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Jüdische Schulzeitung · 1929-12-15 · Heft 12 (15.12.1929) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 12 (15.12.1929)
Date
1929-12-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nummer 12 Jüdische Schulzeitung. Seite 7 notwendig oder Fuch nur verwendbar. Dagegen ift bie Auswahl der übersetzten .Gebete recht geschicktauf das religiöse Leben zugeschnitten. — Der zweite Teil bandelt von den Quellen der jüdischen Religion und von den 10 Geboten: der drille Teil von Sabbath und Feiertagen, sowie von den praktischen Pflichten. Hier wäre beim Peßachfeste noch eine kleine Zeichnung ratsam gewesen, damit die Vroselytin weiß, wie sie den Sedertisch zu decken und die Sederschüssel anzuordnen habe. Ganz ausgezeichnet ist der vierte Teil, der als Lektüre gedacht ist und wichtige Wesensunterschlede zwischen Judentum und Christentum, sowie apologetische Fragen und historische Einzelheiten bringt. Ich hätte noch den Wunsch, daß ein fünfter Teil eine Uebersicht über die Geschichte des jüdischen Volkes, von biblischer Zeit bis zur Gegenwart, darbiete. Solange die zweite Auflage diese Uebersicht noch nicht bringt, empfehle ich als zweites Buch die biblische und jüdische Geschichte von Ludwig Stern. — Dein Verlag ist Dank und Anerkennung zu zollen für die gute Ausstattung und für die preiswerte Herausgabe des Merkchens. das sicherlich Segeir verbreiten wird. Dem Verfasser sei besonders gedankt, daß er in objektiver und würdiger Form das positive, traditionelle Judentum zur Darstellung gebracht hat. Auch dieses Lehrbuch wird den Erfolg zeigen, daß gut iinterrichtete Proselyten häufig die im Glauben geborenen Juden an Ernst und Eifer überragen und sogar beschämen! Mieser. Waldenburg. Jüdischer Jugendkalender, zweiter Jahrgang von Emil Bernhard Cohn, Jüdischer Verlag Berlin. Emil Bernhard Cohn hat in der Festnummer des „Orden Bne Boris" vom Oktober 1929 über Iugendschriften geschrieben und er ist auch selbst in diesem Kalender Jugendschriftsteller. Man trifft selten beides in einer Person. Wer über Iugendschriften lange Neflerionen anstellen kann, wer Nachweisen will, worin ihr Wesen besteht, wie man für die Jugend schreiben soll, der hat es schwer, auch zugleich Jugendschriftsteller zu sein, wer sich das Ideal auf dem Wege der Reflerion erst sucht, dem fehlt meist die Selbstsicherheit des schaffenden Künstlers. Das zeigt sich auch wieder bei dem vorliegenden Kalender. Er ist zwar entschieden besser als sein Vorgänger, der nur wenige gute Nummern enthielt. Aber auch er zeigt noch Fehler, die in der Folge vermieden werden müssen. Der Kalender hat. wie alle derartigen Jugendkalender, in bunter Folge: Erzählungen. Gedichte. Skizzen. Witze. Anleitungen zu Handarbeiten. Spiele. Bilder und dergl. Die Bisdcr des Kalendariums vom Jsmar David stehen denen vom Vorjahr von Nimm Brodskh an künstlerischem Werte weit nach. Wer aber diese nicht kennt, wird auch an der schwarz-weißen Kunst von I. David seine Freude haben. Ich möchte nur einiges Grundsächliche zu den Darbietungen des Kalenders sagen. Beide Kalender enthalten Schulgeschichten. Das ist gut so. denn sie entsprechen dem Interessenkreis der Jugend. Ich kann das „Schirmchcn" von Emil Cohu im letzten Kalender nicht ohne Rührung lesen und wenn ich die kleine Erzählung meinen Kindern vorlese, dann habe ich nicht nur ihre Ohren, sondern auch ihre Herzen. Warum das? Die kleine Erzählung bietet eben dem Leser einen ästhetischen Genus;, der Leser erlebt all die Gefühle, die in der Seele des Verfassers während des schöpferischen Aktes lebendig waren und innere Bilder gestalten sich beim Lesen. Die geistige Atmosphäre, die Millensrichtung, die durch diese Dichtung erzeugt wird, liegt in der Richtung des Schönen und Guten. Von der kleinen Erzählung gehen ästhetische und ethische Wirkungen aus. Das macht diese Erzählung wertvoll. Auch im vorliegenden Bande kann man die beiden Erzählungen: „Mein erster Iom Kippur" und „Der große und der kleine Meyer" aus dem gleichen Grunde gelten lassen, wenn auch der künstlerische Wert derselben geringer ist. Aber was soll die Schulgeschichte „Die Zage" in einem Jugendkalender? Nach welcher Richtung soll sie das Schönheitsgefühl der Kinder lenken? Soll das etwa Humor fein? Nein, das was hier vor sich geht, liegt weit jenseits des Humors. Wir dürfeir in unserer Literatur unsere Schüler an solche peinliche Situationen hinführen. aber wir müssen solche Stoffe wählen, bei denen die Lösung zur inneren Selbstbefreiung und zur .Tröstung führt. Menschliche Größe und Heldenhaftigkeit muß die Lösung zeigen, an der sich die Jugend erheben und aufrichten kann, auch wenn wir Judenfeinde vor uns haben. Sollen das unsere Schüler etwa nachahmen? Welchen Sinn hat dann eine solche Geschichte in einem Jugendbuch? Es ist inir ein Rätsel, mie man .solche Stücke ln ein Jugendbuch aufnehmen trrnn. Dann ein zweites. Der Kalender bringt ein Josefspiel in drei Akten. 2n diesem Spiel wird die schöne Josefgeschichte in guten und auch in vielen schlechten Knüttelversen dargestellt. Muß das sein? Kann sich unsere Zeit es erlauben, sich über biblische Stoffe lustig zu machend Das könnte eine Zeit wagen, die so fest im biblischen Ideenkreise lebt, daß es nichts schadet, wenn man auch einmal die Sache so darstellt. daß man darüber lachen könnte. Wir aber müssen die Bibel für unsere Jugend ja wieder erobern und müssen uns hüten, sie in solchen Knüttelversen an die Jugend heranzubringen. Höchstes. Tiefstes und Lächerliches, sie wohnen bekanntlich nahe beisammen, wir können uns bei unserer heutigen Jugend nicht erlauben, diese Grenze zu verwischen. . Ich möchte auch dieses Spiel energisch aolehnen. Wenn gute Stoffe fehlen, warum nicht lieber einige Seiten weniger. Der Verfasser ist auf dem richtigen Wege zu einem guten Jugendkalender. aber auch erst auf dem Wege, noch nicht am Ziele. Th. Rothschild. Eßlingen. Notizen. „Und den Juden ward Licht und Freude". Mitten im düstern kalten Winter sollen die Lichtlein brennen, sollen angezündet werden zur Erinnerung an jene große Heldenzeit der Makkabäer, zur Ermahnung für unsere Zeit, allen Feindseligkeiten als Helden zu begegnen. Es werden viele sagen: „Ach. die Hauptsache ist. daß wir die Lichtlein entzünden. und wenn ein armseliges Holzscheit als Menorah dienen soll." Sie haben nicht unrecht. Und doch, wie ganz anders leuchten die Lichter im schönen Rahmen. Das Kunstgewerbe der letzten Jahrzehnte hat viel Schönes und Neues und, ich muß es besonders betonen, auch Preiswertes geschaffen. Bei meinem jüngsten Besuche in der bekannten Kunstgewerbestube Freudenthal in Breslau konnte ich mich von neuem davon überzeugen, wie die rührige Inhaberin bemüht ist, stets das Beste und Schönste zu bringen. Und nicht nur bei uns im Osten, auch im Westen und Norden unseres Landes finden wir in allen einschlägigen Geschäften die Erzeugnisse der ..Kunstgewerbestube". Mein besonderes Interesse erweckten zwei neuartige Menorahs, die an einfacher Schönheit ihresgleichen suchen. Der Preis ist so bemessen, daß er erschwinglich ist. Da ich gerade am Chanukkahtisch stand, fielen mir die reichen Muster an Trendeln, das Würfelspiel .Moaus zur", das hebräische Bilderlotto auf. alles Dinge, mit denen man unfern Kleinen soviel Freude bereiten kann. Und fürs Kinderland finden die Eltern noch allerlei schöne Sachen bei „Freudenthals": Modellierbogen für eine Sukkoh, eine hebräische Druckerei. Wunschbogen usw. Wie ich schon weiter oben betonte, bekommt man sämtliche Gegenstände in allen einschlägigen Geschäften der jüdischen Gemeinden. M.' Die Schule im Dienste der hygienischen Volksbelrhrung ist der Titel einer kleinen Schrift, die die Ausführungen des Staatsministers Prof. Dr. Becker gelegentlich einer Tagung des Landesausschusses für hygienische Volksbelehrung über die Durchführung der Eesundheitserziehnng in der Schule bringt. Die Ausfülirungen find für jeden Lehrer von Interesse. der neben der geistigen auch die körperliche Erziehung seiner Schüler betreiben will. Gleichzeitig bringt die Schrift auch Ausführungen des Ministerialdirektor Kaestner gelegentlich eines Lehrganges für Schulaufsichtsbeamte über die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Schulmann. Die Schrift kann von Interessenten von der Geschäftsstelle des Reichsausschusses für hygienische Dollsbelehrung. Berlin NW 6. Luisenplatz 2—4, gegen Erstattung der Der- . landkosten bzw. Einsendung eines Frelluvsrrs ckrÄrubrs » VMinrimrer LrsrL! äesaßst! msrnen.

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