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Jüdische Schulzeitung · 1930-03-14 · 3 (14.3.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
3 (14.3.1930)
Date
1930-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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MyrmksschmfL ffii* Vciöagsgßk smd SchulpslLLek Hcraüsgegcdcn vorn „Reichsverband der jüdischen Lehrervereine" r"j SSs*\ <'~"7 JUlHWl Myrraksschmft ffii* Vciöagsgik smd SchulpsMK Die „Jüdls^e Schutzzeiuni-;" erscheint am 15. einesiedeuMouais und wird allen Ufit(]licbcrn> derbem „NeichSverband betiuDifdjeu Lehrervereine" auqeichlosseueu Vereine kostenlos zugestcllr. - Post - Liezugspreis für NichtmiLglicdcr: Mk. 1.20 pro Quartal. Hamburg, 14. März 1939 Druck, Vertag und Geschäftsstelle: M. Letzmann, Hamburg, AVC-Stratze 57. Tel.: Sammelnummer C4 Dammtor 0737 Verantwortlich für den redaktionellen Teil. M. Steinhardt- Magdeburg, für den Inseratenteil: L.Kn u d sen, Hamburg. Anzeigenpreis 40 $ für die Ogespaltene Nonpareille-Zeile. 2 n h a l t d i e s e r N u m m e r : Ein neues Lehrbuch der jüdischen Ncligio» von Rektor i. N. B. Eoülenz. Der Aberglaube' bei der Kindererziehung (Schlug) von Konrektor Speyer. Das Lehrziel des hebräischen Unterrichts von Robert Hirschfeld, Berlin. Geschichte. - philosophische Neuerscheinungen von Dr. 2. Bam - b e r g e r. Literarisches. Bei der Schriftleitung eingegangene Bücher. Notizen. Qln neues Lehrbuch btt jüdischen Neligiou.^ Von Rektor i. N. V. Coblenz, Köln. Der Besprechung sei folgender Sah aus dem Vorwort des Buches vorattgestcllt: „Was diesem Buche sein besonderes Gepräge gibt, ist der durchgehend festgehaltene Standpunkt des liberalen Judentums". Damit ist gesagt, das; weder das Buch selbst (noch natürlich die Besprechung) sich an solche Leser wenden, deren dogmatischer Standpunkt — diese der, Kürze wegen gewählte sprachliche Formulierung hat mit der Frage: Gibt es Dogmen in der jüdischen Religion? nichts zu tun — der herkömmliche des orthodox-konservativen Judentums ist. Der Standpunkt beider Richtungen ist grundsätzlich so voneinander verschieden, das; eine Diskussion zwischen ihnen ausgeschlossen erscheinen mutz. Die liberale Schulwelt aber mutz dieses wahrhaft liberale Religionsbuch aufs freudigste begrützen, ebenso jeder jüdische Mann und jede jüdische Frau, die:in religiöser Hinsicht selber Suchende sind, und eines Führers bedürfen, der sie in klarer, allgemeinverständlicher, einprägsamer und lesbarer Form über Wesen und Erscheinungsformen des Judentums vom liberalen Standpunkt aus ausgezeichnet unterrichtet. Auch die religions-philosophischen Partien, die in einem Religionsbuche für reifere Schüler und Männer und Frauen nicht fehlen durften,, bieten keine Schwierigkeiten des Verstehens. Soweit ich übersehe, haben wir hier für die oberen Klassen der höheren Schulen das erste und bis jetzt auch wohl einzige Religionsv buch, das den liberalen Standpunkt entschlossen festhält und darum eine wohl von jedem liberalen Religionslehrer schmerzlich empfundene Lücke ausfüllt. Einen besonderen unterrichtlichen Wert verleiht ihm der Umstand, datz es nach der Mitteilung in: Vorwort aus dem Unterricht hervorgegangcn ist, den der Verfasser Seminaristinnen' und Lehrerinnen erteilt hat. Die straffe Gliederung des Buches gewährt, sogleich *) „Israelitische Religion". - Ein Buch für Schule und Haus. Von Dr. Joseph Entmann, Studiendirektor. Berlin 1929. Verlag von Al. Poppelauer. Ladenpreis 3,60 ,7Ul. Hie MitgliLLrL der btm Verbände abgeschlossenen Vereine weisen mit auf den in dieser Nummer auf Seite 7 und 6 abgedruckten Fragebogen hm mtb bitten dringend um sofortige Erledigung. einen klaren Ueberblick über das ganze Gebäude der jüdischen Religion, und darin liegt m. E. mit ein Hauptwert dieses Buches und des sogen, „systematischen Religionsunterrichts" überhaupt. Eewitz sollen der junge Mann, das junge Mädchen unbedingt auch an die Quellen der Religion herangeführt werden, sie lesen, verstehen und bewerten lernen. Aber wenn die jungen Leute daun ins Leben hinaustreten, dann sollen sie auch einen klaren Ueberblick über das ganze Neligionsgebäude mitnehmen, und diese unerlätzliche Forderung macht, was auch dagegen gesagt werden mag, den systematischen Religionsunterricht und sein Lehrbuch m. E. unentbehrlich: letzteres auch dann, wenn das „System", wie es auch richtig ist, im Arbeitsunterricht „erarbeitet" wird. Run ein Wort über die Einrichtung des Buches. Es ist in vier Abschnitte gegliedert, deren erster der „Begründung einer religiösen Weltanschauung" auf religionsphilosophischer Grundlage^ im allgemeinen gewidmet ist. Wir sind gewitz, datz schon dieser Teil dem wärmsten Interesse junger deu-i kender Menschen, etwa von Primanern uub Studierenden, begegnen wird. Immerhin mag inan cs als Schwäche empfinden, wenn der Verfasser bei der Fundierung des Eottcsbegriffs und des in ihm begründeten Sittengesetzes glaubt, zwar nicht dem Worte, wohl aber.-dem Begriffe nach, nicht ganz auf das „Postulat" verzichten zu können, das wir ja von Kant her, und zwar schon bei ihm als nicht besonders befriedigend und überzeugend kennen. Aber das ist nun einmal ein schwieriges Problem, das nian leichter kritisieren als lösen kann. Es bleibt eine ernste Ausgabe der Religionsphilosophie, eine befriedigende Lösung zu finden, und zwar eine solche, die auch für den Religionsunterricht fruchtbar gemacht werden kann. Die drei folgenden Abschnitte bringen dann die „Israelitische Religionslehre" im besonderen. Hier ist es wiederum „die Einleitung", die von den Quellen der israelitischen Religion sowie der Aufgabe und Bedeutung Israels handelt und so recht eigentlich den liberalen Gedanken herausarbeitet. Mit der sogenannten Verbal-Inspiration, deni herkömmlichen Offenbarungsbcgriff, an dem heute noch die Orthodoxie als dem sine qua non aller Religion festhält, ist endgültig gebrochen. Dafür werden die Propheten als die Träger der göttlichen Offenbarung in dem Sinne gezeigt. datz sie in ihrem Innern, ihnen selber unerklärlich, aber imperativ, unabweisbar, die Gott es stimme vernehmen, die sie antreibt, oft unter Einsetzung ihres Lebens und ihrer Freiheit, dem Volke, den Fürsten und den Erotzcn die Wahrheit zu künden. In diesem Sinne wird die ganze Bibel behandelt. Datz das Gesetz der Entwicklung als ein beherrschendes Moment des Judentums zu seinem vollen Recht kommt, ist bei unserem Buche selbstverständlich. Auf die Weise, wie es in Gutmanns Buch geschieht, .wird tausendmal wirksamer als durch den orthodoxen Offenbaruugsbegriff der Wert der Heiligen Schrift in den Augen der jungen .Menschen erhöht, so datz sie, in ein reiferes Alter

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