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Jüdische Schulzeitung · 1931-12-15 · 12 (15.12.1931) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
7 (1931)
Issue
12 (15.12.1931)
Date
1931-12-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. Nummer 12 licrförmcn, die künstlerisch wirken, zu schenken, die Kinderhand zur Nachahmung anzuregen. Wir kennen die „Kinderhagädah" und die markanten dramatischen „Bibelbilder" Geismars. Hier ist ein Werk, das wir im Heimat- und naturkundlichen, im Deuischunterrlcht wie im sachgemtzßeu Zeichnen nenuentzen können. Die Darstellung ist so einfach, die wenigen Striche bringen so das Typische — man betrachte fliegende Vögel, den nahrungsuchenden Storch, die kampfbereiten Hähne, die springenden Pferde und viel anderes —, dag die Zeichnung auf Schüler ungemein einprägsam wirken mutz. Es fehlt nicht an Humor, an der Vermenschlichung der Tiere, die die Kinder an Fabeln, an Reineke Fuchs und ähnlichen Lesestoffen so sehr schätzen, man sehe nur die Elefanten, den Mops mit dem Fragezeichenschwanz, den eingebildeten Pudel, die Fabel- und Vorwelttiere. Vorteilhaft ist die Beschriftung in vier Sprachen, sind die ergänzenden Hilfslinien, die die unterrichtliche Entwicklung sehr erleichtern. Ein Geständnis: Ich geb gern und viel Zeichenunterricht, aber — um Tiere habe ich mich immer gedrückt, es soll in Zukunft nicht mehr geschehen. — Möge das Werk in viele Hände gelangen! CilliMarx. Köln. R a ch s ch r i s t. Herr Geismar teilt uns mit, dah bei Bestellung des Buches auf Wunsch ein hebräisches Namensverzcichnis der Tiere gratis mitgeliefert wird. D i e S ch r i f t l e i t u n g. Shmarya Levin: Kindheit im Exil. Ernst Rowohlt Verlag Berlin W öl). Der Verlag hätte der Uebersetzerin einen Kontrolleur beigeben müssen, der nicht nur Englisch, sondern auch Hebräisch kann und insbesondere Schrifttum und Tradition der Juden kennt. Verstötze wie die Uebersetzung von „Kriath schema", in „Ausrufung des Namens", von Tannai in „Talmudlehrer", von Nefesch, glattweg — ohne Rücksicht auf den Zusammenhang — in „Seele" und von Kawana, rein ethymologisch, in „Absicht" und einige Fehler kleineren Ausmatzes wirken einfach peinlich. Aber diese Sünden haben auch etwas Gutes: sie erinnern den Rezensenten immer wieder daran, datz er ein Buch vor sich hat. Man würde sonst meinen, ein Stück jüdischen Lebens wirklich erschaut zu haben. Dieses Buch ist der erste Teil eines Memoirenwertes. Aber was uns da, Schritt für Schritt, begegnet, ist weniger der kleine Schmaryahu Levin — . ... ich kann den schönen hebräischen Namen nur voll aussprechen —, sondern das jüdische Leben im weltabgelegenen Swislowitz. Da marschieren auf: die Batlanim, die Luftmcnschen, die Bachurim und Melamdim und die Handwerker des Ostens, die jüdischen, versteht sich; die — nicht nur physisch — muffigen Chedarim und die modernen Methoden der Maskilim, die Originale und Originalitäten der Kleinstadt, aber auch die Eeisteshöhe und Herzensgüte wahrhafter Lehrer und Führer und die ganze Wucht von Männern und Frauen, die fest und sicher in der vorgczeichneten Bahn des Gesetzes wandeln. Schmaryahu Levin müßte kein Jude sein, stellte er nicht in den Mittelpunkt seines erinnernden Denkens seine Mutter. Ucbrigens soll niemand meinen, Schmaryahu Levin wäre ein Schriftsteller. Das wäre in diesein Falle eine einengende Bezeichnung. Sch. L. ist vielmehr ein Jude, der erzählt. Was dem Menschen Sch. Levin seine Führerstellung verschafft, das wird auch dem Buche die Freunde und Verehrer bringen. Da ist ein Mensch, sprühenden Geistes und glühenden Temperaments, hochgebildet, gelehrt, belesen, vielerfahren, fast genial. Der will — das ist unverkennbar— an unser Judesein rühren. Aber er bringt nichts von Ideologien und Weltanschauungen, nichts von philosophischen, historischen und mathematisch-logischen Deduktionen, nichts von Erklärungen und Beweisen. Sondern ein Jude steht auf, der nicht erst sein Dasein beweisen und rechtfertigen mutz, um an sich zu glauben, der nicht sagt: cogito ergo sum, sondern: ich bin, also mutz ich wirken. NB. Wann kommt der zweite Teil der Autobiographie? JssiBayer, Bingen. Lesebuch, aus Montesquieu. In Uebersetzungen von H. Werneke. Verlag H. Werneke, Kehl (Baden). 1030. Gleich dem Lescbuche aus Rousseau und Heine hat es sich der Verfasser zum Ziele gesetzt, diese Persönlichkeiten in ihren eigenen Gedanken dem Leser nahezubringen. Montesquieu, dieser geistvolle Franzose, hat durch vieles Reisen und durch ein eifriges Studiunc ein Ansehen erworben, das ihm in der Gclehrtenwelt und in den politischen Zirkeln von Baris eine glänzende Stellung gab. Seine „Persischen Briefe" hatten einen durchschlagenden Erfolg. Sie waren es, die seinen Ruhm begründeten. Den gleichen Ruhm erwarb er durch das Werk „Der Geist der Gesetze" das.im Laufe von zwei Jahren 2t Auflagen erlebte und in alle Sprachen übersetzt wurde. Durch große und ausgedehnte Reisen lernte er Land und Leute kennen und besuchte manchen Schauplatz geschichtlicher Ereignisse. So gewann er ein tiefes Verständnis für die Völker vergangener Zeiten und stellt in seinen Schriften meist historische Betrachtungen mi. * Die im Lesebuche gegebenen Proben seiner Werke zeigen die ganze tiefe Kenntnis des Lebens und Webens der antiken Völker, fein großes philosophisches Erfassen der verschiedensten Probleme der damaligen Zeit. Jeder, der dieses Büchlein liest, wird es mit dem Wunsche aus der Hand legen, noch mehr von Monier quieu kennen zu lernen. (£—I. Bei der Schriftleitung eingegangene Bücher. Buber-Rosenzweig: Die Schrift. Band XI: Das Buch Jirmejahu. Pappe 5 .M, Leinen 7 töft. Schokken-Verlag. Berlin SW 10. Die Psychoanalyse im Dienste der Erziehung. Von Dr. O. P f i st e r. Pfarrer in Zürich. 3.. verbesserte Auflage von „Was bietet die Psychoanalyse dem Erzieher". 160 Seiten. In Steifdeckel 4 ■•#/£.■ Leipzig 1020. Julius Klinkhardt, Verlagsbuchhandlung. Josef K a st e i n : Eine Geschichte der Juden. Gebunden 0 E, Leinen 12,7,0 M. Berlin. Ernst-Rowohlt-Verlag. Schrift und Schreiben. Zweimonatsschrift für alle praktischen und wissenschaftlichen Fragen der Schrift und des Schreibunterrichts. Herausgegeben von Prof. Dr. Gg. Raederscheidt- Bonn, Oberregierungsrat Prof. Hugo Busch- Düsseldorf, Do-' zent Alois Legrün - Wien. Schriftleiter: Adolf V u f ch - Mehlem. 3. Jahrgang. 1031/32 Heft 1 (Oktober). Verlag: F. Soennecken, Bonn. Preis für den im Oktober beginnenden Jahr-- gang (6 Hefte) 3,60 täU-. E r nst Erich Roth: „Die Mietskaserne." Roman junger Menschen. Preis: Ganzleinen -1,80 E. Societäts-Verlag, Frankfurt a. M., 1031. Die Aufnahmeprüfung beim Uebertritt von der Grundschule in die höheren Schulen. Eine Sammlung von Prüfungsaufsätzen. Herausgegeben von Robert Fischer. Ludwigsburg (Württemberg). Selbstverlag. Paul Koch: Kinderschrift und Charakter. Brause & Co.. Iserlohn. 06 Seiten. 1,20 .-M. Festschrift aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der israelitischen Waisen- und Erziehungsanstalt Wilhelmshöhe in Eßlingen a. N. Paul Cohn: 1. Die Seele ist Leib. 88 Seiten. Pappband 3.7,0 Mk 2. Um Nietzsches Untergang. 160 Seiten. 3.2h ’M. Hannover. Baringstratze 7. Morris-Verlag. Joachim Prinz: Jüdische Geschichte. Mit 16 Illustrationen. Berlin. 1031. Verlag für Kulturpolitik. 280 Seiten, gebunden 10' ül/k Briefkasten. Wir sind zur Zeit mit größeren Arbeiten für diese Zeitschrift auf viele Monate hinaus versehen und bitten unsere geschätzten Mitarbeiter, falls sie auf den Abdruck ihrer Arbeiten etwas länger warten müssen, als uns selbst lieb ist, uns mit Vorwürfen zu verschonen.! Hingegen sind uns kleinere Aufsätze (besonders populären Inhalts) für die Blätter für Erziehung und Unterricht sehr erwünscht und können wir hierfür sehr baldigen Abdruck in Aussicht stellen. , iumhi f Wir suchen an allen Orten nebenberufliche Vermittler Victoria zu Berlin Allgemeine Vers.-A. G. Subdlreklion: Hamburg I, Hermauuslr. 14 V Günstigste Tarife. | IM 12D Lehrbuch für einen elementaren Unterricht in Rasch! Preis geb. HM. 2.20 Verlag C. Boas Nachl.. f Merlin C 2 Neue; FriedrichslraOe 69 Erhöhtes Einkommen btetet sich Lehrern.Kantoren, pensloö. Beamten durch Einführung eines sehr gut empfohlenen jüdischen Buches. Angebote unter G postlagernd, Berlin N 24. . ...fT 24!

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