Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1930-07-15 · 7 (15.7.1930) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
7 (15.7.1930)
Date
1930-07-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2825247-2825261-2825268--0410-2826008
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Summer 7 l \ GERM Ai Xy._i// V0?’ V/U 1/ §KohMfssHsif§ f*i& MKÄÄgpgßlr M'rd SB-ttlMMLZr Hcrarrsgcgebeu vom „Neichsverömrd der: jüdischerr Lehrervereüre"! li \}<77<£><)fm nho,^? U i)kk>ULLä'O'U Dwii ü'0. l ..... ■ .«■**' Die „Jüd. Schulleitung" erscheint am 15. eines sedenMonats und wird allen Mitgliedern der dem „Neichsverbaud der jüdischen Lehrer- Vereine" angeschlosscnen Vereine kostenlos zugestellt. — ^Post - Bezugspreis für Nichtmitglicder: Ml. 1.L0 pro Quartal. Verantwortlich für den (redaktionellen Teil. M. Steinhardt- Magdeburg, fürden Inseratenteil: L.B n u d se n,Hamburg. Anzeigenpreis 40 \ für die 6gcspaltene Nonpareille-Zeile. Hamburg, L5. Zuli WZS Druck, Verrag und Geschäftsstelle: M. Lehmann, Hamburg, AVC-Straße 57. Tel.: Sammelnunlmer C4 Dammtor 0737 Inhalt dieser Nummer: Las Luch Hiob im Religionsunterricht von Landrabbiner Dr. Blum, Emden. Note MimilaLion von Hans Löwenberg. Der hebräische Unterricht in der Neligiousschttle von Werczberger, Leipzig. Leitgedanken bei meinem Unterricht (Schluß) von M. Abraham. Literarisches. Bei der SHriftleitrrrm emgegcmgeue Bücher. Notizen, VeriHLigung. Das Buch HioL im NeligisnsRnLerricht. Von Landrabbiner Dr. Blum, Emden. „Hiob ■— dieses Buch kann nmn vor Gott selbst lesen. Die Verse dieses Buches scheinen mit der Majestät, dein Schrecken und dem selbst sichtbaren Schatten Gottes geschrieben. Wo gibt es wohl noch ein Buch wie dies, welches in eurer Hand vom Leben zum Nichts, von der Sonne bis unter die Erde, von der Zeit bis..zur Ewigkeit schreitet!" Diese Worte des französischen Dichters Lamartine zitiert Ascher in einem seiner vor etwa 25 Jahren erschienenen Aufsätze über Judentum, Wissenschaft und Leben, da er fragend ausruft: „Warum sollen unsere jüdischen Gymnasiasten nur Horazische Oden lesen, warum nur Herodot und Lwius? Warum soll der intelligente jüdische Knabe .sich nur an der Poesie eines Aeschylus, Sophokles, Euripides und .Pindar ergötzen?" Heute, nach einem -Vierteljahrhundert, dürfen wir wohl sagen: es ist besser geworden. Weite Kreise der jüdischen Jugend haben zur Bibel zurückgefunden. Der Religionsunterricht — auch die Jugeudvereine — haben ihnen den Weg zur Schönheit und Erhabenheit, zur Tiefe und Wahrheit der Heiligen Schrift gewiesen. Dabei will es aber scheinen, als ob gerade das Buch Hiob stiefmütterlich behandelt und nur selten und flüchtig zum Gegenstand der Belehrung und llnterweisung gemacht wird. Die Schwierigkeiten, die dieses tiefgründige Werk einer befriedigenden Deutung und Erklärung entgegensetzt, mögen den Grund zu dieser Zurückhaltung bilden. Darum ist es mit Freude und Dankbarkeit zu begrüßen, das; der bekannte Alttestamentler König uns eine neue umfassende Erklärung des Buches Hiob geschenkt hat*. Es braucht nicht gesagt zu werden/daß es ein. streng wissenschaftliches Werk ist, mit der beim Verfasser gewohnten Akribie und Ausführlichkeit, weit ausholend und die ganze neuere und neueste Literatur über das Buch Hiob berücksichtigend und kritisch wertend; aber (wenn auch zuweilen etwas schwer in der Sprache) ist es in seiner Anlage doch so klar und durchsichtig, dag es auch von einemder sich nicht besonders eingehend und wissenschaftlich mit biblischen. Fragen beschäftigt hat, mit Nutzen und Erfolg beim Unterricht verwertet werden kann. Für alle vier Arten, in denen ein biblisches Buch beim Religionsunterricht behandelt werden kann, für den Ueüersetzum s- * Das Buch Hiob eingeleitet, überseht und erklärt von Eduard König (Verlag E. Bertelsmann, Gütersloh), 1929. Vill u:ib 510 S. Preis geh. 19,50 JUL geb. 22 JUL unterricht, für das Bibellesen, für die Bibelkunde und für die Neligionslehre, bietet Königs Kommentar j eine wahre Fundgrube zu Anregungen und Belehrungen. l Wo Unterrichtszeit und Schülermaterial die Möglichkeit geben, das Buch Hiob im Original zu lesen^ wird der Lehrer gut tun. den ganzen Kommentar durchzudrbeiten,-s um ein volles Verständnis des Textes zu gewinne^ und Sinn und Bedeutung jeder einzelnen Stelle recht zu erfassen. Er wird dabei die — für ihn oft unwesentliche — Auseinandersetzung mit anderen Erklärern und die Widerlegung ihrer Ansicht mit in Kauf nehmen müssen; aber er wird — neben mancher feinen stilistischen und poetischen Bemerkung. — dadurch reich belohnt, das; er immer wieder bemerkt, mit welcher Logik und Klarheit, mit welcher Deutlichkeit und Sicherheit der Verfasser den überlieferten massoretischen Text gegen die wilden und willkürlichen Aenderungsversuche anderer verteidigt. ' II.! I Wo — und das dürfte zumeist der Fall sein —s es nicht möglich ist, das Buch Hiob beim Religionsunterricht aus dem Hebräischem zu übersetzen, sollte man es wenigstens auf deutsch lesen und eingehend besprechen. Dazu kann zede iu der 'Hand, der Schüler befindliche Ilebersetzung benutzt 'werden, auch die nicht zu knapp bemessene Auswahl in Auerbachs Schul- und Lausbibel. Und wenn König auch in llebersetzung und Auffassung vielfach von anderen abweicht, kann — bei, ctum aufmerksamer Berücksichtigung allzu großer Unterschieds — der Lehrer doch zur Vertiefung des Erlesenen |nb zur 'tzerausarbeitung des Eedankenganges und der fortschreitenden Lösung des Problems sich der zusammenfassendcn Puckblicke imb der zusammenhängenden Betrachtungen bedienet, die der Verfasser reichlich, bei jedem Personenwechsel-chzw. bei jeder neuen Rede, eingefügt hat. Sie werden es ihm ermöglichen, den Schülern ein klares überzeugendes Bild' von der kunstvollen Gliederung und in sich geschlossenen Einheitlichkeit des Buches Hiob und der Folgerichtigkeit seiner Gedankenentwicklung zu geben. Außerdem wäre manches aus den einleitenden Bemerkungen und den Schlußüeirachtungen noch zur Erklärung hinznzuziehen. -- HI. | ' Für den Unterricht in der Bibelkunde genügt es natürlich . nicht, wenn die Kinder wissen: wir haben in.der dritten Abteilung der Heiligen Schrift, in den Kethubim, ein Buch, das den Namen „Hiob" trägt. Sie müssen — auch wenn sie es weder übersetzt, noch gelesen haben — damit doch einen deutlichen und klaren Begriff von Wesen und Eigenart.'von Inhalt und Bedeutung dieses Buches verbinden. Darüber muß der Lehrer ihnen einiges erzählen und ihnen Droben vbrlescnst mindestens Einleitung und Schluß. Prolog UW Epiloch ihnen ausführlich wiedergeben und Zweck und AbsickA der dazwischen liegenden Dialoge kurz kennzeichnen. Reichliches Material dazu ' findet er in den einleitenden Bemerkungen bp Kommentars von König. Sie beginnen mit der Stellung) die das Buch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.