaffenburg die Raschheit des Vorstellungverlaufs bei beiden Gruppen vergleicht. Seine Ergebnisse bestätigen die allgemeine Ansicht einer höheren Begabung der jüdischen Schüler. In Deutsch, Französisch, Englisch und Geschichte, in Mathematik, Physik und Chemie zeigen sie größere Tüchtigkeit. Hinsichtlich der Sprachen begründet Nemecek ihren Vorsprung mit der größeren Fähigkeit in der „begrifflichen Anwendung von Sprechgesetzen" — also mit einer höheren Intelligenz. Für Mathematik, Physik und Chemie behauptet er, „größere Reife jüdischer Schüler auf dem Gebiete der abstrakten Gedankenarbeit". Im Hinblick auf die Leistungen in Zeichnen und Naturgeschichte stellt er eine geringere visuelle Begabung fest, womit die höhere Begabung für das Begriffliche und Abstrakte Zusammenhänge. Zn der Handfertigkeit und im Turnen werden sie von den nichtjüdischen Schülern Übertrossen., wo es hingegen — wie in der Monographie — auf motorische Geschwindigkeit ankomme, seien die jüdischen Schüler überlegen. Dabei handle es sich allerdings nicht um größere manuelle Geschicklichkeit, sondern „um die Raschheit in der Umsetzung des Gehörseindrucks in die motorische Muskelinnervation." Sehr bemerkenswert ist N.s Erklärung für die Vernachlässigung der äußeren Formen und die Ungenauigkeiten in den schriftlichen Arbeiten. Er führt das auf den „lebhafteren, zu einer rascheren Fixierung drängenden Vorstellungverlauf" zurück. Zeitschrift füx. Kinderforschung 1915. XX. Band S. 481.

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