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Jüdische Schulzeitung · 1930-11-14 · 11 (14.11.1930) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
11 (14.11.1930)
Date
1930-11-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Schulzeitimg. Nummer n seine eignen, abseitigen Wege gegangen, und wenn er hier als „Exjudaus und Athoista" an die Grundprobleme des Judentums rührt, so kann man sich vorstellen, wie die Späne nach allen Seiten fliegen. Aber wie schon der Titel besagt, handelt es sich weniger um röligtösö m \m goHtiffte Fräsen; um die po, litische Grund- und Lebensfrage des deutschen Judentums in der Gegenwart: Um die Emanzipation. Brunner kennzeichnet die gegenwärtige Lage der Juden als Schein emanzipatlon, und' daß es so ist, fällt seiner Meinung nach in der Hauptsache den Juden zur Last. Indem sie eine Religion bewahrt haben, die im wesentlichen nationalen Charakters ist, haben sie das natürliche Nichtvolk zum künstlichen Volk gezüchtet. Die Lösung der Judenfrage liegt also bei den Juden: -ihre Pflicht ist es, alles spezifisch Jüdische, das gar nicht religiös, sondern national ist, auszugeben, einschließlich des Namens Jude, und nur das wirklich Religiöse zu bewahren, das zugleich das Menschliche ist, den Provhetismus einschließlich der Lehre Jesu. Bei dieser Auffassung des Problems ist der Hauptgogner Brunners natürlich der Zionismus, und feine Philippika gegen Klatskin ist wohl die schärfste antizioniftrsche Polemik, die wir kennen. Aber auch die „Konfusionsjuden" mitsamt dem Centralveroin bekommen bittere Pillen -zu schlucken. Viel säuberlicher verfährt der Verfasser mit der Gegenseite, dem Staate. Von ihm verlangt er nicht mehr, als daß er „das Recht, die Pflicht, die Macht zu befehlen, zu verbieten, zu strafen" gegen die Lügen und Verleumdungen der Judenhasser entschieden geltend mache. So stellt sich also dem Philosophen Brunner die Sache ziemlich einfach dar: Die Juden geben sich als solche auf, und wenn die Antisemiten trotzdem keine Ruhe geben, dann fährt der allmächtige Staat mit seinem Knüppel — in Gestalt des Strafgesetzes — dazwischen. — Die Hauptfrage für den Kritiker ist nun. ob Brunner das Problem richtig sieht, d. h. ob wirklich die jüdische Religion, auch wenn man ihre völkische Struktur anerkennen wollte, der Stein des Anstoßes für die nichtjüdische Umgebung ist. Wenn man die Frage weniger vom spekulativen als vom empirischen Standpunkt aus betrachtet, dann kann z. B. schon das Schicksal Rathenaus die Auffassung Brunners widerlegen. Vielleicht konnte man vor hundert Jahren glauben, daß es so sei, wie Brunner behauptet; die neuere Entwicklung des Antisemitismus weist in eine andere Richtung. Auf alle Fälle aber muß man der Stellungnahme Brunners den Juden gegenüber Konsequenz zusprechen. Seltsam dagegen mutet seine Haltung dem Staate gegenüber an. Sonderbar, daß im 20. Jahrhundert ein Philosoph im Staate das „realisierte Ideal" sieht — während schon der radikalste Nationalist dem Volkstum den Primat zuerkennt — und diesem Ideal Polizeifunktionen in einem geistigen Kampfe zumutet. Brunner spricht in diesem Zusammenhang vom Republikschutzgesetz. Run, man sollte meinen: Vestigka torrentk Aber abgesehen von alledem: Der moderne Staat hat seine Pflicht -den Juden gegenüber erfüllt. Der Widerpart der Juden ist darum nicht der Staat, sondern — die Gesellschaft. An dieser Tatsache ist der Verfasser vorbeigegangen, und wo er sich mit den Judenhassern — also nicht mit dem Staate — befaßt, verwickelt sich der Philosoph in absonderliche Widersprüche. Wie kann man den Judenhassern recht geben, „das zu hasten, was an den Juden sie hasten", weil die Juden nun oinmal „so" ausschauen, und dann im selben Atemzug zu versichern: „. . . sie sind nicht so", und darum „sind sie nicht die Ursache, sondern der Gelegenheitsanlaß des Judenhasses". Man mag an dem Buch seine Freude haben oder an ihm Aergernis nehmen — je nachdem; der Klärung der Judenfrage ist es keinen Schritt näher gekommen. H. St. Der der Schrrftleitung eingegangene Bücher. Dr. Robert Koeppel: Palästina. Die Landschaft in Karten und Bildern. Mit 150 Photographien, 34 Zeichnungen, 34 Karten. 1920. 175 S. 4». Tübingen. I. C. B. Mohr. In Ganzleinen geb. 18 Ji. Immanuel Vernfeld: Eid und Gelübde nach Talmud und Schulchan Aruch. 3. vermehrte Auflage (unter Berücksichtigung des Nürnberger Talmud-Prozesses). Berlin. 1930. Philo-Verlag. 34 S. Brosch. 0.95 Jt. H. Werneke: Lesebuch und I. I. Rousseau. 2. Auflage Kehl (Baden) 1930. Verlag: H. Werneke. 140 S. Brosch. 1.50 M. Hiob. Der Roman eines einfachen Mannes von Joseph Roth. Leipzig. Gustav Kiepenhouer. Kartoniert 3.80 Jl. Schrift und Schreiben. Zweimonatsschrift für alle praktischen und wissenschaftlichen Fragen der Schrift und des Schreibunterrichts. Herausgegeben von Prof. Dr. Eg. Raederfcheidt- Bonn, Oberregierungs'rat Prof. Hugo Busch-Düsseldorf, Dozent Alois Legrün-Wien, Konrektor Paul Werth-Berlin. Jahrgang 1929/30, Heft 6 (August). Verlag: F. Soeunecken, Bonn. Preis für den im Oktober beginnenden Jahrgang (6 Hefte) 3.60 Albert Londres: Der ewige Jude am Ziel. Wien jtV. Argenttnierstraße 29. Phaidon-Verlag. Wege der Technik. 1. Die Lilienthals von Anna und Gustav Lilienthal. 127 S. 2. Der Einbruch der Technik in die Pädagogik von Paul Oestreich. 156 S. Stuttgart und Berlin. 2. G. Cottafche Buchhandlung Nachfolger, Preis karton. je 2,80 Ji. Dr. S. Levy : Das Judentum in der Musik. Erfurt. 1930. Gutenberg-Druckerei Stolzenberg & Co. Notizen. Arbeitsschulseminar Köln (staatlich anerkannt). Am Arbeitsschulseminar Köln ist für das Unterrichtsjahr 1931 folgender Ausbildungsplan vorgesehen: A. - K l a s s e n: Ausbildungsdauer 1 Jahr (ganztägig) mit mindestens 48 Wochenstunden. B. -Klaffen: Ausbildungsdauer 2 Jahre (halbtägig) mit mindestens 24 Wochenstunden. (Montags-, Dienstags-, Mittwochs-, Freitagsnachmittags.) Ziel: Einführung in die gesamten reformpädagogischen Bestrebungen der Arbeitsschulbewegung. Besondere Berücksichtigung erfährt die Werkarbeit. Die bestandene Werklehrerprüfung, durch die die Lehrbefähigung zur Erteilung von Werkunterricht an Volks-, mittleren und höheren Schulen erworben wird, wird außerdem als ein Fach der Mittelfchullehrerprüfung gewertet und bei Junglehrer und Junglehrerinnen auch als theoretischer Abschluß der A. G. Meldungen zur Teilnahme an den Aus- und Fortbildüngslehrgängen des Seminars werden bis spätestens 31. Dezember 1930 an das Geschäftszimmer des Seminars, Köln-Deutz. Deutzer Freiheit 48, erbeten. Es wird gebeten, allen- Anfragen Rückporto beizufügen. Ich muß die Kollegen erneut dringend ersuchen, wenn einmal eine Nummer der „Schulzeitung" ausbleibt, sie durch den Postboten bei der Post zu reklamieren, statt nach Wochen oder gar Monaten es mir zu melden. Die Nachlieferung ist mir in solchen Fällen unmöglich, verursacht nur unnötige Schreibereien und fördert die unregelmäßige Zustellung. Steinhardt. Werbt für die Verbreitung ul::::: Probenummern in beschränkter Zahl stehen bei der Schriftleitung zur Verfügung Kinder« cnanucüaioucmor D’oin MessIng-BeichUg o. -Tüllen JL« 5.5» CtianacuasDiet HoU-Trendel 0.55 Gaiaiith-Trandel 0.55 Vereine Rabatt Kunstgewerbestube Freudenthal Breslau Goothostr. 1) Erholungsu. Altersheim für jüd. Lehrer u. Kantoren e. V. Wir empfehlen unser schönes, gutgeheiztes Helm (jc«ies Zimmer mit Warmwasser-Vcrsergung) zu Winterkuren ln Bad Ems bezw. zum Ferienaufenthalt. Wir kOnncn nueh noch einige Dnuerinsassun ftufnohmon. — Mehlungen alml zu richten an J. B. Levy, Frankfurt am Main, Ituvensteinstrasse 5 Meine ausführliche Preisliste für :-n. .mneia etc. illustr. Verzeichnis von Chanukkah-Leuchtcrn bitte ich kostenlos zu verlangen. Günstigste l’relso fUr KuUusbenmte. JliO. um) hehr. Literatur. Jugend-BUcher. 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