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Jüdische Schulzeitung · 1931-08-14 · 8 (14.8.1931) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
7 (1931)
Issue
8 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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o Nummer '8 __.__Jüdische Schulzeitung. geldliche Ersparnis fi'rr den Schüler, bei besserer Einteilung in den Aufbau, wenigstens unseres Frankfurter Ncligionslehrplanes erreichen läßt. Immerhin mutz in diesem Zusammenhang auch hervorgehoben werden, datz, zumal in Rücksicht auf die äutzere Ausstattung des Buches sein Preis als geringfügig zu bezeichnen ist. Erst recht, wenn man bedenkt, datz es nicht bloh ein Schulbuch ist, sondern mit Fug auch ein Hausbuch genannt werden kann. Welche Dienste kann es nicht auch unseren jüdischen Jugendvercincn . oder sonstigen jüdischen Arbeitsgemeinschaften leisten. Welchen Anklang das Buch gesunden hat, beweist noch die Tatsache, datz die erste Auflage des einen Bandes bereits vergriffen ist und datz man sich mit der Herausgabe einer englischen Aevcrsetzung für unsere amerikanischen Glaubensgenossen schon ernstlich' besaßt. , Wenn ich hier nicht kritisiert, geschweige denn getadelt habe, so soll das nicht heißen, datz nicht wie allem Menschenwerk auch diesem Buch Mängel anhaften. Sache der jüdischen Lehrerschaft, besonders der wissenschaftlich gebildeten, 'also in erster Reihe unserer Kollegen wird es fein, alle etwaigen Ausstellungen dem Verfasser bckanntzugcben, damit er sie prüfe und bei Neuauflagen gegebenenfalls berücksichtige. Wie das Werk letztlich aus dem Geist des Eefamtjudentums^geschöpft ist, so sollte sich unsere Gesamtheit seiner annehmen und es im angedeuteten'Sinne vor gllcm durch weitreichende Erprobung und Benutzung im Unterricht fördern. Dies wäre der schönste Dank.' füroie überaus mühevolle Arbeit des verdienstvollen Verfassers. . Arnold Lazarus, Frankfurt a. M. <- Dr. Max Stiefelzieher: „Religionsgesellschaften und Meltanschauungsvereinigungen im Bölksfchulrecht." Verlag D. Heller, Münche'n 1981. . Vorliegende Arbeit ist eine hervorragende Leistung und füllt eine vorhandene Lücke in der Schulliteratur aus. Die in der Einleitung gegebene Uebersicht bildet einen geschichtlichen Adrig der Entwicklung der Schulen überhaupt, indem er von der Zeit des Mittelalters als der Zeit staatlicher Untätigkeit auf dem Gebiete des Schulwesens" ausgeht und bis in unsere Tage sortführt. Die Bestimmungen der Reichsverfassung werden in ausgiebigster Weise behandelt. Es wird uns gezeigt, wie ein Gesetz erklärt und ausgedeutet werden soll. Die Methode dieser Arbeit ist' vorbildlich. . .. Nachdem die'Artikel der Reichsversassung über die Schule, die Lehrerbildung, die Stellung des Religionsunterrichts besprochen wurden, leitet er zu dem uns am meisten interessierenden Teil über' „Die Stellung der israelitischen Religionsgemeinschaften im Volksschulrecht des Reiches und der Länder" über. In diesem Teil ist die für uns Juden wertvollste Arbeit niedergelcgt. Wohl sind schon zahlreiche Reichsschulgesetz - Entwürfe diskutiert worden, aber bis zur endgültigen Festsetzung eines Reichsschulgesetzes wird noch viel Zeit vergehen, da diese Frage ,^von der Parteien Haß und Gunst verzerrt" immer noch ungelöst ist. Ein Reichsrecht besteht noch nicht. Aber in vorliegendem Buche werden die Bestimmungen der betr. Landesgesetze besprochen, für die jüdische Schule eingehendst erörtert und durch wertvolle Hinweise auf wichtige Werke der Schulliteratur ergänzt. Ganz besonders gereicht cs dem vorliegenden Buch zum Vorteil, datz der Verfasser die Gesetzgebung der deutschen Länder bespricht und so zum ersten Male den Versuch unternommen hat, ein brauchbares Nachschlagewerk für sämtliche jüdische Schulen unseres deutschen Vaterlandes zu schaffen. Daß . in diesem Teil die einzelnen Kapitel immer nach der Gesetzgebung des betreffenden Landes behandelt werden, erhöht nur den Wert und die Gebrauchsfähigkeit des Buches.- Wohl haben wir in dem Buch „Die Rechtsstellung der Juden im preußischen Volksschulrecht" -von Dr/ Jsm. Fxeund ein grundlegendes Werk. Doch, stellen wir fest, daß Dr. Stiefelzieher sein Buch für die Religionsgesellschaften-— im 2. Teil speziell für die Rechtsstellung der Juden — länderweise zusammengestellt hat. Beide Bücher, das vorliegende und das von Dr. Jsmar Freund, ergänzen sich zweckentsprechend. Nur bringt das vorliegende von Dr. Stiefelzieher die Gesetze bis zur Gegenwart. . - Im 3. Teil wird die modernste Frage: die „Weltanschauungsfchüle" behandelt. Obwohl in deutschen Ländern gesetzlich diese' Schulart noch nicht besteht, sind die Tatsachen dem Gesetz -vorausgeeilt und wir haben ile fncto bereits Schulen ohne eigentlichen Religionsunterricht. Dieses Novum ist insofern intercssqnt, weil, obwohl vorhanden, die Gesetzgebung der Länder diese Frage noch zu erledigen hat. Aber auch hier wird wahrscheinlich' die- Frage der Weltanschauungsschule auf dasselbe Geleise geführt, wie die der Simultanschule, die ja auch im christlichen Sinue-ihre^Lösrrng.>gefundLn.hat. -w...... .% Seite 7 Es erwächst uns jüdischen Lehrern deshalb die unbedingte Pflicht, von den bestehenden Rechten den weitgehendsten Gebrauch zu machen, jüdische Schulen nicht nur zu erhalten, sondern neue jüdische Schulen zu gründen, um unsere Jugend wieder zu begeistern für die Belange und die Ideale unseres Judentums. Dieses Buch ist wärmftens zu empfehlen. Jede Schule, jede Religionsschule. aber auch jede jüdische Schulverwaltung sollte dieses Standardwerk als eisernen Bestand ihrer Bücherei anschaffen. # E—e. Simon Dubnow: „Geschichte des Chassidismus". Jüdischer Verlag. Berlin 1930. Der Chassidismus gehört zu den interessantesten und zugleich zu den am wenigsten erforschten Erscheinungen der neueren jüdischen Religionsgeschichte. Als Protest gegen den starren formalen Glauben und gegen das offizielle Priestertum im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden, löste er bald eine bedeutende Volksbewegung aus. Er strebte, die wohldurchdachte Kasuistik durch das unmittelbare Gefühl, und den religiösen Formalismus durch die unmittelbare mysti>che Erfassung Gottes und seines Willens zu ersetzen. Volkstümlich und sozial, jeddm kleinen Menschen ohne weiteres verständlich, macht er bald die Führer der neuen Bewegung (die Zadiks) zu wirklichen Bolksführern. die einen bedeutenden Einfluß auf die breite Masse des östlichen Judentums ausübten und sogar noch jetzt ausüoen. Die Kehrseite des Chassidismus war freilich eine kulturfeindliche Tendenz, die durch den Kampf gegen das Rabbinat noch gefördert wurde und die der Entwicklung des russischen Judentums große Schwierigkeiten in den Weg legte. S. Dubnow, der diesem dramatischen Thema ausgedehnte archivalifche Nachforschungen gewidmet hat. bewältigt seine Aufgabe — in der Zeichnung der großen Linien wie auch in der Ausarbeitung der kleinsten Details — mit wirklicher Meisterschaft, die ihn in die Reihe der ersten jüdischen Historiker stellt. Sein Buch wird nicht nur von den jüdisch Interessierten, sondern auch von allen historisch Interessierten mit Genuß gelesen werden. D. Landmann. „Wer liest mit?" Ein Lesebuch für die Kleinen von Artur Kern mit vielen Bildern von Johannes Thiel. In Sütterlinfchrift geschrieben von Elsriede Weber, Freiburg i. Breisgau, Herder & Co.. Verlagsbuchhandlung. Vorliegende Fibel führt bis zur letzten Konsequenz den Weg der analytischen Methode durch. Der Verfasser geht von dem Grundgedanken aus, datz sich die kindliche Auffassung sowie die der Erwachsenen in „Ganzheiten oder Gestalten" vollzieht. Wortgcstalten sind Sinnträger und nur insoweit Vildungsvermittler. Daher sind schon beim ersten Lesen Bildungsziel und seelische Haltung des Kindes voll zu berücksichtigen. Dementsprechend bringt die Fibel in ihrem ersten Teil kindertümliche Geschehnisse und Erlebnisse aus der Schulstube, der zweite und dritte Teil führen in organischem Aufbau in den weiteren Lebensraum des Kindes hinein. Reben der bewußten Gestaltung der Lescftücke nach „Ganzheiten" ist besonders hervorzuheben die Darstellung dieser „Ganzheiten" in Sütterlinschrist. Durch häufiges Abschreiben ganzer Wörter und Lesestücke wird der Rechtschreibung in weitem Umfange vorgearbeitet. Sinnbedeutung der Worte gehen von den ersten Wochen der Fibelbcnutzung Hand in Hand mit Optik und Akustik und werden verstärkt'durch sofortiges Erlernen der vorbildlichen Schreibschrift. Erst viel später wird durch Vergleich und Analyse der einzelne Laut abgelöst und in Beziehung gebracht zum Buchstaben der Schreib- und Druckschrift. Ob nun analytische oder synthetische Methode zum Ziele führt, hängt letzten Endes vom Geschick des Lehrers der Kleinen ab. Beachtenswert bleibt jedoch bei dieser Fibel bet Gedanke der. „Ganzheit", der auch in den Bildern gewahrt ist, und in der Komposition wie in Linie und Farbe den Kindern klare Vorbilder gibt und sie zum Nachgestalten anregt.' Dipl.-Hdl. M. Neschke. - Schrift und Schreiben. Zweimonatsschrift für alle praktischen und wissenschaftlichen Fragen der Schrift: und des Schreibunterrichts. Herausgegeben von Prof. Dr. Georg Raederscheid t - Bonn, Oberregierungs- und -gewerbeschulrat Prof. Hugo Busch-Düsseldorf, Dozent Alois Legriin-Wien.' 2. Jahrgang 1930/31, Heft t. Verlag F. Soennecken, Bonn. Das vierte Heft befaßt sich vorzugsweise mit Neueinrichtungen und Neuerungsoorschlägen. So enthält es u. a. aus berufener Feder Aufsätze über die neue Schreibweise in Baden, die Reformbestrebungön in Sowjetrutzland, Erfokgsaussichfen für eine Der^ wendung von. Kürzfchrift als erster Schrift im'Schreibunterricht

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